Automobilproduktion | Bauteilfertigung und Montage

Automobilproduktion
Robotik ist heute nicht mehr wegzudenken aus der modernen Fertigungshalle für Autos.

Die Automobilindustrie setzen heute zunehmend auf Predictive Maintenance, Automation und hochpräzise Fertigungstechniken, um die Effizienz und Sicherheit in der Automobilproduktion zu verbessern. Informieren Sie sich über die Technologien und die Automatisierungstechnik für die moderne Automobilproduktion: von der Bauteilfertigung über die Montage bis zur Endabnahme. 

Kupplungen und Bremsen für Elektromotoren-Prüfstände

Mayr Leichtbaukupplung
Für Prüfstände geeignete Aluminiumkupplung Roba-DS von Mayr

12.05.2026 | Die Transformation zur E-Mobilität fordert die Messtechnik heraus: Steigende Drehzahlen und veränderte Prüfroutinen verlangen nach Komponenten, die Präzision und Leichtbau vereinen. Auf der Automotive Testing Expo 2026 zeigt Mayr Antriebstechnik, wie diese Anforderungen technisch umgesetzt werden.

Ein Leichtbau-Highlight für maximale Messgenauigkeit ist die Aluminiumkupplung Roba DS Type 9120. Durch die Gewichtsoptimierung wurde das Massenträgheitsmoment im Vergleich zur Stahlausführung um 40 % bis 60 % reduziert. Dies ist entscheidend für die nötige Laufruhe bei Drehzahlen von bis zu 32.000 U/min.

Mayr bietet zudem ein breites Portfolio an Sicherheitsbremsen für Prüfstands-Anwendungen. Prüfstände für automobile Antriebe umfassen häufig vertikale Achsen und lineare Bewegungen, die zuverlässig abgesichert sein müssen, sei es im laufenden Prüfbetrieb, bei Wartungsarbeiten oder im Fehlerfall. Die Roba guidestop Profilschienenbremse beispielsweise wirkt direkt auf die bewegten Massen der Vertikalachsen und klemmt diese spielfrei und mit hoher Steifigkeit in Position.

Die Roba linearstop Kolbenstangenbremse sichert lineare Bewegungen auf Rundstangen ab. Mit der Roba-stop M Baureihe steht zudem eine robuste Motorbremse für kompakten Schutz direkt am Antriebsmotor zur Verfügung.

Neben der Mechanik steht die Überwachung im Fokus: Der Roba Brake-Checker ermöglicht eine sensorlose Überwachung der Sicherheitsbremsen und warnt vor kritischen Zuständen. Mit dem Roba Gateway werden Bremsdaten per Ethernet netzwerkfähig gemacht und eine planbare Wartung via Dashboard ermöglicht.

Klebstoff für Panorama-Head-up-Displays in Serienfertigung

Delo Klebstoff Panarama Headup Display

12.05.2026 | Panorama-Head-up-Displays projizieren Fahrdaten, Navigations-Hinweise oder Infotainment-Inhalte über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. Die Anzeige reicht von A-Säule zu A-Säule und wird auf einen dunkel beschichteten Bereich der Frontscheibe gespiegelt. Dadurch entsteht ein kontrastreiches, gut sichtbares Bild für Fahrer und Insassen.

Meleghy Automotive nutzt Igus Low Cost Automation

Igus bei Meleghy Automotive

17.11.2025 | Meleghy Automotive setzt in der Struktur- und Karosserietechnik auf flexible Automatisierung, um Produktionsprozesse stabiler, wirtschaftlicher und ergonomischer zu gestalten. Mit Low-Cost-Automation-Lösungen von Igus realisiert der Automobilzulieferer schnell umsetzbare Robotik-Projekte.

Konfektionierte Leitungen für industrielle Kamerasysteme

Igus Leitung Kameras

24.09.2025 | Mit neuen Readycable Leitungen für Keyence-Systeme ergänzt Igus sein Sortiment konfektionierter Kabel für bewegte Anwendungen. Die anschlussfertigen Lösungen sind speziell für die Anforderungen industrieller Kameratechnik ausgelegt. Sie erhöhen die Ausfallsicherheit in Vision-Systemen. 

IR- und UV-Strahler für hochwertiges Autointerior

Noblelight Auto IR Strahler

30.07.2025 | Innenverkleidungen laminieren, Handschuhfächer entgraten oder Rohre für die Lüftung verschweißen – das steht in modernen Automobilen eng im Zusammenhang mit Kunststoffverarbeitung. Excelitas präsentiert Noblelight Lösungen für die Kunststoffverarbeitung.

