Igus AMR: Flurförderzeuge & Bauteile für die Intralogitik

Igus AMR Gabelstapler Pallet Mover
Neu für die Intralogistik: Der Gabelstapler Pallet Mover Rebel von Igus

Stehende Paletten hinter leeren Fahrersitzen sieht man in der deutschen Logistik immer häufiger. Laut Fraunhofer Institut SCS klagen 94 % der Unternehmen über fehlende Fachkräfte auch in der Intralogitik. Die Suche nach qualifizierten Staplerfahrern dauert oft Monate. Nicht zuletzt deshalb präsentiert Igus Lösungen für den Fachkräftemangel wie derzeit autonome Gabelstapler oder Roboter (AMR) auf der Logimat.

AMR gegen Engpässe in der Logistik

In der Logistikbranche werden seit einigen Jahren massive Personalengpässe gemeldet. Dieser Mangel betrifft nicht nur Lkw-Fahrer, sondern auch Lagerpersonal wie Staplerfahrer. Diese Erfahrung macht Igus selber in den den eigenen Fertigungshallen. Auf über 40.000 m² Logistikfläche am Hauptsitz der Igus GmbH in Köln stand der Kunststoffspezialist vor der gleichen Hürde wie viele Mittelständler: „Wir finden schlichtweg kaum noch Mitarbeitende mit Staplerschein. Also haben wir die Lösung selbst gebaut“, kommentiert Alexander Mühlens, Leiter des Geschäftsbereichs Low-Cost-Automation zur Präsentation des neuen Pallet Mover Igus Rebel.

Autonomer Gabelstapler für Palettentransporte im Mischbetrieb

23.06.2026 | Pünktlich vor der Logimat 2026 erweitert Igus sein Low-Cost-Automation-Portfolio um den RebeL Pallet Mover, einen autonomen Gabelstapler für wiederkehrende Transportaufgaben in Lager und Produktion. Das System ist für den fahrerlosen Paletten-Transport ausgelegt, soll sich in bestehende Hallenlayouts integrieren lassen und den Mischbetrieb mit Personen über eine integrierte Sicherheits- und Hinderniserkennung unterstützen.

Der Rebel Pallet Mover navigiert selbstständig, nimmt Paletten auf und transportiert sie zu definierten Zielpunkten. Igus setzt dabei auf eine zentral integrierte Safety-Infrastruktur an der Front des Fahrzeugs sowie kosteneffizient integrierte Sensorik. Ziel ist eine wirtschaftliche Einstiegslösung in die autonome Intralogistik, insbesondere für Unternehmen, die Paletten-Transporte standardisieren und automatisieren wollen.

Kompakte Bauform, mehrere Nutzlastvarianten, definierte Einsatzzeiten

Konstruktiv ist der Pallet Mover kompakt ausgeführt: 1,7 m Länge, knapp 1 m Breite und rund 2 m Höhe. Igus bietet drei Nutzlastklassen an: 300 kg, 1400 kg und 1500 kg. Die maximale Fahrgeschwindigkeit liegt bei bis zu 5,4 km/h.

Die Energieversorgung wird je nach Variante mit einer 1104 Wh- bzw. 4320 Wh-Batterie sichergestellt. Daraus ergeben sich Einsatzzeiten von bis zu 6 h beim Pallet Mover 300 und bis zu 10 Stunden beim Pallet Mover 1400/1500 pro Zyklus.

Für kundenspezifische Anforderungen lässt sich das System anpassen, etwa bei der Ausführung der Gabelzinken. Der Hersteller stellt einen ROI von 12 bis 18 Monaten in Aissicht.

Validierung vor Beschaffung: Proof-of-Concept und Live-Demos auf AMR Days

Vor einer Anschaffung bietet Igus einen Proof-of-Concept an. Präsentiert wird der Rebel Pallet Mover u. a. auf der Logimat sowie bei den hauseigenen AMR Days, bei denen Anwender die Integration autonomer mobiler Robotik in typische Intralogistikabläufe im Betrieb erleben können.

AMR-Baukasten für Transport, Montage und Kommissionierung

AMR Rebelmove Pro Igus
Die Plattform Rebel move Pro von Igus eignet sich vom Kommissioniersystem, als intelligentes Regalsystem bis hin zum kollaborativen Roboter mit Förderbändern.

