Flexible Solarmodule | Rotierende Solarpanel u. a. Photovoltaik

Tsubaki Solarmodule
Der Sonne entgegen rotieren die Solarmodule über langlebige Kettenantriebe von Tsubaki.

Solarmodule und Photovoltaikanlagen haben im ersten Quartal 2024 lt. statistischem Bundesamt circa 8,1 Mrd. kWh Strom aus Sonnenenergie ins Netz gespeist. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg von 21 %. Die Technik wird dabei immer ausgereifter: Rotierende Solarpanel mit langlebigen Antriebsketten optimieren die Ausbeute. Flexible Solar Module und mit biegsamen Photovoltaik Zellen sowie neuartige Agrivoltaik sind im Kommen. 

Solarmodul und Photovoltaik 2026 – Das Wichtigste in Kürze

Die Photovoltaik (PV) hat sich bis 2026 zur tragenden Säule der industriellen Eigenstromversorgung entwickelt. Der Fokus liegt nicht mehr allein auf der Installation von Standardmodulen, sondern auf der Maximierung des Ertrags pro Quadratfläche durch bahnbrechende Zelltechnologien. PV-Module fungieren heute als hochintegrierte Komponenten innerhalb eines smarten Energienetzes, das Erzeugung, Speicherung und Verbrauch in Echtzeit synchronisiert.

Technologische Sprünge: Tandemzellen und Bifazialität

Heute markieren Perowskit-Silizium-Tandemzellen den neuen Stand der Technik, da sie Wirkungsgrade jenseits der 30 % Marke in die industrielle Serienfertigung bringen. Während die klassische Silizium-PV an ihre physikalischen Grenzen stößt, nutzen Tandemmodule ein breiteres Spektrum des Sonnenlichts. Parallel dazu sind bifaziale Glas-Glas-Module zum Standard für Freiflächen und Flachdächer geworden, da sie durch die Nutzung der Albedo-Strahlung den spezifischen Ertrag massiv steigern, indem sie Licht von beiden Seiten nutzen können. In der Architektur ermöglichen in Gebäude integrierte Photovoltaikanlagen (BIPV) durch farbige, ästhetische und flexible Dünnschichtmodule eine energetische Aktivierung von Fassadenflächen, die zuvor ungenutzt blieben.

Smart Solar: KI-Steuerung und zirkuläres Design

Photovoltaik ist heute untrennbar mit KI-basiertem Energiemanagement verbunden. Algorithmen prognostizieren Erzeugungsspitzen und steuern den Eigenverbrauch sowie die Beladung von Batteriespeichern oder die Wasserstoff-Elektrolyse autonom.

In Sachen Nachhaltigkeit ist das Eco-Design ein zentrales Thema. Moderne Module sind auf maximale Kreislauffähigkeit ausgelegt, wobei der Einsatz von Blei und Silber durch innovative Kontaktierungsverfahren drastisch reduziert wurde. Integrierte Sensorik auf Modulebene erlaubt ein präzises Monitoring und optimiert die Wartung. Mittels KI-gestützter Drohnen-Thermografie werden Defekte wie Hotspots oder Mikrorisse frühzeitig erkannt, bevor sie zu signifikanten Ertragseinbußen führen.

Neuheiten und Innovationen

Informieren Sie sich über die neuen Systeme und Innovationen am Markt und in der Forschung:

Rekordwirkungsgrade für Tandem Photovoltaik-Module

Tandem Photovoltaik Fraunhofer
Dr. Laura Stevens, Projektleiterin, zeigt eines der III-V-Germanium-PV-Module mit 34,2 % Rekordeffizienz. (r.) Leonhard Böck, Projektmitarbeiter

16.03.2026 | Das Fraunhofer ISE hat zwei Tandem-Photovoltaikmodule aufgebaut, die in ihren jeweiligen Technologiekategorien neue Bestwerte erreichen. Im Zentrum steht dabei der Ansatz, mehrere Halbleiter in einer Mehrfachzelle zu kombinieren, um die Umwandlungsverluste klassischer Einfachsolarzellen weiter zu reduzieren. Technischer Hintergrund: Reine Silizium-Solarzellen stoßen an ein physikalisches Effizienzlimit von 29,4 %, während kommerzielle Module bereits Wirkungsgrade um 24 % erreichen. Um darüber hinauszukommen, rückt Tandem-Photovoltaik in den Fokus.

