Flurförderzeuge | Komponenten für Stapler & FTS

Flurförderzeuge sind unverzichtbare Akteure in der Intralogistik. Steigende Anforderungen an Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit treiben auch hier technologische Innovationen voran. Neue Antriebstechnologien, Automatisierung und intelligente Assistenzsysteme steigern ihre Leistungsfähigkeit und machen sie zunehmend autonom. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Entwicklungen und zeigt, wie smarte Lösungen den Weg für zukunftsfähige Logistikprozesse ebnen.
Flurförderzeuge 2026 – Das Wichtigste in Kürze
Die Flurförderzeuge präsentieren sich im Jahr 2026 als hochvernetzte, autonome Akteure in der Intralogistik. Der technologische Reifegrad hat einen Punkt erreicht, an dem die Grenze zwischen klassischem Gabelstapler und fahrerlosem Transportsystem (FTS) zunehmend verschwimmt. Auf der Logimat 2026 wurde deutlich, dass die Hardware-Basis zwar weiterhin auf Robustheit setzt, der entscheidende Wettbewerbsvorteil jedoch in Softwareintelligenz, Energieeffizienz durch neue Zellchemien und der nahtlosen Flotteninteroperabilität liegt.
Volle Autonomie und kooperative Robotik
Ein dominanter Trend ist die Transformation zum fahrerlosen Betrieb als Standard-Option. Moderne Flurförderzeuge sind ab Werk mit standardisierten Sensor-Suites für die 3D-Umfeld-Erkennung ausgestattet, was die Nachrüstung von Automatisierungsfunktionen drastisch vereinfacht.
Ein technologischer Meilenstein ist die Einführung von hybriden Bedienkonzepten, bei denen Fahrzeuge je nach Bedarf autonom agieren oder für komplexe Sonderaufgaben manuell übernommen werden können. Dank der Interoperabilität nach VDA 5050 kommunizieren Stapler verschiedener Hersteller nun reibungslos in einer gemeinsamen Flottensteuerung. Das erhöht massiv die Effizienz in Mischflotten. Engpässe durch intelligente Pfadplanung werden vermiden.
Li-Ionen-Nachfolger und Schnellladestrategien
In der Antriebstechnik von Flurförderzeugen hat sich die Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) als sicherer Industriestandard für den Mehrschichtbetrieb etabliert, während erste Serienmodelle mit Natrium-Ionen-Batterien für leichte bis mittlere Einsätze ihre Marktreife demonstrieren. Diese zeichnen sich durch eine exzellente Ressourceneffizienz und hohe Zyklenfestigkeit aus.
Ein wesentlicher Innovationstreiber ist zudem das automatisierte Laden: Induktive Ladesysteme, die in den Fahrwegen oder an Wartepositionen integriert sind, ermöglichen ein kontinuierliches „Opportunity Charging“ ohne menschliches Eingreifen. In Kombination mit smarten Energiemanagementsystemen agieren die Flurförderzeuge zudem als flexible Lasten im betriebseigenen Stromnetz. So vermeiden sie Lastspitzen und nutzen optimal regenerative Energien.
Neuheiten und Innovationen
Hier finden Sie neue Bauteile und Systeme für Flurfördersysteme:
Autonomer Gabelstapler für Palettentransporte im Mischbetrieb

23.03.2026 | Pünktlich vor der Logimat 2026 erweitert Igus sein Low-Cost-Automation-Portfolio um den RebeL Pallet Mover, einen autonomen Gabelstapler für wiederkehrende Transportaufgaben in Lager und Produktion. Das System ist für den fahrerlosen Paletten-Transport ausgelegt
AMR-Baukasten für Transport, Montage und Kommissionierung

23.03.2026 | Igus präsentiert den Rebelmove Pro als modularen Autonomen Mobilen Roboter (AMR), der sich nach dem Baukastenprinzip für unterschiedliche Aufgaben in Intralogistik und Produktion konfigurieren lässt. Durchschnittlicher Return on Investment – 12 Monate.
FTS sicher stoppen – Anhalteweg ist der Schlüssel