23.03.2026 | Igus präsentiert den Rebel move Pro als modularen Autonomen Mobilen Roboter (AMR), der sich nach dem Baukastenprinzip für unterschiedliche Aufgaben in Intralogistik und Produktion konfigurieren lässt. Zielgruppe sind Anwender, die Standardtransporte und Handling-Prozesse automatisieren wollen, ohne dafür umfangreiche Integrationsprojekte aufzusetzen. Igus ordnet das System damit preislich unterhalb vieler marktüblicher AMR-Lösungen ein. Der durchschnittliche Return on Investment soll 12 Monate betragen.

Plattformdaten, Nutzlasten und typische Aufbauten

Die Basis ist ein kompakter, rechteckiger Transportroboter auf vier Rädern mit Elektroantrieb. Die Abmessungen vom AMR betragen 795 mm Länge, 560 mm Breite, 195 mm Höhe. Das Fahrzeug wiegt 60 kg. Für den autonomen Betrieb ist eine Fahrgeschwindigkeit von bis zu 2 m/s gegeben. In der Intralogistik kann der Rebel move Pro bis zu 250 kg tragen oder bis zu 900 kg ziehen. Die Akkuladung soll für einen Arbeitstag von 8 h ausreichen.

Für die Anpassung an konkrete Aufgaben sind verschiedene Aufbauten vorgesehen. Genannt werden z. B. höhenverstellbare Förderbänder sowie ein Cobot-Gelenkarm für Montagearbeitsplätze, ein Anhänger für Materialtransporte oder ein Regal mit Lichtsignalen zur Unterstützung der Kommissionierung. Der AMR ist auch im Außenbereich nutzbar.

Der Rebel move Pro wird in der eigenen Produktion als Shuttle genutzt, um Produkte von Spritzgussmaschinen abzutransportieren. Als Beispiel nennt das Unternehmen einen vollständig automatisierten Behältertransport inklusive Schnittstellen-Integration, bei dem Bauteile von der Spritzgussmaschine zum Montagevollautomaten transportiert werden – ohne manuelles Eingreifen.

Inbetriebnahme, Kartierung und Systemintegration

Bei der Inbetriebnahme setzt Igus auf eine automatische Umgebungserfassung: Während einer Rundfahrt erstellt der Roboter eine 3D-Digitalkarte des Raums. Dafür nutzt der AMR Rebel move Pro Lidar-Sensoren, 3D-Sensoren und eine Realsense-Kamera. Als Richtwert dient eine Kartierung von 200 m² in knapp drei Minuten. Danach soll der Roboter ohne Leitlinien oder Bodenmarkierungen autonom navigieren können.

Für die Programmierung gibt es einen vereinfachten Workflow, bei dem sich Bewegungen über Software ohne Programmierkenntnisse in kurzer Zeit anlegen lassen. Für die IT-/OT-Anbindung stehen offene Schnittstellen wie IoT, VDA 5050, REST, SAP oder ERP zur Verfügung. Zusätzlich wird die Kompatibilität mit externen Flottenmanagementlösungen wie Fleetexecuter, Kinexon oder Naise angegeben. Inbetriebnahme und Steuerung sind sehr einfach.

Komponenten für die Intralogistik

Energiekette ohne Führungsrinne spart 88 % Montagezeit

Im Vergleich zu einem Rinnensystem lassen sich mit der Energiekette Autoglide 5 von Igus 88 Prozent Montagezeit einsparen.


24.03.2020 | Energie auf langen Wegen sicher und preiswert führen war das Ziel bei der Entwicklung der Energiekette Autoglide von Igus. Die neue Energiekette wurde speziell für horizontale Anwendungen in Intralogistik und an Kranlagen konzipiert. Die Energieführung liegt mithilfe einer besonderen Unterseitenkonstruktion auf einem gespannten Seil. Im Vergleich zu Energieführungsketten im einem Rinnensystem lassen sich mit der Autoglide 5 88 % Zeit bei der Montage sparen.