Der höchste gemeldete Modulwirkungsgrad stammt aus einem III-V-Germanium-Tandemmodul, das bei 833 cm² Modulfläche 34,2 % Wirkungsgrad erreicht. Das Modul basiert auf dreifach III-V-Germanium-Solarzellen, die der Projektpartner Azur Space Solar Power für die neue Modultechnologie weiterentwickelt hat. Dafür wurde die Dreifachzell-Technologie auf das terrestrische Sonnenspektrum angepasst, sodass sie in vergleichbaren Stückzahlen und auf denselben Waferformaten wie Weltraumsolarzellen hergestellt werden kann.

Stochastische Oberflächenstruktur minimiert Reflexionsverluste

Zusätzlich wurde die optische Kopplung an der Glasoberfläche verbessert: Die Temicon GmbH übertrug per Nanoimprint eine stochastische Oberflächenstruktur auf das Glas, um Reflexionsverluste an dieser Grenzfläche zu minimieren und den Modulwirkungsgrad weiter zu erhöhen.

Parallel dazu entstand im Forschungsprojekt „Mod30plus“ ein III-V-Silizium-Tandemmodul mit 31,3 % Wirkungsgrad bei einer Modulfläche von 218 cm². Fraunhofer ISE realisierte dafür erstmals eine Kleinserienproduktion der Solarzellen am Institut und passte sie auf eine Verschaltung mit Schindeltechnologien an. Ziel dieser Linie ist, die Vorteile einer etablierten und kostengünstigen Siliziumbasis mit der Leistungsfähigkeit von III-V-Topzellen zu kombinieren und damit hohe Wirkungsgrade in ein Modulformat zu übertragen.

Aus Sicht des Instituts adressieren beide Technologien unterschiedliche Anforderungen in der Anwendung. III-V auf Silizium gilt als kostenorientierte Tandemvariante auf Basis einer etablierten Plattform, während III-V auf Germanium als effizientere Technologie positioniert wird. Gemeinsam zielen beide Konzepte auf integrierte PV-Anwendungen, bei denen Fläche begrenzt ist und der Wirkungsgrad pro Quadratmeter stärker zählt als bei klassischen Freiflächenanlagen.

Fraunhofer ISE ordnet Tandem-Photovoltaik entsprechend als eines der dynamischsten Entwicklungsfelder in der Solarforschung ein, weil sich hier der Schritt von Zellrekorden hin zu skalierbaren Modulkonzepten zunehmend konkretisiert.

Mittelspannung spart 20/75/30 % in PV-Großkraftwerken

Fraunhofer ISE Mittelspannung PV anlage
Das Fraunhofer Forschungsprojekt „Seven“ hat das Ziel, den Material- und Kostendruck im Photovoltaik-Ausbau zu senken.

22.12.2025 | Für das Erreichen der Energiewende-Ziele müssen in Deutschland bis 2045 rund 400 GWp Photovoltaik-Leistung installiert werden. Der massive Ausbau geht mit einem stark steigenden Bedarf an Rohstoffen wie Aluminium, Kupfer und Stahl einher. Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt Seven am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, wie sich materialintensive Komponenten in PV-Großkraftwerken durch den Einsatz von Mittelspannungstechnik effizienter und kostengünstiger auslegen lassen.

Während die Preise für PV-Module in den vergangenen zehn Jahren deutlich gefallen sind, gewinnen die sogenannten Balance-of-System-Kosten zunehmend an Bedeutung. Dazu zählen u. a. WechselrichterVerkabelung, DC- und AC-Verteiler sowie der Netzanschluss. Mit steigenden Rohstoffpreisen wächst ihr Anteil an den Gesamtkosten von Photovoltaik-Kraftwerken weiter.