04.03.2026 | Damit FTS sicher zwischen Menschen, Material und Infrastruktur navigieren, müssen sie in jeder Situation verlässlich zum Stillstand kommen. Entscheidend ist dabei eine häufig der Anhalteweg als Ergebnis aus Sensorik, Steuerung, Energieversorgung und Bremssystem. Mayr Antriebstechnik bietet hierfür Lösungen.
Fahr-Lenk-Modul als Plug-and-Play-Antrieb für AMRs und AGVs bis 2 t

24.02.2026 | Mit Omnidrive präsentiert IMS auf der Logimat 2026 kompakte, hochwendige Fahr-Lenk-Systeme für den steigenden Bedarf an AMRs und AGVs im Europaletten-Handling. Die Lösung ist als vollintegriertes Plug-and-Play-Modul ausgelegt und kombiniert Antrieb, Lenkung sowie Sensorik und Steuerung in einer Einheit.
Ziel ist maximale Wendigkeit bei gleichzeitig effizienter Nutzung von Bauraum und Energie – insbesondere dort, wo Fahrzeuge auf engem Raum manövrieren und präzise positionieren müssen.
Für die Auslegung nennt IMS eine Traglast bis 2 t. Die kompakte Bauweise unterstützt dabei nicht nur die Beweglichkeit, sondern erleichtert auch die Integration in unterschiedliche Fahrzeuglayouts. Die Sensorik und Steuerung sind im System integriert, um den Aufbau als vollintegrierte Einheit zu ermöglichen und die Einbindung in das jeweilige Fahrzeugkonzept zu vereinfachen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit: Bestandteil des Gesamtsystems ist ein Hochleistungs-Bremssystem. Darüber hinaus wird Omnidrive als „KI-ready“ vorgestellt – mit „smarter“ Sensorik als Basis für moderne, softwaregetriebene Steuerungsansätze.
Damit richtet sich IMS Omnidrive an Entwickler, die für AMR-/AGV-Plattformen eine hochintegrierte Fahr-Lenk-Einheit suchen – mit Fokus auf Wendigkeit, kompakter Integration und skalierbarem Teilemanagement im Palettenumfeld.
Maßgeschneiderte Bremsen für autonome Gabelstapler
24.04.2024 | Kendrion Intorq hat in enger Zusammenarbeit mit Bastian Solutions, Mitglied des Toyota-Konzerns und Flurförderzeuge Hersteller, eine innovative Bremstechnologie für den neu entwickelten autonomen Gabelstapler Bastian Solutions CB18 (Bild oben) entwickelt. Die spezialisierte Federkraftbremsen-Lösung zeichnet sich durch präzise angepasste Bremsmomente aus, die entscheidend zur Sicherheit und Effizienz der Fahrzeuge beitragen.
Der Trend zum autonomen Fahren in der Intralogistik führt zu neuen Anforderungen an die Fahrzeugkonstruktion, insbesondere an das Bremsdesign. Die neu entwickelten Bremsen sind optimal auf den verkürzten Achsabstand und die reduzierte Länge des Gabelstaplers abgestimmt, was sowohl die Manövrierfähigkeit als auch die Kippsicherheit des Fahrzeugs verbessert.
Die aus dem verkürzten Fahrzeugdesign resultierenden Anforderungen an die Bremsmoment-Toleranzen waren besonders hoch. Hier muss das Mindestmoment die Einhaltung des maximalen Bremsweges nach gesetzlichen Vorgaben gewährleisten. Dem gegenüber steht ein nur geringfügig höheres maximales Bremsmoment, damit insbesondere die Kippsicherheit des Fahrzeugs im Falle eines Notstopps mit angehobener Nutzlast eingehalten wird.
Dr.-Ing. Stefan Weigelt, Leiter der kundenspezifischen Entwicklung bei Kendrion Intorq, erläutert: „In unserem Pflichtenheft stand einerseits eine sehr eng gefasste Bremsmoment-Toleranz. Außerdem hatte Bastian Solutions spezielle Vorgaben an die Schaltzeiten unserer Bremsen, die ertragbaren Notstoppenergien sowie die minimal mögliche Anzahl der Notstopps. Auf Basis der technischen Daten der selbstfahrenden Flurförderzeuge wie Antriebsrad-Durchmesser, Getriebeübersetzung und Wirkungsgrad des Getriebes, haben wir die Parameter für ein optimales Bremsendesign ermittelt, mit dem wir die geforderten Bremsmomente sicher einhalten können“.
Die speziell für diesen Anwendungsbereich konzipierten Bremsen basieren auf dem Modell Intorq BFK557. Die an die technischen Anforderungen des selbstfahrenden Gabelstaplers angepassten Eigenschaften der Bremse konnten auch durch Änderungen an der Federkraft und durch die Auswahl eines speziellen Reibsystems umgesetzt werden.
Sicherheitszertifizierter Servoregler mit Profisafe-Schnittstelle

