Feldbus | Vielfältige Netzwerktechnik

Feldbus Murrelektronik
Die IP67 Feldbusmodule MVK Pro und Impact67 Pro von Murrelektronik

Industrie 4.0 basiert in erster Linie auf der Kommunikation aller beteiligten Komponenten vom Temperaturfühler bis zur Prozessanlage. Der Feldbus verbindet sie alle mit der IT-Welt. Protokolle bestimmen, wer, wann, was kommunizieren darf und soll. Es gibt an die 50 verschiedenen Feldbusse, welche die Netzwerktechnik sehr vielfältig machen. Wir berichten hier über Produktneuheiten, Wartung und Anwendungen dieser Kommunikationssysteme.

Feldbus 2026 – Das Wichtigste in Kürze

Der Feldbus markiert 2026 die entscheidende Schnittstelle zwischen der physischen Maschinenwelt und der digitalen Datenverarbeitung. Während klassische, serielle Bussysteme zunehmend in den Hintergrund treten, auch wenn sie nicht aussterben, hat sich der moderne Feldbus auf Basis von Industrial Ethernet als universeller Standard etabliert. Er bildet das Nervensystem der Produktion, indem er Sensoren und Aktoren deterministisch mit der Steuerungsebene vernetzt.

Status Quo und technologischer Wandel

In der modernen Automatisierung ist der Feldbus kein isoliertes Protokoll mehr, sondern ein integraler Bestandteil einer durchgängigen Netzwerkarchitektur. Die Technologie hat sich 2026 weitgehend von proprietären Hardware-Grenzen befreit. Anstatt auf spezialisierte Insellösungen setzen Konstrukteure heute auf Systeme, die Echtzeitfähigkeit mit hoher Bandbreite vereinen. Damit ist der Feldbus heute in der Lage, neben reinen Prozessdaten auch komplexe Diagnose- und Konfigurationswerte ohne Zeitverlust zu transportieren.

Rolle in der vernetzten Produktion

Die zentrale Aufgabe des Feldbusses in der Sicherstellung von Interoperabilität und Datensicherheit (Cybersecurity). Als direkter Datenlieferant für digitale Zwillinge und KI-gestützte Analysetools muss der Feldbus Informationen herstellerübergreifend und manipulationssicher bereitstellen. Er fungiert nicht mehr nur als passiver Übertragungsweg, sondern als gehärtetes Glied in der Kommunikationskette, das die Integrität der Maschinendaten vom Entstehungsort bis in die übergeordneten Systeme garantiert.

Neuheiten und Innovationen

Welche Neuheiten die Branche hierfür entwickelt, zeigen wir Ihnen nachfolgend:

IP67-CAN-Rollenmotorsteuerung mit IO-Link-Master und 24/48 V

Motorrollensteuerung von Turck

28.02.2026 | Turck erweitert die TBEN-LL-4RMC-Serie um Varianten mit IO-Link-Master-Ports sowie einer wahlweisen 24/48 V Versorgung. Die IP67-Module steuern bis zu vier CANopen-basierte Motoren direkt im Feld und unterstützen neben Interroll auch Antriebsrollen von MTA und MPC.

Vom Sensor in die Cloud – Große Potentiale zu erschließen!

Karl-Heinz Richter Indu-Sol

03.12.2025 | In der Automatisierung wachsen OT- und IT-Welt immer stärker zusammen: Daten wandern vom Sensor bis in die Cloud, Produktionsnetzwerke werden komplexer und zugleich angreifbarer. Wir sprechen mit Karl-Heinz Richter, Indu-Sol darüber, wie sich stabile und sichere Infrastrukturen aufbauen lassen.

IO-Link-Portfolio um kompakten I/O-Hub erweitert

Turck Feldbus IO Link

04.09.2025 | Mit dem TBIL-EMN-16DXP stellt Turck einen neuen IO-Link Hub vor, der die kosteneffiziente Einbindung digitaler Signale in Standard-Applikationen ermöglicht. Das Modul bietet 16 universell nutzbare Ein- und Ausgänge.

Turck Multiprotokoll

26.08.2024 | Turck vereint jetzt die weltweit wichtigsten Ethernet-Protokolle in einer Lösung: Der Automatisierer erweitert die Multiprotokoll-Ethernet-Fähigkeiten seiner Block-I/O-Modulserien TBEN-S und TBEN-L um CC-Link IE Field Basic. 

Multifunktionale Feldbusmodule mit IO-Link

08.12.2023 | Murrelektronik erweitert sein IO-Link Portfolio um die zwei Feldbusmodule in IP76. Die „MVK Pro“ und „Impact67 Pro“ Feldbusmodule (Bild oben) bieten im robusten Gehäuse alle gängigen Protokolle oder feldbusunabhängige Nutzung, 4A Port-Ausgangsstrom und On-Board-Diagnose.

