Schweißen | Unlösbar verbinden und Schweißnaht optimieren

Micro Epsilon Schweissnaht
Schweißnaht Optimierung gelingt mit Profilscanner von Micro-Epsilon

Schweißroboter revolutionieren die industrielle Fertigung durch präzise und effiziente Schweißprozesse. Aktuelle Innovationen diverser Hersteller optimieren die Qualität der Schweißnaht und steigern die Produktivität. Entdecken Sie die neuesten Technologien, die die Effizienz und Zuverlässigkeit in der Schweißtechnik zum unlösbaren Verbinden auf ein neues Niveau heben.

Schweißen 2026 – Das Wichtigste in Kürze

Industrielles Schweißen bleibt 2026 ein zentrales Fügeverfahren für die Industrie. Entscheidend sind stabile Prozesse, reproduzierbare Nahtqualität und wirtschaftliche Fertigung. Geschweißt werden Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Nickellegierungen und zunehmend auch Mischverbindungen. Neben klassischen Lichtbogenverfahren kommen Widerstands-, Laser-, Elektronenstrahl-, Reib-, Ultraschall- und Hybridschweißverfahren zum Einsatz.

Automatisierung verändert die Schweißtechnik

In der Serienfertigung gewinnen automatisierte und robotergestützte Schweißprozesse weiter an Bedeutung. Schweißroboter, Cobots, sensorbasierte Nahtverfolgung und adaptive Prozessregelung erhöhen die Wiederholgenauigkeit und entlasten Fachkräfte bei ergonomisch schwierigen oder monotonen Aufgaben. Gleichzeitig bleibt manuelles Schweißen wichtig, etwa bei Einzelteilen, Reparaturen, großen Baugruppen und schwer zugänglichen Nahtbereichen.

Auch Laser- und Hybridschweißverfahren entwickeln sich dynamisch weiter. Sie ermöglichen hohe Geschwindigkeiten, schmale Nähte und geringe Wärmeeinbringung. Besonders relevant ist das für E-Mobilität, Batteriefertigung, Leichtbau, Dünnblechverarbeitung und automatisierte Serienproduktion.

Qualitätssicherung wird datenbasiert

Schweißen wird zunehmend zum überwachten und dokumentierten Fertigungsprozess. Sensorik, Kamerasysteme, Prozessdaten, Strom- und Spannungsverläufe sowie zerstörungsfreie Prüfverfahren helfen dabei, Fehler früh zu erkennen und Nacharbeit zu reduzieren. KI-gestützte Systeme unterstützen schon bei Vorgängen wie Parameterwahl, Prozessüberwachung und Fehlererkennung, ersetzen aber weder Fachwissen noch qualifizierte Bewertung.

Weitere Entwicklungen betreffen die additive Fertigung mit Draht und Lichtbogen, neue Schweißzusätze, energieeffizientere Stromquellen und Verfahren für hochfeste Werkstoffe.

Neuheiten und Innovationen

Das industrielle Schweißen ist ein technologisch anspruchsvoller Prozess, der viele Disziplinen enger miteinander verbindet. Wir stellen hierfür neue Entwicklungen vor:

Schweißzusätze erhöhen Ermüdungsfestigkeit von Offshore-WKA

BAM Schweisszusaetze
Neuartige Schweißzusätze der BAM erhöhen die Lebensdauer von Offshore-Windenergieanlagen.

08.06.2026 | Spezielle Schweißzusätze können die Lebensdauer geschweißter Stahlstrukturen in Offshore-Windenergieanlagen deutlich erhöhen. Forschende der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM haben gezeigt, dass Low-Transformation-Temperature-Zusatzwerkstoffe, kurz LTT, die Ermüdungsfestigkeit hochfester Stahlbauteile um 50 bis 140 % steigern können.

