PEM Elektrolyseur mit IO-Link-Sensorik von Jumo

von FEST ist standardisiert, modular und skalierbar.
In Hünfeld-Michelsrombach wurde ein Wasserstoffprojekt mit Elektrolyseur, Wasserstofftankstelle und Trailer-Abfüllstation realisiert. Im PEM-Elektrolyseur von FEST überwachen Sensoren von Jumo zentrale Prozessgrößen wie Temperatur und Leitfähigkeit. IO-Link vereinfacht dabei Verdrahtung, Parametrierung, Diagnose und Wartung.
Grüne erneuerbare Energie aus Hünfeld-Michelsrombach

Tankstelle.
Grüner Wasserstoff gewinnt als Energieträger für Industrie, Mobilität und Energieversorgung weiter an Bedeutung. Er entsteht, wenn Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Ein entsprechendes Projekt wurde in Hünfeld-Michelsrombach umgesetzt, nur rund 10,5 km Luftlinie vom Jumo-Hauptsitz in Fulda entfernt.
Die Anlage kombiniert mehrere Bausteine: Lokale Erneuerbare-Energien-Anlagen liefern den Strom, der Elektrolyseur produziert Wasserstoff, die Tankstelle ermöglicht die Nutzung vor Ort und eine Trailer-Abfüllstation stellt die Versorgung weiterer Abnehmer sicher. Damit verbindet das Projekt Wasserstofferzeugung, Speicherung, Betankung und Distribution an einem Standort.
PEM Elektrolyseur von FEST
Der PEM Elektrolyseur stammt von der FEST GmbH aus Goslar. Das Unternehmen entwickelt und realisiert containerisierte PEM Elektrolyseur, die effizient, sicher und flexibel einsetzbar sind. PEM steht für Polymerelektrolytmembran. In diesen Anlagen trennt eine Membran die Reaktionsräume und ermöglicht die elektrochemische Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff.
Die modular aufgebauten Anlagen lassen sich an unterschiedliche Standortbedingungen und Produktionsmengen anpassen. Dadurch eignen sie sich sowohl für Pilotanlagen als auch für größere Wasserstoff-Hubs. Neben der Elektrolysetechnik bringt FEST Erfahrung in Planung, Umsetzung und Betreuung komplexer Wasserstoffprojekte ein.
Im Wasserstoffprojekt Hünfeld-Michelsrombach bildet der PEM Elektrolyseur das zentrale Element der Erzeugung. Damit aus erneuerbarem Strom zuverlässig grüner Wasserstoff entsteht, müssen die Prozessbedingungen kontinuierlich überwacht und stabil gehalten werden.
Präzise Messwerte für den Elektrolyseprozess

Die Elektrolyse ist ein sensibler Prozess. Temperatur, Leitfähigkeit und weitere Messgrößen beeinflussen Effizienz, Betriebssicherheit und Anlagenverfügbarkeit. Bereits kleinere Abweichungen können die Leistung der Elektrolysezellen beeinträchtigen oder unerwünschte Prozesszustände begünstigen.
Die Temperaturmessung stellt sicher, dass die Elektrolysezellen im vorgesehenen Betriebsbereich arbeiten. Sie schützt vor Überhitzung und unterstützt einen stabilen Wirkungsgrad. Die Leitfähigkeitsmessung dient der Kontrolle der Elektrolytqualität. Sie hilft, Veränderungen im Medium, Ablagerungen oder Störungen frühzeitig zu erkennen.
Für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb eines PEM Elektrolyseurs sind daher stabile, genaue und nachvollziehbare Messwerte erforderlich. Die Sensorik übernimmt nicht nur die reine Messwertaufnahme, sondern liefert die Grundlage für Prozessführung, Diagnose und Wartung.
IO-Link vereinfacht Planung und Inbetriebnahme
Die im Projekt eingesetzten Jumo-Sensoren kommunizieren über IO-Link. Die digitale Schnittstelle zeigt ihre Vorteile bereits in der Planungs- und Inbetriebnahme-Phase. Statt aufwendiger Verdrahtungen mit getrennten Leitungen für Energieversorgung und Signale werden standardisierte M12-Steckverbindern genutzt. Über diese Verbindung laufen sowohl Versorgung als auch digitale Messwertübertragung.
Je nach Anlagenaufbau kann der Verdrahtungsaufwand dadurch deutlich sinken. Im Originalprojekt wird eine Reduzierung um bis zu 50 % genannt. Gleichzeitig lassen sich Sensoren zentral parametrieren. Konfigurationen können gespeichert und bei Bedarf auf weitere Geräte übertragen werden. Das erleichtert die Integration in die Steuerungsumgebung und beschleunigt Anpassungen oder Erweiterungen.
Auch beim Geräteaustausch reduziert IO-Link mögliche Fehlerquellen. Wird ein Sensor ersetzt, können gespeicherte Parameter auf das neue Gerät übertragen werden. Dadurch entfällt eine manuelle Neueinstellung direkt am Sensor.
Diagnosedaten für Betrieb und Service
Im laufenden Betrieb übertragen die Sensoren neben Prozesswerten auch Diagnosedaten. Betreiber und Servicetechniker können dadurch Abweichungen früher erkennen und gezielter bewerten. Das unterstützt die Prozesssicherheit und hilft, Stillstandszeiten zu reduzieren.
Auch Fernzugriff und Fernwartung profitieren von der digitalen Kommunikation. Sensorinformationen können aus der Steuerungs- oder Leitebene ausgelesen werden, ohne dass ein Techniker unmittelbar an der Anlage arbeiten muss. Gerade bei Wasserstoffanlagen mit hohen Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Dokumentation ist dieser Zugriff auf Geräteinformationen ein wichtiger Bestandteil der Anlagenführung.
Der PEM Elektrolyseur in Hünfeld-Michelsrombach zeigt damit, wie Wasserstofftechnik, präzise Prozesssensorik und digitale Kommunikation zusammenwirken. FEST stellt die Elektrolysetechnik bereit, Jumo liefert die Messtechnik mit IO-Link-Anbindung. Gemeinsam entsteht eine Lösung, die grünen Wasserstoff effizient erzeugt und den Betrieb der Anlage transparent überwacht.
