Temperatursensor | IO-Link und kombinierte Messgrößen

Der Temperatursensor ist unverzichtbar in der Messtechnik und Prozesssteuerung. Die neuesten Entwicklungen in der Temperatursensorik fokussieren Sensormaterialien und Messgenauigkeit sowie IO-Link Integration mit Multifunktionen. So gibt es kombinierte Messgeräte, die auch als Feuchte oder Vibrationsensor fungieren. Dieser Artikel zeigt zudem auf, wie neueste Sensoren in industriellen und technologischen Kontexten eingesetzt werden. Erfahren Sie, wie fortschrittliche Temperatursensoren diverser Hersteller die Präzision in kritischen Anwendungen steigern.
Temperatursensor 2026 – Das Wichtigste in Kürze
Temperatursensoren bilden 2026 die am häufigsten eingesetzte Sensor-Kategorie in der industriellen Automatisierung. Sie haben sich von einfachen Wandlern zu hochintelligenten Edge-Devices entwickelt, die nicht nur Rohdaten liefern, sondern diese bereits im Sensorkopf vorverarbeiten. Durch die nahtlose Integration in digitale Ökosysteme ermöglichen sie eine präzise Steuerung thermischer Prozesse, was maßgeblich zur Energieeffizienz und zur Sicherung der Produktqualität in Branchen wie der Halbleiterfertigung oder der Pharmaindustrie beiträgt.
Materialinnovationen und miniaturisierte Halbleitersensorik
Hersteller setzen verstärkt auf fortschrittliche Halbleitermaterialien und Nanostrukturen, die eine extrem hohe Ansprechgeschwindigkeit bei minimaler Baugröße garantieren. Diese miniaturisierten Sensoren ermöglichen die Temperaturerfassung an bisher unzugänglichen Stellen, etwa direkt auf Leistungshalbleitern oder in komplexen Mikrofluidik-Systemen.
Ein technologischer Meilenstein ist die Marktreife von Dünnschicht-Sensoren auf flexiblen Substraten, die sich passgenau an gekrümmte Oberflächen von Rohrleitungen oder Reaktoren anschmiegen. Durch optimierte Gehäusetechniken erreichen diese Sensoren zudem eine herausragende Langzeitstabilität unter extremen Bedingungen, von kryogenen Anwendungen bis hin zu Hochtemperaturprozessen in der Metallurgie.
Autarke Konnektivität und KI-basierte Selbstdiagnose
Die Vernetzung der Temperatursensorik erfolgt weitgehend über standardisierte digitale Schnittstellen wie IO-Link oder drahtlose Protokolle. Ein massiver Trend sind energieautarke Funksensoren, die mittels Energy Harvesting – etwa durch thermoelektrische Generatoren – ihren Strombedarf direkt aus den Temperaturdifferenzen der Umgebung decken und somit völlig wartungsfrei arbeiten.
Integrierte Mikrocontroller führen zudem eine kontinuierliche Selbstdiagnose durch: Mittels KI-Algorithmen erkennt der Sensor schleichende Drift-Effekte oder beginnende Verschmutzungen der Schutzrohre autonom und meldet diese proaktiv an das Instandhaltungs-Management. Diese Fähigkeit zur Predictive Maintenance reduziert ungeplante Stillstandzeiten und macht die manuelle Rekalibrierung in vielen Standardanwendungen überflüssig.
Neuheiten und Innovationen
Die folgenden Neuheiten widerspiegeln die Entwicklung in der Sensortechnik für Temperatur, Feuchte und Vibration.
CTi-Pyrometer erhalten Ethercat und IO-Link-Schnittstellen

27.05.2026 | Optris erweitert die CTi-Pyrometer-Serie um die digitalen Schnittstellen Ethercat und IO-Link. Damit lassen sich die kompakten, modular aufgebauten Infrarot-Pyrometer einfacher in moderne Automatisierungs-Umgebungen einbinden.
Infrarotpyrometer für Glas und dünne Kunststofffolien

10.04.2026 | Optris baut seine CTi-Serie weiter aus und ergänzt das Portfolio um drei spezialisierte Infrarotsensoren für anspruchsvolle Industrieprozesse. Neu hinzu kommen die Modelle CTi G5, CTi P3 und CTi P7 für Anwendungen u. a. in der Glasfertigung.
Pyrometer mit neuen Kurzwellensensoren und für schnelle Prozesse

18.03.2026 | Optris erweitert die modular aufgebaute CTi-Plattform um drei Modelle für zusätzliche Einsatzfelder: den Kurzwellensensoren für Metall- und Hochtemperatur-Anwendungen CTi 1M, CTi 2M sowie der Variante für dynamische Regel- und Überwachungsaufgaben CTi LT fast.
Multifunktionssensor für Condition Monitoring & Instandhaltung