Schweißnähte zählen bei Offshore-Türmen und Tragstrukturen zu den besonders beanspruchten Bereichen. Wind, Wellen und Betriebslasten erzeugen zyklische Spannungen, die dort Ermüdungsrisse auslösen können. Bei hochfesten Stählen kommt hinzu, dass der Schweißprozess das Gefüge verändert und ungünstige Zugeigenspannungen im Nahtbereich erzeugen kann.

LTT-Schweißzusätze wirken diesem Effekt entgegen. Beim Abkühlen der Schweißnaht verändern sie das Gefüge so, dass Zugeigenspannungen reduziert werden. In bestimmten Fällen entstehen sogar Druckeigenspannungen, die der Rissbildung entgegenwirken. Die höhere Ermüdungsfestigkeit entsteht damit direkt während des Schweißprozesses; zusätzliche Nachbehandlungen können reduziert oder vermieden werden.

Besonders wirksam ist eine gezielt platzierte LTT-Schweißlage in hochbelasteten Nahtbereichen. Für Offshore-Windenergieanlagen eröffnet das Potenzial für längere Lebensdauer, höhere Lasten und leichtere Stahlkonstruktionen. Auch Reparatur und Ertüchtigung bestehender Schweißnähte sind mögliche Anwendungsfelder.

Die Technik ist nicht nur für Windenergieanlagen interessant, sondern auch für Stahlbau, Maschinenbau, Fahrzeugbau und große Spezialkrane mit hochbelasteten geschweißten Strukturen.

Schweißnaht optimieren mit Berechnung und Profilvermessung

13.10.2020 | Inrotech A/S aus Dänemark erzielt mit seinem speziellen Schweißroboter Inrotech-Crawler die optimale Schweißnaht im vollautomatisierten Prozess. Dies erfolgt durch die Berechnung vom Schweißprozess im Vorfeld. Bei der Ausführung der Schweißarbeiten greift der Roboter auf die exakten Messwerte der leistungsstarken Laser Profilscanner (Bild oben) von Micro-Epsilon zurück. Die Scanner sind leicht, präzise und kompakt.

Nach dem Berechnen des Schweißvorgangs führt der Schweißroboter diesen automatisch durch. Die exakten Messwerte dafür erhält er von den leistungsstarken Profilscannern Scancontrol.

Dazu ist ein Scanner am Crawler fixiert. Er erfasst die Geometrie der zu schweißenden Naht vor dem Schweißprozess. Die hochgenaue Profilvermessung für die potentielle Schweißnaht ermöglicht die Automatisierung der Schweißung.

Dank einer optimalen Regelung der Belichtungszeit und der hohen Auflösung liefert der Sensor zuverlässige Messergebnisse auf nahezu allen Messobjekten. Der kompakte Sensor verfügt über einen integrierten Controller. Die vielfältigen Anbindungsmöglichkeiten über ein SDK (Software Development Kit) ermöglichen eine direkte Übertragung der kalibrierten Profildaten über die Scancontrol DLL an die kundenseitige Software.

Die Weldlogic Technologie von Inrotech berechnet anschließend unter anderem die Anzahl der Schweißdurchgänge, Position der Schweißnähte, Schweißgeschwindigkeit und Pendelbreite. Direkt nach der Kalkulation führt der Crawler automatisch den Schweißprozess durch.

Zellen für das Roboter basierte Schutzgas-Schweißen

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Roboterbasierte Schutzgas-Schweißzelle von Yaskawa

13.08.2019 | Mit zwei sehr kompakten schlüsselfertigen, roboterbasierten Schutzgas-Schweißzellen erweitert Yaskawa das „Arcworld“-Portfolio. Motoman-Roboter, Positionierer, Steuerung und Stromquelle sind darin platzsparend und sofort einsatzbereit auf einer Plattform zusammengefasst. So kann die Roboterzelle bei Bedarf schnell und einfach versetzt werden.

