Industrie aktuell

Angewandte Forschung aus Instituten und Universitäten

fraunhofer1018Electronica Halle C5, Stand 426

Das Fraunhofer FEP entwickelt seit Jahren erfolgreich OLED-Mikrodisplays auf Basis der OLED-auf-Silizium-Technologie. Parallel wird mit Hochdruck auch an der erforderlichen Elektronik und Systemumgebung für künftige Augmented Reality (AR)-Anwendungen gearbeitet. Jetzt präsentieren die Entwickler leistungsstarkes Set zur eigenständigen Entwicklung von Wearables mit OLED-Mikrodisplays.

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) stellte vor zwei Jahren erste „Ultra-low Power OLED-Mikrodisplays auf der electronica vor. Diese Mikrodisplays punkten durch ihre extrem stromsparende Konzeption. Sie eröffnen in vielen Einsatzgebieten eine Alternative für die gestochen scharfe Anzeige einfacher Informationen. In der Zwischenzeit konnten die Mikrodisplays erfolgreich in die Produktion überführt und auf den Markt gebracht werden.

Aber ein Display allein macht noch keine AR-App. Die Wissenschaftler des Bereiches IC- und Systemdesign haben nun die Elektronik und das Display weiterentwickelt, um es schnell in Anwendungen bringen zu können. Ein Anzeigeelement allein reicht nicht aus. Die Kommunikation des Displays mit anderen Schnittstellen und Systemen ist der Schlüssel zur Anwendung. Vielfältige Anfragen, Ideen und Anwendungsszenarios lassen sich mit der Mikrodisplaylösung und ihren ureigenen Vorteilen adressieren.

Die extrem geringe Baugröße des Ultra-low Power OLED-Mikrodisplays ist prädestiniert für kleine, miniaturisierte und auch leichtgewichtige Systeme, die tragbar und leicht in Kleidung, Helme oder Brillen integrierbar sind. Die OLED-Technologie des Displays ermöglicht scharfe Bilder mit sehr hohen Kontrasten und Helligkeiten von 20 bis zu 5000 nits.

Das Elektronik-Konzept adressiert z. B. Anwendungen in rauen Einsatzgebieten wie in Katastrophenschutz oder Industrie oder Telemedizin. Das Display lebt von den Informationen, die eine Datenquelle sendet und die angezeigt werden sollen. Beim Ultra-low Power Konzept geht es nicht um höchstauflösende Videodaten schnellster Bildwiederholraten, sondern um die Anzeige einfacher Zeichen, Daten oder Informationen, die latenzarm als Kommandos übertragen werden. Bei einem Großbrand bspw. mit einer Vielzahl an Einsatzkräften kann die Leitstelle über im Helm integrierte Displays schnell präzise und einfach zu erfassende Anweisungen an die Feuerwehrmänner vor Ort senden. Durch die Integration eines Displays im Helm ist die Anzeige auch in Räumen mit geringer Sicht durch Rauch möglich.

Mit dem Bluetooth-Bausatz werden die Grundlagen für Augmented-Reality-Entwicklungen - wie die eines Datenhelmes für Einsatzkräfte oder eines Werkers in der Industrie 4.0 - ohne lange Ladezeiten gelegt. Prinzipiell ist aber auch die Anbindung an schmalbandige low Power Datenfunk-Netze denkbar.

Die Entwickler haben eine Vision: Künftig könnte Jedermann über ein passendes Mikrodisplay für seine gewünschte Anwendung verfügen, die einfach selbst programmiert werden kann. Die verfügbaren Entwicklungs-Kits enthalten als Komplettpaket neben dem Display alles Nötige von der Optik bis zur grafischen Oberfläche für Windows oder Android. Es sind Tools, mit dem Produktentwickler aber auch App-Entwickler leichter und einfach ihre Ideen testen und mit der Technologie spielen können.


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