Die kompletten Neuentwicklungen haben acht multifunktionale Master-Ports und können dank L-kodierter M12-Steckverbinder auch hohe Ströme realisieren. Sie bedienen die Ethernet-Protokolle Profinet, Ethercat und Ethernet/IP. Über OPC UA, MQTT und JSON REST API ist die feldbusunabhängige Nutzung ebenfalls möglich mit dem bereits integrierten Standardized Master Interface (SMI).

Inklusive Spannung, Stromstärke & Temperatur

Die neuen Module generieren außer den reinen Prozessdaten (I/Os) zusätzlich Diagnosedaten wie Spannung, Stromstärke und Temperatur zu den jeweiligen Ports und dem gesamten Modul. Betreiber können damit Anomalien erkennen und über die Datenanalyse ihre Prozesse optimieren. Dank der IIOT-Protokolle ist dies standardisiert und steuerungsfrei möglich.

Dank der integrierten A/B-Ports lässt sich – egal ob IO-Link, DI, DO, DIO oder eine Kombination aus allem – an jedem Pin die Funktion frei parametrieren. Dank automatischer Umschaltung der Versorgungsspannung wird immer die richtige Spannungsversorgung genutzt. Devices mit hohem Energiebedarf bedient das Modul direkt und ohne Quereinspeisung. Kompakte M12-Powerleitungen sind besonders bis 16A pro Pin strombelastbar. Weiterschleifen der Stromversorgung über mehrere Module vereinfacht die Installation und reduziert die Kabelwege. Das Kunststoff- oder Metallgehäuse in Schutzart IP67 macht die Module besonders widerstandsfähig.

Safety Fieldbox für weitere Feldbussysteme

Schmersal Feldbox

24.08.2023 | Schmersal stellt zwei neue Varianten seiner Safety Fieldbox vor. Sie sind neben Profinet/Profisafe jetzt auch für die Bussysteme Ethernet/IP mit CIP Safety und Ethercat mit FSoE verfügbar. Der Konstrukteur kann nun die Sicherheitsfunktionen seiner Maschine unabhängig vom Feldbus projektieren.

Sonderform Industrial Ethernet

Eine technologische Sonderstellung nimmt das Industrial Ethernet ein, weswegen wir ihm einen eigenen Beitrag gewidmet haben.

Chronologie & Archiv

Die nachfolgenden Berichte dokumentieren den technologischen Fortschritt und die Entwicklungen der vergangenen Jahre (ab 2019).

SMC Feldbussystem
Feldbus EX600-W von SMC für drahtlose Kommunikation

21.10.2022 | Beim häufigen Wechsel von Werkzeugen wie Robotergreifern oder Schweißzangen an Roboterarmen erleichtert eine Wireless Verbindung zu den eingesetzten Einheiten deutlich den Arbeitsaufwand. Das drahtlose Feldbussystem EX600-W von SMC wurde für solche Einsatzfälle konzipiert. Mittels solch einem Fieldbus sind Werkzeuge Dank des schnellen Verbindungsaufbaus von 250 ms in kurzer Zeit gewechselt und wieder einsatzbereit.

Eine störfeste Übertragung wird gewährleistet dank Rückgriff auf das 2,4 GHz ISM Frequenzband. Die übertragenen Daten werden dabei verschlüsselt. Zum Einsatz kommt das Frequenzsprungverfahren mit 5 ms bei 79 verfügbaren Kanälen. Bestimmte Kanäle werden ausgeblendet. Mit diesen drei Maßnahmen gelingt eine sichere und störungsfreie Verbindung. 

Die Anbindung der EX600-W-Module an die übergeordnete Steuerung erfolgt über den herkömmlichen Weg an die SPS über eine stationäre Basiseinheit. Dabei werden die am weitesten verbreiteten Netzwerkprotokolle Ethernet/IP und Profinet unterstützt. Die wireless Feldbussysteme haben bis zu 1280 Ein- und Ausgänge. Je nach verwendetem Basismodul lassen sich bis zu 127 Remotemodule einbinden. Die Reichweite der Drahtlosverbindung bleibt über eine Strecke von 10 m stabil, sodass die Serie EX600-W auch für große Automationsanlagen bestens geeignet ist.

Das geringe Gewicht von nur 300 g sorgt für geringe zusätzliche Masse an beweglichen Achsen. Das dadurch erzeugte Trägheitsmoment verändert sich nur unwesentlich. Achsen können höher beschleunigt werden, woraus kürzere Zykluszeiten resultieren. Die Netto-Nutzlast an der tragenden Achse kann höher ausfallen. Nachträgliche Änderungen an der Hardware machen das Feldbusmoduld updatefähig. Das gestattet zusätzliche Skalierungseffekte.