„Genau hier setzt das Projekt an“, kommentiert Andreas Hensel, Gruppenleiter Hochleistungselektronik und Systemtechnik am Fraunhofer ISE. „Wir wollen ein ganzheitliches und zukunftsfähiges Konzept für große PV-Kraftwerke entwickeln, das sowohl die Stromgestehungskosten optimiert als auch die Ressourceneffizienz im Kraftwerk erhöht. Dabei betrachten wir das Gesamtsystem vom PV-Modul-Strang bis zum Netzanschluss inklusive aller wichtigen Komponenten“.

Einsparpotenziale durch höhere Systemspannungen

Im Rahmen von Seven wird ein Gesamtkonzept für PV-Kraftwerke mit Leistungen oberhalb von 5 MW untersucht. Im Vergleich zu heutigen Anlagen, die meist mit AC-Systemspannungen zwischen 400 und 880 V arbeiten, wird eine Anhebung auf Mittelspannungsebenen oberhalb von 1000 V betrachtet. Die höhere Spannung senkt die Ströme und ermöglicht dadurch kleinere Kabelquerschnitte mit direkten Effekten auf Materialbedarf und Installationsaufwand. Gleichzeitig lässt sich die Leistung einzelner Subsysteme erhöhen. Das reduziert bei gleicher Kraftwerksgröße die Anzahl von Transformatoren und Schaltanlagen.

Die Forschenden analysieren unterschiedliche Systemtopologien und Spannungsebenen und vergleichen diese hinsichtlich Effizienz, Kosten und Ressourceneinsatz. Auf Basis des herausgearbeiteten Konzepts entstehen Demonstratoren für einen Wechselrichter sowie einen aktiven Strangsammler, die anschließend im Labor erprobt werden.

Konkrete Ziele

Zu den quantifizierten Projektzielen zählen unter anderem Materialeinsparungen von 20 % bei Kühlkörpern, 75 % bei Kabeln sowie 30 % bei Kupfer und Ferrit in Wickelgütern. Zusätzlich untersuchen die Projektpartner Einsparpotenziale bei Schutz- und Schaltelementen. In der Summe sollen diese Maßnahmen zu niedrigeren Stromgestehungskosten beitragen. Parallel dazu werden DC-seitige Integrationskonzepte für PV-Hybridkraftwerke sowie zusätzliche Analysefunktionen im Strangsammler erforscht.

Kompaktes Glas-Glas-Modul für komplexe Dächer

XS Panel Solarwatt
Mit den neuen XS-Modulen lassen sich auch komplizierte Dachflächen optimal nutzen.

22.05.2025 | Solarwatt erweitert sein „Vision“-Portfolio um ein kompaktes PV-Modul, welches besser auf verwinkelte und kleinteilige Dachflächen passt. Das Vision XS 5.0 style nutzt TOP Con-Zelltechnologie und ist als bifaziales Halbzellen-Glas-Glas-Modul ausgeführt. Mit 260 Wp Leistung, einem Gewicht von knapp 16 kg und einer Modulfläche von 1,18 m² ist es laut Hersteller rund 40 % kleiner als ein Standardmodul bei vergleichbarer Leistung pro m².

Auf Dachflächen mit vielen Unterbrechungen, Gauben oder ungünstigen Rastermaßen soll sich damit die installierbare Generatorleistung erhöhen. Solarwatt nennt in einem Praxisbeispiel bis zu 30 % mehr kWp gegenüber einer Belegung mit Standardformaten.

Leichter, kleiner und langlebig

Technisch ordnet Solarwatt das XS-Modul als Variante der bekannten Panel-Familie mit reduziertem Gewicht und kleineren Abmessungen ein. Es wird eine Produktgarantie von 30 Jahren garantiert. Nach Ablauf dieser Zeitspanne sollen die Module noch immer mehr als 90 % ihrer ursprünglichen Modulleistung erreichen. Durch die kompakte Bauweise sollen die Module zudem höhere Auflasten und Soglasten aufnehmen können als viele Standardformate.

Entwickelt wurde das XS-Format nach Angaben des Herstellers auch als Reaktion auf Rückmeldungen aus dem Installationsumfeld. Hintergrund sei der Trend zu immer größeren Modulen, die häufig für Freiflächenanlagen optimiert sind, bei komplexen Dachgeometrien aber an Grenzen stoßen. Solarwatt positioniert das Modul deshalb für Eigenheim- und Gewerbeanwendungen. Die XS-Module lassen sich nach Herstellerangabe problemlos mit Standardmodulen in einem String kombinieren, was die Planung bei gemischten Dachbereichen erleichtert.

