Ob Schaftfräser, Gewindefräser, Hochleistungsfräser: Die Ansprüche an die kleinen Präzisionswerkzeuge für Werkzeugmaschinen, Bearbeitungszentren, NC- und CNC-Maschinen steigen ständig. Die besondere Geometrie und Schärfe der Fräser ermöglichen präzise Materialabtragungen und komplexe Formen in der Metallbearbeitung. Dieser Artikel stellt Innovationen vor und erläutert Einsatzmöglichkeiten in der modernen Fertigung.

Cerazitit Gewindefraeser

Inhalt

 

Mit materialschonenden Gewindefräser zum sauberen Gewinde

09.07.2024 | Gewindequalität ist oft der entscheidende Faktor für Erfolg oder Ausschuss. Da Gewinde meist am Ende des Bearbeitungsprozesses erstellt werden, sind höchste Präzision und Prozesssicherheit gefordert. Schaftgewindefräser wie der Monothread – SGF und der MonoThread – SFSE aus der Performance Line von Ceratizit setzen hier Maßstäbe. Die neueste Generation dieser Werkzeuge bietet eine Leistungssteigerung von bis zu 20 % im Vergleich zu den Vorgängermodellen und verlängerte Standzeiten.

In den letzten Jahren hat sich das Gewindefräsen als attraktive Alternative zu Gewindebohren, -formen und -wirbeln etabliert. Dies liegt vor allem an den zahlreichen Vorteilen der Gewindefräser. Anstelle eines Gewindes auf der Schneide verfügen sie über ein korrigiertes Profil, dessen Abstand der Steigung entspricht. Dadurch wird eine präzise Gewindeposition erzielt und verschiedene Abmessungen mit gleicher Steigung können in zahlreichen Werkstoffen hergestellt werden.

Gewindefräsen ermöglicht sichere Prozesse

„Das Gewindefräsen eignet sich für alle genormten Gewindeprofile mit sämtlichen Toleranzen. Es wir besonders für asymmetrische, große und sehr teure Werkstücke eingesetzt, da beim Gewindefräsen sehr kurze Späne entstehen, was für einen deutlich sichereren Prozess sorgt“, erläutert Markus Mack, Produktmanager bei Cerazitit. Außerdem werde eine geringere Antriebsleistung von den  Maschinen benötigt als beim Gewindeschneiden. Das gelte auch beim Einsatz in vergleichsweise schwer zerspanbaren Materialien wie hochfesten oder vergüteten Stählen.


mikron BohrerBohrer | Präzisionswerkzeug für die Werkzeugmaschine


Das Verfahren reduziert zudem die Werkzeugkosten, weil sich mit nur einem Werkzeug Links- und Rechtsgewinde mit verschiedenen Gewindetoleranzen sowie Grund- und Durchgangslöcher herstellen lassen. Im Gegensatz zum Gewindeschneiden können gefräste Gewinde über die ganze Länge bis zum Bohrungsgrund hochgenau hergestellt werden.

Selbst bei hohem Tempo saubere Gewinde

Ein Vergleich der Gewindeprofile von Gewindebohrern und den Gewindefräsern aus der Performance Line zeigt schnell deutliche Unterschiede: Die Oberflächenstruktur der gefrästen Gewinde ist besonders an den Flanken wesentlich glatter. Während der Gewindebohrer Materialpartikel herausreißt und Krater bildet, bleibt das gefräste Gewinde nahezu frei von Ausbrüchen. „Was in solchen Fällen wirklich hilft, ist der Einsatz von Kühlmittel. Monothread – SGF und Monothread – SFSE verhindern Materialausbruch unter anderem durch eine axiale Kühlmittelzufuhr“, erläutert Markus Mack.

Durch den geringen Schnittdruck ist das Gewindefräsen auch für dünnwandige Bauteile geeignet. Mit den Monothread-Werkzeugen lassen sich auch mit hohem Vorschub und hoher Schnittgeschwindigkeit bearbeiten. Nachhaltig sind die Monothread-Gewindefräser auch. Sie können teils sogar mehrmals nachgeschliffen werden.

Fräser für den Werkzeug- und Formenbau

Dormer Pramet Fraeser29.11.2019 | Dormer Pramet hat sein Fräser-Sortiment für den Werkzeug- und Formenbau sowie für allgemeine Bearbeitungen um neue Komponenten erweitert. Dazu gehören u.a. die neuen doppelseitigen WSP SNGX11 für das Fräsen mit hohen Vorschüben mit bis zu 1,7 mm Schnitttiefe.

Die robuste Schneidkante garantiert ein hohes Maß an Haltbarkeit und Prozesssicherheit - insbesondere beim Taschenfräsen. Mit acht Schneiden ist die quadratische SNGX11-Wendschneideplatte zudem eine sehr wirtschaftliche Lösung. Dabei sind die WSP, die in zwei Geometrien vorrätig sind, recht vielseitig einsetzbar. So bspw. beim Kopierfräsen, Zirkularfräsen, Rampen, progressiven Eintauchen und Planfräsen. Die M-Geometrie ist für die Zerspanung von Stahl, aber auch von gehärtetem Stahl und Gusseisen vorgesehen. MM eignet sich zudem mit einem weicheren Schnitt für Edelstahl, weicheren Stahl und Superlegierungen geeignet.