Zudem lässt sie sich sehr einfach installieren und bedienen. Die beiden Neuen erschließen diese Vorteile nun auf kleinstem Raum: Die Arcworld RS Mini benötigt lediglich 2,3 m2 Aufstellfläche, die Arcworld HS Micro sogar nur 1,4 m2. Damit bieten die Kompaktzellen eine flexible, platzsparende und kostengünstige Option für den Einstieg in die Automation oder als Ergänzung manueller Schweißsysteme.

Ein manuell zu betätigender Drehtisch ermöglicht das Einlegen von Teilen, während die Werkstücke in der Zelle bearbeitet werden. Dies reduziert die Stillstandzeit und erhöht den Teiledurchsatz.

Beide Kompaktzellen werden komplett mit Plattform und Gehäuse, Roboter, Schweißpaket und allem erforderlichen Zubehör geliefert. Jedes Schweißpaket enthält eine Schweißstromquelle, die notwendigen Leitungen, die Drahtzuführung und einen Schweißbrenner. Als Roboter kommt ein Motoman AR900 zum Einsatz. Er verfügt über eine hohe Bahngenauigkeit und ist komplett in der Schutzklasse IP67 ausgeführt.

Cold Metal Transfer-Schweißprozess überzeugt Voestalpine

Fronius CMT Schweissen

03.04.2018 | Fronius hat den CMT-Schweißprozess jüngst auf die modernste Schweißstromquelle TPS/i, gebracht. Mit der 2. Generation des kalten Lichtbogens lässt sich in vielen Anwendungen mit bisher nicht erreichter Qualität robotergestützt schweißen. Voestalpine nutzt die CMT-Technologie in der Serienproduktion.

Schweißpunkte mobil, schnell und sicher prüfen

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06.04.2016 | Das Ultraschallprüfgerät „Phasis one“ von Vogt Ultrasonics garantiert eine sichere Schweißpunktprüfung mit bildgebender Darstellung durch Phased Array Technologie. Mit einer bislang von vergleichbaren Geräten nicht erreichten physikalischen Auflösung gibt es eine präzise Aussage zum Durchmesser der Schweißlinse und der Restwandstärke im Bereich der Verschweißung.

Außerdem erhält der Prüfer die Information über die durch die Gefü­geveränderung erfolgte Schallschwächung als Bewertungskriterium für Klebungen bzw. Zinkhaft­verbindungen. Das Prüfgerät eignet sich zur Kontrolle widerstandsgeschweißter Punk­te von Stahl- und Aluminium­blechen.

Die Prüfzeit beträgt nur wenige Sekunden pro Punkt. Mit Phasis one können pro Schicht und Gerät ca. 500 bis 800 Prüfpunkte überprüft werden. Die 121 Ultraschallelemente erzeugen eine physikalische Auflösung besser als 0.35 mm des Schweißlinsendurchmessers. Die bildgebende Darstellung der Phased Array Technologie garantiert eine sichere Auswertung der Prüfergebnisse. Fehler in der Schweißung wie Poren oder eine zu kleine Schweißlinse werden zuverlässig erkannt. Dank fünfstündigem Batteriebetrieb, nur 3,5 kg Gewicht und robustem Alugehäuse eignet sich das Gerät für den mobilen Einsatz nicht nur in der Automobilindustrie.

Die Verwaltungs-Software Phasis Manager unterstützt den Anwender mit einem Flächenscan zur optimalen Ausrichtung des Prüfkopfes auf dem zu prüfenden Schweißpunkt. Die Prüfpläne sind übersichtlich gestaltet und schnell zu erstellen. Individu­ell anpassbare Schnittstellen übernehmen die Kommunikation mit der kundenseitigen Datenbank. Die Prüf- und Auswertesoftware Phasis Device ist für die Anwendung im Pro­duktionsprozess ausgelegt.  Intuitiv bedienbar erfordert sie nur geringem Schulungsbedarf.

Quellenangabe: Dieser Beitrag basiert auf Informationen folgender Unternehmen: BAM, Fronius, Micro-Epsilon, Vogt Ultrasonics, Yaskawa.

Spezielle Schweißverfahren

Häufige Fragen

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