Mobile Agrivoltaik Anlage in Betrieb genommen

Fraunhofer Agrivoltaik
Die ersten mobile Agrivoltaik-Anlage wurde über jungen Weinreben installiert. Die Solaranlage wurde von der Hochschule Geisenheim, dem Fraunhofer ISE und SBP Sonne entwickelt.

19.11.2024 | Die Hochschule Geisenheim hat eine neue mobile Agri-Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt Viticult PV-mobil kombiniert auf landwirtschaftlichen Flächen Weinbau und Solarstromerzeugung in einer modularen, leicht aufstellbaren Struktur.

19.11.2024 | Die Hochschule Geisenheim hat eine neue mobile Agri-Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt Viticult PV-mobil kombiniert auf landwirtschaftlichen Flächen Weinbau und Solarstromerzeugung in einer modularen, leicht aufstellbaren Struktur.

Die Anlage zeichnet sich durch einen unkomplizierten Aufbau über neue Rebpflanzungen aus. Die Solarmodule bieten nicht nur schattenspendenden Schutz, sondern lassen sich bei starkem Wind automatisch in ein Schutzgehäuse zurückziehen. Diese Konstruktion erleichtert den Betrieb erheblich und ist speziell für den Schutz von Jungpflanzen konzipiert, die in trockenen und heißen Jahren Unterstützung benötigen. Dank der flexiblen Leichtbauweise kann die Anlage problemlos zwischen verschiedenen Jungpflanzenfeldern umgesetzt werden.

Am Projekt arbeiten drei Institutionen zusammen: die Hochschule Geisenheim University (HGU), das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und die SBP Sonne GmbH. Während das Fraunhofer ISE die Idee der Agri-PV-Anlage maßgeblich geprägt hat, steuert SBP Sonne ihr Know-how in der technischen Planung und Konstruktion bei. Die HGU verbindet wissenschaftliche Grundlagenforschung im Weinbau mit praxisnahen Studien.

Gefördert wird Viticult PV-mobil als Teil der BMBF-Initiative KMU-innovativ, die Projekte zur Energieeffizienz und Klimaschutz unterstützt. Ziel ist es, innovative Lösungen für klimaresiliente Landwirtschaft, Energiewende und Pflanzenschutz zu entwickeln, um nachhaltige Kulturlandschaften zu fördern.

Effizienteste Solarzelle der Welt mit 47,6 % Wirkungsgrad

Fraunhofer Solarzelle
Mithilfe einer neuen Antireflexbeschichtung ist es gelungen, die Effizienz der bisher besten Vierfachsolarzelle noch einmal zu erhöhen.

30.08.2022 | Dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE ist es mit einer neuen Antireflexbeschichtung gelungen, die Effizienz der bisher besten Vierfachsolarzelle von 46,1 auf 47,6 % bei 665-facher Sonnenkonzentration noch einmal zu erhöhen.

Im Rahmen des durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz BMWK geförderten Projekt 50 Prozent soll erstmals eine Solarzelle mit 50 % Wirkungsgrad entstehen. Dazu wird jede Schicht der komplexen Mehrfachsolarzellen optimiert. Es werden prozesstechnologische Verbesserungen an den Metallkontakten und verbesserte Antireflexionsschichten eingebaut. Mit der neuesten Solarzelle und ihrem Wirkungsgrad von 47,6 % unter konzentriertem Sonnenlicht gelang ein Durchbruch.

Die Schichtstruktur der neuen Solarzelle wurden bereits 2016 zusammen mit der Soitec AG entwickelt. Es handelt sich hierbei um eine obere Tandemsolarzelle aus Gallium-Indium-Phosphid (GaInP) und Aluminium-Gallium-Arsenid (AlGaAs). Sie wurde von Soitec auf eine untere Tandemsolarzelle aus Gallium-Indium-Arsenid-Phosphid (GaInAsP) und Gallium-Indium-Arsenid (GaInAs) gebondet.