17.12.2025 | Mit dem Multifunktionssensor dem „Sieds“ erweitert Indu-Sol sein Portfolio für Condition Monitoring und die Digitalisierung industrieller Anlagen. Im Mittelpunkt steht die kontinuierliche Erfassung von Umwelt- und Maschinendaten, um Zustände transparent zu machen.
Pyrometer mit modularem Sensor-Konzept

08.12.2025 | Optris hat mit dem CTi LT Pyrometer die nächste Generation der kompakten Infrarot-Pyrometer vorgestellt. Das neue Gerät knüpft konstruktiv an die etablierte CT LT Serie an, bringt aber eine modernisierte Elektronik, ein modulares Sensorkopf-Konzept und erweiterte Schnittstellen mit.
Vibrationssensor zur Überwachung von Antrieben

16.05.2025 | Mit dem CMVT-M8T erweitert Turck sein Portfolio für Condition Monitoring um einen Vibrationssensor zur Zustandsüberwachung von Motoren, Pumpen und Lüftern. Das Gerät eignet sich für Anwendungen, bei denen die Hauptschwingungsrichtung senkrecht zur Rotationsachse verläuft.
Brandschutz für sichere Biomasse-Anlagen

20.11.2024 | Die effiziente Biomassenutzung erfordert Sicherheitsvorkehrungen in der Wärmeerzeugung aus Holz, Pflanzenresten oder Abfällen. Innovative Messumformer von Jumo ermöglichen eine zuverlässige Überwachung biochemischer Prozesse. Der Beitrag beschreibt eine Anwendung in einem schwedischen Fernheizwerk.
Temperatur Überwachung kritischer Bahn-Komponenten

15.10.2024 | Die Bahntechnik zählt schon lange zu den Fokusbranchen von Jumo. Temperatur-Messgeräte, Füllstandsmesser, Drucksensoren u. a. müssen den anspruchsvollen Bedingungen auf Schienen standhalten. EN 50155-konform arbeiten sie selbst bei Vibrationen, großen Temperatur-Schwankungen zuverlässig und präzise.
Kombinierter Vibrations-/Temperatur-Sensor mit IO-Link

24.04.2023 | Der robuste Vibrationssensor mit integrierter Temperaturerfassung CMVT von Turck eignet sich für Condition-Monitoring-Anwendungen und verhindert z. B. das eine Maschine durch eine Unwucht sich drehender Teile beschädigt wird.
Chronologie & Archiv
Die nachfolgenden Berichte dokumentieren die Entwicklungen der vergangenen Jahre (ab 2015).

10.12.2020 | Für einen Strömungsturbinen Teststand von Meeres- und Gezeitenströmungsanlagen hat Ephy-Mess einen Temperatur-Sensor mit Drehwertgeber und Taktgeber entwickelt. Mit ihm soll die Temperatur des Planetengetriebes und der Wälzlager an vier Messstellen ermittelt werden.
Die Herausforderung bei dieser Anwendung war die Befestigung der Temperatursensoren an den statischen Getriebeteilen mit ihrem 2 m Umfang. Schwierig gestaltet sich auch die Tatsache, dass die Messstellen von Öl umspült werden. Der Kunde bevorzugte statt einer Bohrung die Anbringung der Temperatursensoren per Schellen oder Kleber.
Allerdings wäre das Material für die Schellen bei diesem Gehäuseumfang beinahe teurer als der Temperatur-Sensor selbst. Außerdem wirken die eingesetzten Öle auf Elastomere und Lacke, welche in Klebstoffen und Vergussmassen der Temperatursensoren enthalten sind, sehr aggressiv.
Clevere Temperatursensor Anbringung
Ephy-Mess hat für diese Anwendung ein Kabelwiderstandsthermometer mit Metallhülse und verschiebbarer M8-Klemmverschraubung zur genauen Justage der Einbautiefe empfohlen. Mit dieser Auslegung konnte die Dichtigkeit von Bohrung und Temperatur-Sensor trotz einer Gewindebohrung im Getriebegehäuse sichergestellt werden. Der Wärmefühler entspricht der Schutzart IP67. Eine geschirmte Schlauchleitung in 4-Leiter Ausführung kompensiert den Kabelwiderstand der 15 m langen Anschlussleitung.
Mit dieser Temperatursensor-Konstruktion konnten die Verzahnungsgeometrie der abzutastenden Welle sichergestellt und sehr niedrige Wellendrehzahlen sicher erkannt werden. Bei den engen Platzverhältnisse in der Turbine wäre der normale Temperatursensor 2 mm zu lang und das Turbinengehäuse nicht mehr zu schließen gewesen. Dank Baukastenkonzept und der hauseigenen Gehäusefertigung ließ sich diese Anpassung in kürzester Zeit realisieren.
Die Elektronik des Taktgebers ist statt mit einem Gewindehülsengehäuse statt mit einem Flanschgehäuse ausgestattet. Die normalerweise axial abgehende Anschlussleitung wurde seitlich angelegt. Das spart mehr als 20 mm an Länge ein und erfüllt alle Anforderungen des Kunden.