04.03.2024 | Wittenstein stellt auf der Logimat in Stuttgart den innovativen Servoregler „Cyber Simco drive 2“ für Flurförderzeuge vor. Dieser sicherheitszertifizierte Servoregler mit Profisafe-Interface ist verfügbar in den Leistungsvarianten SIM2050 und SIM2100 mit integrierter Sicherheitskarte.
Integrierter Radnabenmotor für fahrerlose Transportsysteme

06.11.2022 | Framo Morat und Minebea Mitsumi präsentieren ihren zusammen entwickelten Radnabenmotor. Der hochintegrierte Radnabenantrieb bietet eine überdurchschnittliche Performance auf engstem Bauraum.
Chronologie & Archiv
Die nachfolgenden Berichte dokumentieren den technologischen Fortschritt und die Entwicklungen der vergangenen Jahre (ab 2020).

06.07.2020 | Starre, stationäre Transporteinrichtungen wie Förderbänder werden heute in der Intralogistik zunehmend durch autonome Transporteinheiten bzw. Automated Guided Vehicle (AGV) ersetzt. Sie benötigen für einen wirtschaftlichen Betrieb leistungsstarke, kompakte Antriebe mit langer Lebensdauer. Heinzmann und Framo Morat haben hierfür gemeinsam einen neuen Radnabenmotor mit integriertem Getriebe entwickelt.

Vom Motor über das Getriebe, die Abtriebswelle bis hin zur Lagerung wurden alle Komponenten des PMSG 066F-060 Antriebs als Einheit in einem gemeinsamen Gehäuse geplant. Dadurch ist eine äußerst kompakte und robuste Lösung entstanden.
Selbst im rauen Fahrbetrieb sind pro Rad bis zu 500 kg bzw. 5000 N umsetzbar. Mit nur 110 mm axialer Länge bei 160 oder 200 mm Rad Durchmesser wiegt der selbstgekühlte Antrieb nur 7,5 kg.
In Schutzart IP67 eignet sich der Radnabenmotor für alle Bereiche der Intralogistik. Der elektrische Antrieb ist mit ein- oder zweistufigen Getrieben ausgestattet. Bei einer Übersetzung von 1:32 beträgt das maximale Antriebsmoment bis zu 120 Nm bei einer Lebensdauer von 20.000 h.
Technische Features vom Radnabenmotor

Ein auf den Radnabenmotor abgestimmter Zweikanal Motoren Regler steuert bis zu zwei Antriebsräder. Die Lenkung funktioniert über unterschiedliche Drehzahlen der Räder. Elektrisches Differential, Torque Vectorings und Rekuperation sind Standard.
Die individuelle Programmierung des Controllers und kundenspezifische Ausstattung z. B. mit zusätzlicher mechanischer Feststell- oder Betriebsbremse oder hochauflösendem Encoder sind möglich. Zur Anpassung der Radnabenmotoren an die Anwendung gibt es sie mit 24, 36 und 48 V Versorgungsspannung bei einer Leistung von 0,4 kW pro Motor.
Die Nenndrehzahl der Radnabenmotoren von 1500, 3000 oder 4500 min-1 reduziert das ein- oder zweistufige Planetengetriebe mit Untersetzung zwischen 1:4 bis 1:32 soweit, dass an der Abtriebswelle bis zu 120 Nm Nenn Drehmoment auf die Räder übertragen werden.
Quellenangabe: Dieser Beitrag basiert auf Informationen folgender Unternehmen: Framo Morat, Heinzmann, Igus, IMS Gear, Kendrion, Minebea Mitsumi, Mitsubishi Electric, Wittenstein.