Die Solarzellenschichten wurden jetzt beim Fraunhofer ISE mit verbesserten Kontaktschichten und einer 4-lagigen Antireflexionsschicht versehen. Hierdurch sinken Widerstandsverluste sowie die Reflexion an der Vorderseite der Zelle, die in einem breiten Spektralbereich von 300 bis 1780 nm empfindlich ist. Herkömmliche Solarzellen aus Silicium absorbieren das Sonnenlicht nur bis zu einer Wellenlänge von 1200 nm. Sie benötigen damit keine breitbandige Entspiegelung.

Mehrfachsolarzellen aus III-V-Verbindungshalbleitern gehören seit jeher zu den effizientesten Solarzellen der Welt. Sie entfalten ihr höchstes Potenzial, wenn das Sonnenlicht zusätzlich durch Linsen auf wenige Quadratmillimeter kleine Bauelemente gebündelt wird. Zu den Anwendungsmöglichkeiten solcher höchsteffizienten Tandemsolarzellen gehören Konzentrator-Photovoltaik-Systeme, die in sonnenreichen Ländern zur effizienten Energieerzeugung beitragen.

Mit der Tandemphotovoltaik sei es laut Prof. Dr. Stefan Glunz, Bereichsleiter Photovoltaik Forschung möglich, die Grenzen von Einfachsolarzellen hinter sich zu lassen und damit eine Senkung der Solarstromkosten zu erreichen.

Korrosionsbeständige Ketten für großformatige Solarmodule in Spanien

18.08.2022 | Während die rotierenden Solarmodule eines spanischen Herstellers der Sonneneinstrahlung folgen, werden sie von einem Antrieb bewegt. Dieser war bislang mit einer leistungsschwachen Antriebskette ausgestattet. Nach einem Austausch der Standardkette durch eine korrosionsbeständige Kette mit langer Lebensdauer von Tsubaki fiel der häufige Kettentausch weg und die kostspielige Wartung konnte reduziert werden.

Spanien hat sich bei der Entwicklung und beim Einsatz von Photovoltaik Technik als Erneuerbare Energiequelle als führend erwiesen. Als Pionier auf diesem Gebiet verlor das Land aber in den Jahren nach dem Millennium etwas an Dynamik, weil die weltweite Finanzkrise 2008 zu einer hohen Solarsteuer auf bestehende und neue Anlagen geführt hat.

Danach ist der Beitrag Erneuerbarer Energien zum nationalen Energiemix in Spanien wieder stark gestiegen. Laut der der Internationalen Energieagentur hat das Land mit 38 % im Jahr 2019 und mit 44 % im Jahr 2020 seinen Gesamtbeitrag aus Erneuerbaren Energien gesteigert. Ein Großteil von Spaniens Erneuerbaren Energiemix stammt aus Solarenergie mit Solaranlage und Photovoltaikanlage.

Drehendes Solarmodul sorgt für maximale Ausbeute

Tsubaki Solarmodul
Die Neptune Ketten von Tsubaki wurden für raue Umgebungen konzipiert wie sie in diesem spanischen Solar Park zu finden ist.

Ein führender Solarmodul Hersteller in Spanien produziert großformatige Photovoltaik Module für kommerzielle Solar Parks. Die Die Solar Paneele werden in Reihen auf Feldern und an Hängen installiert, die zu Bebauung oder landwirtschaftlichen Anbau ungeeignet sind. Für die optimale Kapazität der Solar Energieerzeugung ist jedes Solarmodul Panel auf einem Sockel montiert. Die Sockel  sind mit einem Antriebssystem ausgestattet, welches sich langsam den ganzen Tag über dreht und so die Photovoltaikanlage direkt in die Sonne richtet.

Der Antriebsmotor arbeitet über einen Kettenmechanismus. Weil die ursprünglich  eingesetzte Antriebskette schnell durch Regen, Tau und Luftfeuchtigkeit korrodierte, ergaben sich kostspielige Wartungsarbeiten. Auch die kurze Lebensdauer der Kette führte zum häufigen Tausch.

Die Experten von Tsubaki empfahlen folgende Lösung für dieses Problem. Die Standardketten wurden durch Qualitätsketten aus der „Neptune“ Reihe ersetzt. Diese eignen sich bestens für die raue Umgebung von der Solar Module, verfügen über eine hohe Zugfestigkeit und sind mit einer korrosionsbeständigen Spezialbeschichtung versehen.