20.05.2019 | Mit dem neuen STB-Sensor von Sontec können Wärmeerzeuger wie Heizkessel, Blockheizkraftwerke, Dampferzeuger, Kompressoren, Industrie-Anlagen und Küchengeräte wie Herde, Friteusen usw. vor Überhitzung geschützt werden. Der STB schaltet bei einer Temperaturerhöhung bzw. -überschreitung das Gerät sicher ab.
Der Hersteller ersetzt damit die marktgängige Lösung mit zwei separaten Sensoren durch eine Platinenlösung mit einem Doppel-Temperaturelement auf SMD-Basis, das in einer vergossenen, kundenspezifisch geformten Gehäusehülse integriert ist.
Der zum Patent angemeldete STB-Sensor kann wahlweise mit je zwei Pt100/0- und NTC-Elementen sowie mit einer NTC/Pt-Kombination ausgestattet werden. Die neuartige thermische Kopplung sorgt für höchste Zuverlässigkeit. Bei der NTC/Pt100-Version gelingt zudem die aufgrund der verschiedenen Temperaturdrifts der Elemente die Eigenüberwachung des Temperatursensors.
Technische Merkmale sind u.a. der kompakte Aufbau, die geringe Differenztemperatur bei schnellen Temperaturwechseln, die hohe Messgenauigkeit und der einfache elektrische Anschluss mittels Schneidklemmsteckverbinder oder Kabelanschluss.
Der STB-Sensor ersetzt mit seinem einfachen Aufbau kostenintensivere Systeme. Außerdem garantiert die maschinelle Positionierung der Elemente eine hohe Prozess-Stabilität. Der Sensor kann auch für einfache Temperaturmessungen verwendet werden und somit eine zusätzliche Messstelle einsparen.
16.02.2018 | Martin Leupold, Senior Product Manger Process Sensors, Baumer MDS GmbH, Stockach, zeigt auf, wie effizientes und flexibles Fluidmanagement mittels der „Flexflow“-Strömungs- und Temperatursensoren möglich wird. Der Vortrag wurde am 30. Januar 2018 anlässlich der Fachpressetage in Karlsruhe gehalten.

05.02.2017 | Balluff hat mit dem BTS jetzt einen neuen Infrarot-Temperatur-Sensor mit IO-Link-Schnittstelle und zwei Schaltausgängen entwickelt. Mit ihm lassen sich berührungslos und rückwirkungsfrei Temperaturen zwischen 250° und 1250 °C auch in unzugänglichen oder für Menschen gefährlichen Umgebungen überwachen, heiße Objekte auch in Bewegung detektieren und Temperaturwerte erfassen.
Das Pyrometer im robusten M30-Edelstahlgehäuse der Schutzart IP67 bietet erstmals in dieser Bauform eine Multifunktionsanzeige mit Klartextinformationen und automatischer Displayausrichtung wie bei einem Smartphone. Die IO-Link-Schnittstelle ermöglicht beispielsweise die Remote-Parametrierung des Sensors von der übergeordneten Steuerung oder einem Leitstand aus.
Eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten und Funktionen erschließen dem Anwender ein weites Anwendungsspektrum. Einsatzgebiete des Temperatursensors sind beispielsweise Gießereien, Schmieden, Stahlwerke, die Keramik-Industrie oder Glashütten.

20.02.2015 | Die berührungslos arbeitenden Temperatursensoren von Raytek ermitteln durch die Messung der Infrarotstrahlung höchst genau die Temperaturen von Werkstücken, Materialien und Produktionsanlagen auf der einen Seite und im Temperaturbereich von -50° bis 3000 °C auf der anderen. Die Geräte der Baureihe MI3 lassen sich flexibel in jede Anwendung integrieren. Mit nur 28 mm Länge und 14 mm Durchmesser ist der IP65-Messkopf das kleinste eigenständige Infrarot-Pyrometer der Welt.
Die Digitalisierung des Messsignals im Sensorkopf gewährleistet eine hohe Datenzuverlässigkeit. Die Technologie unterstützt automatisiertes Monitoring und Reporting und eignet sich auch zur Modernisierung traditioneller Messstellen.
Zur Einbindung in ein Netzwerk auf der Betriebs- und Steuerungsebene stehen Kommunikationsboxen zur Verfügung, die analoge Signale erzeugen bzw. Schnittstellen zu gängigen Feldbussen und Industrial-Ethernet-Systemen schaffen. An eine Box lassen sich bis zu acht Messköpfe anbinden. Derzeit bereitet Raytek die Markteinführung eines für explosionsgefährdete Umgebungen zertifizierten Miniaturpyrometers vor.
Quellenangabe: Dieser Beitrag basiert auf Informationen folgender Unternehmen: Balluff, Ephy-Mess, Jumo, optris, Raytek, STB, Turck.