Erster Demonstrator zur automatisierten Leitungssatzfertigung

Artiminds Robotergesttzte Leitungssatzmontage

13.12.2024 | Im Forschungsprojekt Next2OEM arbeitet Artiminds Robotics gemeinsam mit Forschungs- und Industriepartnern an der Digitalisierung und Automatisierung der Wertschöpfungskette für Leitungssatzsysteme, die in der Automobilindustrie eine zentrale Rolle spielen. 

Klebstoff für moderne Scheinwerferdesigns

Delo Klebstoffe Scheinwerfer

11.12.2024 | Delo präsentiert den UV-härtenden Klebstoff „Photobond OB4210“, der speziell für High-End-Anwendungen in der Lichttechnik entwickelt wurde. Dank seiner hohen Transparenz ist er optisch nahezu nicht vom Linsenmaterial zu unterscheiden. Zudem überzeugt er durch eine verbesserte Vergilbungsstabilität.

Trends in Automotive – Data means Energy

Trends in Automotive Mitsubishi Electric

21.09.2023 | Die Integration von Echtzeitdaten-Generierung und -verwaltung in allen Prozessen der Fahrzeug- und Teileproduktion hilft dabei, die Herausforderungen von Markt und Lieferketten zu bewältigen. Lucas Majewski, Mitsubishi Electric, erläutert das detailliert im Videocast „Trends in Automotive – Data means Energy“.

Automatisierte Endabnahme in automobilproduktion bei Kia Hyundai

11.09.2023 | Bei Kia Hyundai gibt es inzwischen in der Automobilproduktion schon eine Endabnahme eines Automobils, die ohne menschliches Zutun ausschließlich Roboter durchführen, wie dieser Film zeigt:

Sensorbox zur Positionserfassung von Elektrohängebahnen

Schmersal Sensorbox Magnetspur

14.02.2023 | Schmersal stellt eine neue Magnetspur Sensorbox zur Positionserfassung von Elektrohängebahnen in der Intralogisitk und Automobilproduktion vor. Bisher sind verschleißfreie Magnetschalter in der Automobilindustrie im Einsatz, wo sie Geschwindigkeit und Position von beweglichen Maschinenteilen überwachen.

Chronologie & Archiv

Die nachfolgenden Berichte dokumentieren den technologischen Fortschritt und die Entwicklungen der vergangenen Jahre (ab 2018).

Automatisierte Klebeanlage für Kfz-Außenteile von Rampf

30.09.2018 | Rampf Production Systems hat eine voll automatisierte Klebeanlage für Kfz-Außenteile wie Seitenwände, Heckspoiler, Heckklappen und Spoilerlippen entwickelt. Durch die Kombination innovativer Misch- und Dosiertechnologie, Automatisierung und Robotik werden Präzision, Geschwindigkeit und Flexibilität der Fertigungsprozesse maximiert.

Automobilhersteller messen Geschwindigkeit nicht nur in Stundenkilometern. Äußerst schnelle Produktionsprozesse sind ebenfalls unerlässlich, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Mit seinem Konzept einer ganzheitlichen Produktionszelle für die Verklebung von Kfz-Außenteilen leistet der Hersteller einen signifikanten Beitrag zur Maximierung von Geschwindigkeit, Präzision und Flexibilität der Fertigungsprozesse.

Herzstück der ausgeklügelten Produktionseinheit für die Verklebung von Seitenwänden, Heckspoilern, Heckklappen und Spoilerlippen ist die Dosieranlage C-DS. Die kompakte Anlage garantiert den präzisen Auftrag der raumtemperaturhärtenden 2K-Polyurethan-Klebstoffe, die zur Verklebung der Teile verwendet werden.

Die C-DS umfasst ein Materialaufbereitungs-, Dosier- und Mischsystem sowie SPS-Steuerung und integrierte Prozessüberwachung. Der modulare Aufbau der Dosieranlage sorgt für ein hohes Maß an Flexibilität, da sich Dosierpumpen und Mischsystem problemfrei in vorhandene Fertigungslinien integrieren lassen.

Poka-Yoke-Prozesskontrolle

Bevor der Klebstoff aufgetragen wird, verifiziert ein nach dem Poka-Yoke-Prinzip arbeitendes Qualitätskontrollsystem, dass die eingelegten Teile einer manuellen Vorreinigung unterzogen wurden. Hierfür kommen Reinigungssensoren zum Einsatz.

Die Produktionszelle kann mit Fanuc-, Kuka- oder ABB-Robotern ausgestattet werden. Durch Conveyor-Tracking-Systeme können die Roboter Teile erkennen, aufnehmen und präzise auf einem sich bewegenden Förderband platzieren. Je nach Anforderungen des zu klebenden Bauteils können mehrere Roboter in die Anlage integriert werden.

