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Glasfasertechnik schützt Fledermäuse vor Windrädern

Fledermausschutz Glasfasertechnik eks Engel
Switche und Medienkonverter von EKS Engel zum Fledermausschutz unter Windrädern (Bild: developmentscout & Dall·E)

Fledermäuse gleiten in den Nächten gezielt in die Aufwinde rund um Windenergieanlagen, um Flugenergie zu sparen – geraten dabei aber in einen Bereich, in dem die Rotoren für die geschützten Tiere lebensgefährlich werden. Um diesen Konflikt zu entschärfen und den Fledermausschutz zu verbessern, hat das mittelfränkische Unternehmen Fleximaus eine intelligente Abschaltanlage für Windkraftanlagen entwickelt, die auf Switche und Medienkonverter des Glasfaserspezialisten EKS Engel setzt.

Abschaltautomatik von Fleximaus

Die Fleximaus GmbH aus Schillingsfürst im mittelfränkischen Raum hat eine intelligente Abschaltautomatik für Windenergieanlagen realisiert, die aktiv zum Fledermausschutz beiträgt. Auf Basis von Umweltparametern wie Außentemperatur, Windgeschwindigkeit und Regenintensität ermittelt das System die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fledermäuse im Gefahrenbereich der Rotoren aufhalten – und stoppt die Anlage im Zweifel automatisch.

Sinkt das Risiko, sorgt ein integrierter Optimierungsalgorithmus dafür, dass die Rotoren schnell wieder anlaufen und die Stromproduktion fortgesetzt wird. Voraussetzung für diese zuverlässige und ausfallsichere Funktion ist eine robuste Glasfasertechnik, für die Fleximaus auf Komponenten von EKS Engel aus Wenden setzt.

Kompakter unmanaged Medienkonverter

eks Medienkonverter
Medienkonverter von EKS Engel

Die zentrale Steuerung der Fleximaus-Lösung befindet sich im Netzverknüpfungspunkt, also dort, wo der Windpark an das öffentliche Stromnetz angebunden ist. Von hier aus ist sie per Lichtwellenleiter mit dem Windparkserver verbunden, der die relevanten Umweltdaten an das System übermittelt. Zusätzlich werden eigene Sensoren eingebunden, etwa für Temperatur, Wind und Niederschlag. Diese sind in der Regel in drei bis vier Metern Höhe montiert, teilweise aber auch direkt in der Gondel der Windenergieanlage – entsprechend knapp ist der verfügbare Einbauraum.

Aus diesem Grund setzt Fleximaus auf den besonders kompakten unmanaged Medienkonverter EL-100-XS von eks Engel. Er wandelt die elektrischen Signale der Sensorik in optische Signale für die Übertragung über Lichtwellenleiter. Die flache Bauform mit seitlichen Anschlussklemmen erleichtert die Montage in engen Schaltschränken. Der Medienkonverter für 10/100 Mbit/s unterstützt Kunststoff-, HCS-, Multimode- und Singlemode-LWL und bietet mit Auto-Negotiation, MDI/MDI-X und einem erweiterten Temperaturbereich zusätzliche Flexibilität im rauen Einsatzumfeld von Windenergieanlagen.

Switche sichern Kommunikation im Windpark

Kommunikationstechnik für Fleximaus
Kommunikationstechnik für den Fledermausschutz von Fleximaus

Für die interne Datenkommunikation setzt Fleximaus auf mehrere Ethernet-Switche von EKS Engel: Zum Einsatz kommen die unmanaged Varianten EL-100-4 und AMG350 sowie der managed Switch EL-1000-4GM. Die Glasfasertechnik Geräte der Baureihe EL-100-4 sind nur etwa drei Zentimeter breit und stehen wahlweise mit acht Twisted-Pair-Ports (10/100 BASE-TX) oder in Ausführungen mit zusätzlichen optischen Ports (100 BASE-FX) zur Verfügung. Dank Schnittstellen für Singlemode-, Multimode- und HCS-Fasern sowie POF-Lichtwellenleiter lassen sich Distanzen von bis zu 30 km überbrücken – ideal für größere Windparks mit verteilten Stationen.

Der unmanaged Switch AMG350 ist ebenfalls in einem kompakten Gehäuse für Hutschienen- oder Wandmontage untergebracht. Zwei redundante Stromeingänge und ein Fehler-Alarmrelais erhöhen die Ausfallsicherheit und stellen sicher, dass die Netzwerkinfrastruktur auch unter rauen Einsatzbedingungen zuverlässig arbeitet – eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Fledermaus-Schutzfunktion jederzeit verfügbar bleibt.

Die ebenfalls nur rund drei Zentimeter schmalen 8- und 10-Port-Switche der Serie EL-1000-4GM bringen zusätzliche Intelligenz ins Netz: Sie unterstützen Profinet und sind bereits für Time-Sensitive Networking (TSN) vorbereitet. Mit den managed Gigabit-Switchen lassen sich Übertragungsstrecken von bis zu 100 km realisieren – ein Pluspunkt für weitläufige Windparks.

Der erweiterte Temperaturbereich von -40 bis +70 °C sowie die Schutzart IP20 machen die Glasfasertechnik robust gegenüber rauen Umgebungsbedingungen. Über die selbsterklärende Weboberfläche können sie ohne tiefgehendes IT-Know-how parametrisiert werden. Im laufenden Betrieb liefern die Switche Statusinformationen zu Ports, Gerätetemperatur, Versorgungsspannung und den angeschlossenen Glasfaserstrecken – wichtige Daten, um die Verfügbarkeit der Kommunikation und damit auch den Fledermausschutz im Blick zu behalten.

Hoher Energieertrag trotz Fledermausschutz

In der Kombination aus Switchen und Medienkonvertern von EKS Engel hat Fleximaus eine stabile Basis für seinen Fledermausschutz in Windenergieanlagen gefunden. Die Glasfasertechnik sorgt für eine zuverlässige Kommunikation zwischen Sensorik, Steuerung und Parkleitsystem – so lassen sich Fledermäuse wirksam schützen, ohne den Energieertrag der Anlagen stärker als nötig zu begrenzen.

Autor
Dr. Jörg Lantzsch

Dr. Jörg Lantzsch

Fachjournalist und Inhaber der Angentur Dr. Lantzsch in Wiesbaden.

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