Keine Korrosion dank zweistufiger Beschichtung

Eine zweistufige Beschichtung schützt die Grundkette zuverlässig vor korrosiven Umgebungen. Das Außen- oder Deckschichtharz bewahrt die Neptune Kette vor physikalischen Einflüssen. Eine zweite Schicht darunter verhindert ein korrodieren der Kette. Damit jede Komponente vollständig beschichtet ist, werden sie vor der Kettenmontage bei Umgebungstemperatur beschichtet. So wird das Metall nicht durch Hitze beeinflusst. Die Neptune-Ketten sind für den Outdoor Einsatz, feuchte Umgebungen und Washdown Anwendungen konzipiert. Schon bei einem ersten Versuch haben sie viel länger gehalten als die Originalkette. Aufgrund der höheren Festigkeit dehnen sie sich weniger. 

Flexible Solarmodule für neue Photovoltaik Anwendungen

Fraunhofer flexible Solarmodule
Flexible Solarmodule von der Rolle sind mit einem neuen Herstellungsverfahren von Fraunhofer möglich.

02.12.2020 | Flexible Solarmodule von der Rolle haben die Forscher von Fraunhofer EMFT und ISE im Visier. Im gemeinsamen Projekt LEO erarbeiten sie ein neues Herstellungsverfahren für Leiterplatten, mit denen sich biegsame Solarzellen realisieren lassen. Laut Ixchen Elias Ilosvay ist Photovoltaik essitentiell für die Energiewende. „Das Potenzial ist aber längst nicht ausgeschöpft“, sagt die Wissenschaftlerin am Fraunhofer Institut für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT.

Um die Entwicklung von effizienteren Solarmodulen mit neuen Eigenschaften wie mechanischer Flexibilität und optischer Transparenz voranzutreiben, sind neue Herstellungsverfahren gefragt. Einen viel versprechenden Ansatz verfolgen Forschende der Fraunhofer EMFT und des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ISE im Projekt LEO, welches die Plattform-Technologie zur ressourcenschonenden Fertigung von Leiterbahnen auf großflächigen mit Elektronik bestückten Oberflächen zum Ziel hat.

Gearbeitet wird an einem Verfahren, das eine kosteneffiziente und ressourcenschonende Herstellung von großflächigen Leiterbahnmustern ermöglicht. Solche Leiterbahnmuster werden auch als elektrische Kontakte zur Abführung des Fotostroms an Solarzellen benötigt.

Kosteneffiziente und umweltfreundliche Herstellung

Fraunhofer Solarzelle
Kostengünstige Kupferleiterbahnstrukturen entstehen im Forschungsprojekt LEO für die Anwendung in großflächigen elektronischen Bauteilen wie Solarzellen.

Die Fraunhofer Forschenden nutzen eine dünne laserstrukturierte Aluminiumschicht als Maskierung für die galvanische Abscheidung der elektrischen Leiterbahnen. „Mit unserer Aluminiummaskierung anstelle des üblicherweise verwendeten Fotolacks zur Strukturierung der Leiterbahnen vermeiden wir organisch verunreinigte Abwässer, die nur sehr aufwändig und kostenintensiv aufgereinigt werden können“, beschreibt Dr. Markus Glatthaar vom Fraunhofer ISE den Prozess. „Aluminium lässt sich relativ leicht aus dem Abwasser filtern und die geringe Menge, die bei unserem Prozess anfällt, kann man vollständig recyceln“.

Solarzellen von der Rolle

Mit der Technologie können biegsame und transparente organische Solarzellen im Rolle-zu-Rolle-Verfahren hergestellt werden. Diese biegsamen Solarmodule lassen sich dann in unterschiedlichsten Anwendungen integrieren. Mit der neu entwickelten Prozessfolge konnte das Forscherteam bereits 20 µm breite, galvanisch verstärkte Leiterbahnen auf Foliensubstraten für organische flexible Solarzellen herstellen.

