Minebea Mitsumi, ehemals bekannt als Nippon Miniature Bearing Co., Ltd. (NMB), hat sich seit 1951 als Pionier und weltweit führender Hersteller von Miniaturkugellagern etabliert. Der Fokus auf das Kerngeschäft der Miniatur-Kugellager mit einem Außendurchmesser von weniger als 22 mm hat bis heute Bestand. Ganze 60 % des weltweiten Marktanteils und damit Millionen dieser Kugellager kommen monatlich weltweit zur Aus-Lieferung.

Minebea Kugellager

Inhalt

 

Wälzlager von Minebea Mitsumi

Minebea Mitsumi bietet eine beeindruckende Bandbreite von mehr als 8500 verschiedenen Lagertypen, die speziell für anspruchsvolle Anwendungen entwickelt wurden. Die Miniaturlager der Marken NMB,NHB, Cerobear und Myonic finden breite Anwendung in verschiedenen Industriebereichen wie Automobil, Medizintechnik, Gesundheitswesen, IT, Home & Entertainment sowie in der allgemeinen Industrie. Die zuverlässigen Wälzlager machen sie zu einer bevorzugten Wahl für kritische Anwendungen, bei denen hohe Präzision und lange Lebensdauer gefordert sind.

Miniatur Kugellager und das kleinste Kugellager der Welt

Minebea Miniatur Kugellager10.06.2024 | Die Miniaturkugellager von Minebea Mitsumi sind in einer Vielzahl von Materialien und Ausführungen erhältlich, darunter Edelstahl, Chromstahl oder Keramik, geflanscht, offen oder abgeschirmt. Diese Flexibilität ermöglicht es, Kugellager exakt nach den Anforderungen der jeweiligen Anwendung auszuwählen.

Besonders hervorzuheben sind die Speziallager für hochpräzise Anwendungen wie Dentallager, Röntgenröhrenlager und Turboladerlager, die höchste Drehzahlen, minimale Reibmomente und maximale Steifigkeit bieten. Diese Lager zeichnen sich zudem durch ihre geringe Geräuschentwicklung und eine herausragende Lebensdauer aus.

Präzise wie ein Uhrwerk

Ein bemerkenswertes Highlight ist das kleinste Kugellager der Welt mit einem Außendurchmesser von nur 1,5 mm. Es hält den Weltrekord und wird in der Uhrenmechanik eingesetzt. Diese außergewöhnlich kleinen Lager sind ein Beispiel für die Kompetenz des Herstellers in der Entwicklung und Produktion von Präzisionskomponenten für extrem kleine Bauteile.

In den hochmodernen Forschungs- und Entwicklungszentren in Japan, Thailand und Singapur werden die chemischen Analysen, Sauberkeitsprüfungen und umfangreiche Produkttests durchgeführt, die zur Entwicklung dieser Winzlinge nötige sind. Diese Zentren sind mit fortschrittlicher Messtechnik ausgestattet, einschließlich Akustiktests, optischer Analysen und spektroskopischer Materialuntersuchungen, um die Qualität und Leistung der Lager zu gewährleisten. 

Axial- und Radiallager mit Schmierzustands-Überwachung

Minebea Highspeed Lager30.10.2019 | Das Minebea Mitsumi Unternehmen Myonic hat auf der EMO das Axial- und Radiallager der nächsten Generation für die Werkzeugmaschine vorgestellt. Die Baureihe AXRY-NGX wurde konsequent auf maximale Steifigkeit weiterentwickelt. Mehr Steifigkeit für hohe Belastungen in dem gegebenen Bauraum sei nicht möglich. Bewährte Features der Baureihe EX wie die Fettreservoirs zur Lebensdauer Schmierung wurden übernommen.

Die neue Kugellager Baureihe der Kategorie Axiallager und Radiallager eignet sich besonders für kombinierte Fräs-/Drehanwendungen in innovativen Maschinen Anwendungen. Durch den optionalen Einsatz der integrierten Schmierzustandsüberwachung CMS lassen sich die erforderlichen Schmiermengen für die Kugellager genau festlegen und damit die Lagertemperaturen optimal einstellen.

Durch die neuartige integrierte Überwachung des Schmierzustands CMS lassen sich Reibmomente und Temperaturen im Lager exakt einstellen, wodurch die Maschinengenauigkeit zusätzlich verbessert wird. Direkt unter den Laufbahnen befindliche Sensoren überwachen kontinuierlich den Schmierzustand im Axial- bzw. Radiallager und sorgen in Echtzeit für eine punktgenaue Nachschmierung. Daneben stehen jederzeit weitere Informationen zu Lagertemperatur, Lagerdrehzahl und Lagerschlupf vm Produkt zur Verfügung.