Ergänzt wird das Platten-Sortiment durch den neuen SSN11-Fräser mit Durchmessern von 32 bis 125 mm und Zwischengrößen für Anwendungen im Werkzeug- und Formenbau. Alle Fräser verfügen über spezielle Kühlmittelkanäle, um die Prozesssicherheit weiter zu verbessern. Ebenso bieten sie einen hohen Überhang, um das Fräsen in Tiefen von bis zu 10xD zu unterstützen.

Auch das bewährte Fräsprogramm ADMX07 erhielt eine Ergänzung: eine F-Geometrie für das Schlichten und Semi-Finishing. Die Erweiterung steht in Einklang mit den vorhandenen M-, FA- und HF-Geometrien und zielt auf die leichte Bearbeitung von Edelstahl und kohlenstoffarmen Stählen ab. Der Spanbrecher eignet sich sehr gut für die vibrationsempfindliche Bearbeitung und bietet eine äußerst positive Geometrie mit schmalem Randbereich. Das reduziert das Rattern und ermöglicht einen gleichmäßigen Schneidvorgang ohne Grate an der bearbeiteten Wand.

Schaftfräser zum Schruppen und Schlichten mit hohen Vorschüben

Hartmann Fraeser21.05.2017 | HAM hat die VHM-Schaftfräser 40-5390 und 40-5490 zum Schruppen und Schlichten mit hohen Vorschüben entwickelt. Sie besitzen eine spezielle Geometrie mit ungleicher Drallsteigung. Dadurch lassen sich neben Aluminium auch andere Materialien wie Kupfer- und Gusslegierungen sowie Nichteisen-Metalle mit hoher Laufruhe fräsen.

Die Werkzeuge bieten ein hohes Zeitspanvolumen und eine maximale Zustellung im Vollschnitt bis 1,5 x D. Das Fräsergebnis ist vollkommen gratfrei und bereits nach dem Schruppen entsteht eine feine, wie geschlichtete Oberfläche. Dies reduziert den Aufwand für zusätzliche Nacharbeiten. Während des Fräsens bleibt die Oberfläche gänzlich schattierungsfrei.

Schneidstoffserie zur Fräsbearbeitung von Eisengusswerkstoffen

Mapal Fraeser10.02.2017 | Speziell zum Fräsen von Eisengusswerkstoffen hat Mapal eine neue Schneidstoffserie entwickelt, die die komplette Bandbreite der Eisengusswerkstoffe GJL, GJV und GJS abdeckt. Erste Ergebnisse zeigen, dass mit den neuen Schneidstoffen neben einer deutlichen Standzeiterhöhung auch höhere Schnittgeschwindigkeiten möglich sind.

Die Schneidstoffserie basiert auf neu entwickelten Hartmetallsubstraten. Die Gefüge der Hartmetalle wurden dabei so modelliert, dass sie jeweils ein optimales Verhältnis zwischen Zähigkeit und Verschleißbeständigkeit mit sich bringen.

Die Schneidstoffserie beinhaltet drei PVD-beschichtete Hartmetalle und zwei CVD-beschichtete Sorten. Die PVD-Beschichtung besteht aus einem optimierten TiAlCrN mit feinster Strukturierung des Schichtaufbaus, wodurch ein optimales Verhältnis zwischen Zähigkeit und Härte/Verschleißbeständigkeit entsteht. Die CVD-Beschichtung basiert auf einem MT-TiCN mit Alpha-Al2O3-Decklage. Diese Schichtkombination bringt neben hoher Verschleißbeständigkeit eine gute Temperaturbeständigkeit mit sich.

Sowohl für die PVD-Beschichtung als auch für die CVD-Beschichtung wurde eine spezielle Nachbehandlung entwickelt, die für eine extrem glatte Oberfläche sorgt und somit einen optimalen Spanabfluss gewährleistet. Dadurch wird der tribochemische Verschleiß auf ein Minimum reduziert. Bei der CVD-Beschichtung wird durch die Nachbehandlung zusätzlich der Eigenspannungszustand der Schicht gezielt eingestellt und somit die Schneidkante stabilisiert bzw. die Zähigkeit des Schneidstoffs erhöht.

Vierschneidiger VHM-Schaftfräser mit hoher Zerspanleistung

HAM Schaftfraeser21.12.2016 | Als Einstieg in die Welt des Trochoidal- und Hochgeschwindigkeitsfräsens bietet HAM den Vollhartmetall- (VHM) Fräser vom Typ 40-1491. Dieser erzeugt eine sehr gute Oberflächenqualität und ermöglicht hohe Zerspanleistungen.

Der vierschneidige Fräser mit 45-Grad-Eckenfase hat eine spezielle Geometrie mit gleicher Teilung und ungleicher Drallsteigung. Dies ermöglicht einen vibrationsarmen Lauf mit geringer Auslenkung. Das Werkzeug punktet bei der Bearbeitung verschiedener Stahlsorten, Inox, Grauguss und Titan. Beim Umfang- und Konturenfräsen erzielt es unter anderem eine hohe Profilgenauigkeit.

Prozessbeeinträchtigende Späneknäuel und -Nester treten bei der Bearbeitung mit diesem Werkzeug nicht auf. Dafür sorgen neu entwickelte Spanräume, die einen reibungslosen Spanfluss ermöglichen. Der Fräser ist in Durchmessern von 3 bis 20 mm erhältlich.

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