Eine zweite Anwendung ist die Fertigung einer neuartigen, hocheffizienten Hetero-Junction Solarzelle. Die im LEO Verfahren entwickelte kalte Metallisierung könnte die Herstellung der Solarzelle künftig deutlich kostengünstiger machen. „Die Metallisierung war bislang ein Knackpunkt, da die Hetero-Junction Module den Hochtemperaturprozess, der heute für Standard Solarzellen verwendet wird, nicht vertragen.“, erläutert Herr Glatthaar. Der Wissenschaftler hofft, dass sich diese Hochleistungs Solarmodule mit dem neuen Herstellungsverfahren schneller am Markt etablieren können.

Forschung im Zeichen der Nachhaltigkeit

Die beiden Forschenden sind persönlich stark motiviert und möchten mit ihrer Arbeit zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. „Ich bin in einem tropischen Entwicklungsland aufgewachsen. Es hat mich geprägt, Dinge wie die Abholzung der Regenwälder, Brände, das Artensterben, Ausbrüche neuer Krankheiten, Hurrikans und Überschwemmungen, aber auch Dürrephasen hautnah miterlebt zu haben“, erzählt Ixchen Ilosvay.

Markus Glatthaar weiß aus der Vergangenheit, wie Forschung zur Lösung drängender Umweltprobleme beitragen kann: „Durch die konsequente Einführung entsprechender Technologien konnten das Waldsterben und das Verschwinden der Ozonschicht damals aufgehalten werden. Mit meiner Arbeit an flexiblen Solarmodulen und umweltschonenden Fertigungsprozessen möchte ich meinen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten.“

Biegsame Photovoltaik Zellen an der Windkraftanlage

DAS hybride Energiegewinnung
Hybride Energiegewinnung mit geklebten Photovoltaik Folien von DAS Energy

20.10.2020 | In Zusammenarbeit mit dem Energieträger Energie Burgenland wurde Anfang Juni erstmals ein solches Windrad in Betrieb genommen. Der durch die Photovoltaikzellen zusätzlich erzeugte Strom macht die Windkraftanlage effizienter und bringt so die Klimafreundlichkeit der beiden erneuerbaren Energien zusammen.

Energiegewinnung aus zwei Welten

DAS Energy Photovoltaik Windkraft
30 Sonnenkollektoren auf der Fläche einer Zweizimmerwohnung

Einfach ist es nicht, zwei erneuerbare Energiequellen zusammenzubringen. Der Turm einer Windkraftanlage wird mit den Photovoltaikzellen beklebt. Das erfordert Hightech, denn die Folien der Photovoltaik Anlagen von DAS Energy müssen dazu biegsam sein und sich dem Turm anpassen.

„Photovoltaik ist generell eine der umweltfreundlichsten Technologien, benötigt aber sehr viel Fläche. Unser Ziel ist es, möglichst viele Flächen nutzbar zu machen, um so den Strom der Zukunft zu gewinnen“, sagt Dr. Johannes Srajer, Geschäftsführer von DAS Energy.

Auf dem 80 m hohen Turm des Windrads wurden 30 Sonnenkollektoren installiert. Sie belegen eine Fläche von 60 m². Ausgerichtet nach Südosten und Südwesten fangen die Kollektoren das Maximum an täglicher Sonnenstrahlung ein. Der Strom, der nun zusätzlich entsteht, versorgt u. a. die Windkraftturbinen im Inneren des Windrads.

Hybrid Anlagen gegen den Klimawandel

Michael Gerbavsits, Vorstandsvorsitzender vom Energieträger Energie Burgenland kommentiert: „Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, zu investieren. Und es ist auch wichtig, die Energiewende erfolgreich zu meistern, um den Klimawandel zu bremsen“. Das Erneuerbare Energien Pilotprojekt in Weiden am See ist ein Beispiel dafür, wie Innovation zur Investition werden kann.

DAS Energy Solar Panele auf der Windturbine kurz erklärt

Quellenangabe: Dieser Beitrag basiert auf Informationen folgender Unternehmen: DAS Energy, Fraunhofer, HS Geisenheim, Tsubaki.

Häufige Fragen

Autor
Angela Struck

Angela Struck

Chefredakteurin des developmentscouts und freie Journalistin sowie Geschäftsführerin der German Online Publisher GbR in Ried.

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