Hybrid-Wälzlager im Satelliten auf 7-jähriger Merkur-Mission

Minebea Hybridlager

21.03.2019 | Am 20. Oktober 2018 um 03:45 MESZ startete die vierteilige Raumsonde Bepi Colombo in der Trägerrakete Ariane 5 ihre Reise zum Merkur. Mit an Bord: Wälzlager des Minebea Mitsumi Tochterunternehmens Cerobear. Der Launch der Raumfahrtmission fand in Kourou (Französisch-Guayana) statt.

Die Mission ist eine Kooperation der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) und der ESA (European Space Agency). Voraussichtlich sieben Jahre wird die nach dem italienischen Mathematiker Giuseppe Colombo benannte Raumsonde unterwegs sein.

Der Merkur ist mit einem Durchmesser von 4.878 km der kleinste und zudem auch der am wenigsten erforschte Planet unseres Sonnensystems. Dies liegt an den unwirtlichen Bedingungen für Raumsonden in Merkur- und damit in Sonnennähe. Die Sonneneinstrahlung in der Merkur-Umlaufbahn ist etwa zehnmal höher als auf der Erde. Und auch die langen Merkur-Tage und -Nächte spielen eine Rolle:

Tag und Nacht auf dem Merkur

Minebea MerkurDer Wechsel zwischen Tag und Nacht dauert auf dem Merkur 176 Tage, weshalb die Temperatur auf der Sonnenseite mit etwa 430 °C extrem hoch und auf der Schattenseite mit minus 180 °C extrem niedrig ist. Durch die starken thermischen Belastungen müssen alle Geräte und Komponenten besondere Anforderungen an den Wärmehaushalt erfüllen.

Mit der Bepi Colombo ist nach Mariner 10 und dem Messenger-Orbiter erst die dritte Raumsonde auf Merkur-Expedition. Die beteiligten Wissenschaftler versprechen sich eine umfassende Beschreibung der planetaren Eigenschaften und der Geschichte des Merkurs. Einer der zwei Satelliten, die sich am Ziel von der Sonde trennen werden, soll die Oberfläche untersuchen, der zweite das Magnetfeld.

Laut Berechnung soll Bepi Colombo im Dezember 2025 das Ziel erreichen. Auf dem Weg müssen neun sogenannte „Swing-by-Manöver“ durchgeführt werden. Die Raumsonde passiert einmal die Erde im April 2020, danach zweimal die Venus und sechsmal Merkur selbst. Diese Manöver dienen dem Abbremsen, damit die 4,1 t schwere Sonde nicht ins Innere des Sonnensystems abstürzt.

Wälzlager im Satelliten

Die Wälzlager sind bei der aktuellen Merkur-Mission unter anderem im Solar Array Drive Mechanism des MPO (Mercury Planetary Orbiter), also im Satelliten, der die Oberfläche erkunden soll, eingesetzt. Durch die lange Reise und die extremen Bedingungen werden besondere Anforderungen an die Wälzlager gestellt: Nach sieben Jahren Stillstand müssen die Lager einwandfrei funktionieren und den hohen Temperaturschwankungen im Orbit des Merkurs wiederstehen.

Daher sind für diese Mission Hybridlager eingesetzt, bei denen die Ringe aus Stahl und die Kugeln aus Siliziumnitrid bestehen. Nur so wird sichergestellt, dass es über den Start und die lange Reise auch ohne Schmierstoff nicht zu einem Kaltverschweißen zwischen Ringen und Kugeln kommt.


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Cerobears Geschichte in der Luft- und Raumfahrt begann Anfang 2000 mit dem ersten Flug von keramischen Zylinderrollen in den Lagern der Flüssigwasserstoffpumpen des Space-Shuttles. Die Keramikrollen arbeiteten mit 36.200 min-1 bei Temperaturen von minus 250 °C und wurden nur mit flüssigem Wasserstoff geschmiert. Der Einsatz von Cerobear-Wälzkörpern verbesserte das Wartungsintervall der Triebwerke um den Faktor 12, während gleichzeitig die Nutzlast um 9 % gesteigert wurde. Die Wartungszeiten zwischen den Missionen wurden von 1000 h auf unter 50 h reduziert.

In Raumfahrtanwendungen müssen die Lager maßgeschneidert und auf eine lange Lebensdauer bei höchster Genauigkeit und geringer Reibung abgestimmt sein. Für Lager mit niedriger Drehzahl, die typischerweise in Weltraummechanismen eingesetzt werden, stehen weltraumtaugliche Werkstoffe und Beschichtungen zur Verfügung. Für die extremen Anforderungen kommen neue Wälzlagerstähle und Keramik zum Einsatz.

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Autorenangabe
Roman Klein

Roman Klein ist Head of communications bei der MinebeaMitsumi Technology Center Europe GmbH in Viliingen-Schwenningen.