SMC Feldbusmodul
Dank integriertem Profisafe Protokoll bietet dieses Feldbusmodul von SMC eine besonders hohe Maschinensicherheit.

20.10.2022 | Mit dem Feldbus der Serie EX260-FPS1 (Bild oben) bietet SMC eine Kommunikationslösung, mit der sich besonders hohe Standards in Sachen Maschinensicherheit erfüllen lassen. Durch den integrierten Sicherheitsausgang für Profisafe Protokolle kann auf eine separate Sicherheitsausgangseinheit verzichtet werden.

Zudem entfällt die Verdrahtung zwischen dem Feldbusmodul und dem Sicherheitsausgangsgerät. Damit spart der Anwender Platz und Hardwarekosten und er erfüllt mit dem Feldbusmodul die Sicherheitsstandards ISO 13849-1 PL e (höchster Performance-Level) und IEC 61508/IEC 62061 SIL 3 (zweithöchster Sicherheits-Integritätslevel). Eine besonders hohe Maschinensicherheit wird so realisiert.

wago1119
IP67 I/O Modul von Wago

06.11.2019 | Das neue I/O System Field in der Schutzart IP67 von Wago integriert schnelle, Ethernet-basierte Feldbusse wie Profinet, Technologien wie OPC UA oder Webserver und künftig auch MQTT als Kommunikationsprotokoll, zum Beispiel zur Anbindung an die Cloud. Zudem ist das System vorbereitet für TSN, die Schlüsseltechnologie für eine durchgängige, flexible, leistungsfähige und sichere Vernetzung.

Das I/O-System Field unterstützt alle wichtigen Ethernet-, Feldbus- und Industrial-IoT-Standards. Zur  optimalen Anpassung an die jeweilige Anwendung und Maschine sind verschiedene IP67-Gehäusevarianten verfügbar: vollvergossene Metallgehäuse für raue Umgebungen und zusätzlich leichte, unvergossene Kunststoffgehäuse mit geringer Masse für bewegte Anwendungen. Schmale Gehäusevarianten und seitliche Befestigungsmöglichkeiten schaffen weiteren Platz und bieten zusätzliche Schutzmöglichkeiten.

In Kombination mit IO-Link spielt das System seine Stärken als flexibler IO-Distributor beim Erfassen und Verteilen von Daten voll aus. Der Kommunikationsstandard ermöglicht einen nahtlosen Datenfluss von der Sensor- bis in die Steuerungsebene.

Der Anschluss der Sensoren und Aktoren erfolgt über weltweit verfügbare M8- und M12-Leitungen. Die Spannungsversorgung ist beim IO-System Field mit einem hochstromfähigen M12-Steckverbinder in L-Kodierung gelöst. Er ist kleiner und preiswerter als marktgängige Lösungen in 7/8 Zoll sowie M23 und in der Lage, bis zu 16 A zur Verfügung zu stellen. Dadurch kann mehr Leistung auf weniger Raum angeschlossen werden.

Microcontrol IO Modul
I/O Hutschienenmodul mit FD ready Funktion von Micro Control

13.03.2019 | Micro Control ist in MSR-basierten Märkten präsent und marktgestaltend in I/O Technologie, Schnittstellendefinition, Steuerungen sowie MSR in Heavy-Duty Umfeldern.

Mit den Lösungen des Anbieters lassen sich mitten im Prozess analoge Messsignale auf die Feldbus-Schnittstelle umsetzen. Nun präsentiert das Unternehmen mit der „µCAN.8.dio-Snap“ ein I/O Modul mit „FD ready“-Funktionalität. 

Das Hutschienenmodul kann in einem klassischen CAN/CAN open-Netzwerk oder wahlweise in einem CAN open FD-Netzwerk betrieben werden. Durch die FD ready Funktionalität kann der Betreiber selber das Modul jederzeit problemlos umschalten.  

Die bestehende Infrastruktur wird unverändert weiter genutzt, es sind keine zusätzlichen Investitionen erforderlich. Selbst installierte Kabel und Stecker müssen nicht verändert/ersetzt werden.

Die verfügbare Leistung durch CANopen FD erreicht bisher unvorstellbare, aber zukünftig zwingend notwendige Dimensionen. Gerade die technologischen Fortschritte in der Messtechnik verlangen bereits heute diese Leistungsparameter.

Quellenangabe: Dieser Beitrag basiert auf Informationen folgender Unternehmen: Indu-Sol, Micro Control, Murrelektronik, Schmersal, SMC, Turck, Wago.

Häufige Fragen

Autor
Angela Struck

Angela Struck

Chefredakteurin des developmentscouts und freie Journalistin sowie Geschäftsführerin der German Online Publisher GbR in Ried.

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