Für optimale Haftungseigenschaften ist eine Oberflächenaktivierung via Plasmabehandlung eingebaut, für die schnelle Aushärtung der geklebten Teile sorgt Curing-on-Demand (COD).

„Wir können diese Produktionszelle an verschiedenste Anforderungen anpassen wie Fügewerkzeuge mit Linearmotoren versehen, Verfahrachsen für die Misch- und Dosiertechnik oder eine automatische Entladung realisieren“, so Stefan Huber, Bereichsleiter für Projektmanagement bei Rampf Production Systems. „Ausgehend von unserem standardisierten Technikkonzept haben wir bereits mehrere maßgeschneiderte Produktionsanlagen für die Verklebung von Teilen führender europäischer Automobilhersteller entwickelt.“

23.07.2018 | Bei der Großserienproduktion einer ultraleichten Mittelarmlehne für den Kfz-Innenraum folgt auf das Thermoformen des Trägers das Umspritzen mit PP und schließlich das Überspritzen mit einem weichen und griffigen TPV. Dabei tragen servoelektrisch angetriebene, feinfühlig steuerbare „Flexflow“ Heißkanalsysteme von HRS flow dazu bei, dass die die hohen Qualitätsansprüche erfüllt werden.

Der mehrstufige Prozess kombiniert das Thermoformen eines Organoblechs mit dem Spritzgießen von zwei unterschiedlichen Thermoplasten. Entwicklungspartner bei der erfolgreichen Realisierung dieses Projektes waren der Spritzgießmaschinenhersteller Krauss Maffei sowie der US-amerikanische Werkzeugbauer Proper Tooling.

Fiberform Verfahren heizt Organoblech auf

Die tragende Struktur der Mittelarmlehne entsteht mit Hilfe des von Krauss Maffei entwickelten „Fiberform“-Verfahrens, bei dem ein dünnwandiges, faserverstärktes Organoblech aufgeheizt, in das Werkzeug eingelegt und anschließend umgeformt wird. Die zwei nachfolgenden Spritzgießvorgänge laufen nach dem Prinzip der Wendeplattentechnik zeitgleich in zwei gegenüberliegenden Bereichen desselben Werkzeugs ab.

In einem Arbeitsgang erfolgt zunächst das Umspritzen des Trägers mit Polypropylen (PP). Dabei entsteht die weitgehend fertige Geometrie des Bauteils einschließlich der für die spätere Montage erforderlichen Elemente. Diese PP-Struktur wird dann im gegenüberliegenden Werkzeugteil mit einem Thermoplastischen Elastomer (TPV) überspritzt. Hier resultiert die weiche Sichtoberfläche mit der feinen Narbung, die später für den hochwertigen optischen und haptischen Eindruck der Mittelarmlehne verantwortlich ist. 

Bei beiden Spritzgießschritten ist je ein Flexflow Heißkanalsystem mit zwei beziehungsweise drei Heißkanaldüsen im Einsatz. Deren servoelektrisch angetriebenen und dabei individuell gesteuerten Verschlussnadeln sorgen für die jeweils optimale Füllung der Kavitäten, und sie unterstützen die Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens.

Integrierter servoelektrischer Nadelantrieb

Der integrierte servoelektrische Nadelantrieb, das Kennzeichen der innovativen Flexflow Technologie, öffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Einstellung der Prozessparameter. So lassen sich die einzelnen Nadeln eines Heißkanalsystems unabhängig voneinander bezüglich ihrer Position (Hub), Geschwindigkeit und Beschleunigung steuern. Dadurch können Anwender die Drücke und Fließraten während des gesamten Werkzeugfüllvorgangs besonders genau, einfach und flexibel kontrollieren und so die Qualität ihrer Spritzgussteile optimieren.

Die damit erreichbaren Vorteile gegenüber herkömmlichen pneumatisch oder hydraulisch angetriebenen Nadelverschlusssystemen schließen die Möglichkeit zur Herstellung schlierenfreier Class-A-Oberflächen ebenso ein wie die Verringerung des Verzugs sowie die Wartungs- und Bedienerfreundlichkeit. Zudem reichen sie bis zur Möglichkeit einer Senkung der Schließkraft um etwa 20 % sowie des Bauteilgewichts um bis zu 5 % – und zwar bei der für die Großserienfertigung erforderlichen herausragend hohen Wiederholgenauigkeit.

Quellenangabe: Dieser Beitrag basiert auf Informationen folgender Unternehmen: Artiminds, Delo, HRS Flow, IFM, Igus, Kia, Rampf, Turck.

Autor
Angela Struck

Angela Struck

Chefredakteurin des developmentscouts und freie Journalistin sowie Geschäftsführerin der German Online Publisher GbR in Ried.

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