Für die Energie- und Datenübertragung in engen Räumen und bei schnellen Gassenfahrten wie denen der Regalbediengeräte greifen viele Anwender auf Stromschienen zurück. Allerdings sind sie aufwendig zu warten, lassen sich standardmäßig nur für die Energieübertragung einsetzen und müssen regelmäßig gereinigt werden, um Kontaktstörungen zu vermeiden.

Um horizontal Kabel und Leitungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 4 m/s und bis zu 80 m Verfahrweg auch ohne Rinne sicher führen zu können, haben die Kölner eine neue Energieführung entwickelt. „Die Autoglide 5 lässt sich einfach in der Gasse auf einem Seil oder einem Profil aufbauen. Diese Ausführung ist preiswert und verkürzt die Montagezeit um 88 % im Vergleich zu Rinnensystemen. Zudem ist sie wartungsfrei,“ erklärt Christan Strauch, Branchenmanager Intralogistik beim Motion Plastics Spezialisten. „Damit sind die Energieketten zum Führen horizontaler Kabel und Leitungen eine echte Alternative zur Stromschiene.“

Strom und Daten ohne Rinne sicher führen

Für die sichere und schnell montierte Energieführung auf langen Wegen.

Für die Installation der Autoglide 5 benötigt der Intralogistiker nur das mitgelieferte Metallseil, welches er auf den Boden der Gasse spannt. Alternativ ist auch eine Führung über ein Kunststoffseil oder ein Profil möglich. Auf dem Seil können die Energieketten sicher verfahren, denn die Entwickler haben sich ein besonderes Führungskonzept überlegt.

Die Unterseite vom Kettenglied besitzt mittig ein Führungselement, über das sich die Energiekette sicher auf dem Seil ablegt. Für ein verschleißfestes und präzises Abrollen des Obertrums der Kette auf dem Untertrum setzten die Entwickler auf die Autoglide-Elemente. Kammartige Spritzschutzstege verhindern bei diesem System das Ausbrechen der Kabelführung.

Energiekette mit komfortabler Instandhaltung

Stromschienen bzw. die Kontakte des Stromabnehmers sind sehr verschleißanfällig und müssen bereits nach ein bis zwei Jahren ausgetauscht werden. Die langlebige und wartungsfreie Energieführung Autoglide 5 besteht aus Hochleistungskunststoffen und hat eine hohe Lebensdauer. Diese überprüft der Kunststoffspezialist derzeit im hauseigenen 3800 m² großen Testlabor. Hier überzeugte die Kette bereits mit ihrem leisen Lauf. Bei einer Geschwindigkeit von 2 m/s lag der Messwert bei 63 dB(A).

„Da die Autoglide 5 im Gegensatz zur Stromschiene keine offenen Kontakte hat, ist die Gasse einfach zu reinigen“, freut sich Christian Strauch. Die Energieführungskette gibt es als System bereits fertig konfektioniert als Readychain mit hochflexiblen Chainflex-Leitungen.

Einsatzmöglichkeiten von Hochleistungspolymeren in Gabelstaplern

Motion Plastics von Igus für FTS

15.02.2018 | Am Beispiel von Flurförderzeugen zeigt Igus, wo die speziell für dynamische Anwendungen entwickelten Motion Plastics überall zum Einsatz kommen können und wie sich mit ihnen Maschinenstillstände vermeiden lassen. So finden sich bereits „Iglidur“-Gleitlager in Lagerstellen für Hochlastschwenks, „Chainflex“-Leitungen und E-Ketten bei kleinsten Biegeradien und großen Hubhöhen im Hubgerüst.

Allen gemeinsam ist, dass sie eine hohe, online berechenbare Lebensdauer besitzen. So können die hochflexiblen Chainflex-Leitungen u. a. in Sitzen oder im Hubgerüst verbaut werden. Die Leitungen sind UV- sowie ölbeständig, flammwidrig und umfangreich im hauseigenen Testlabor getestet. Mit einer Garantie von 36 Monaten und kleinsten Biegeradien eignen sie sich für Anwendungen mit dauerhafter Beanspruchung.

Leitungen auf engstem Bauraum sicher führen

In Flurförderfahrzeugen müssen Leitungen auf engstem Bauraum sicher geführt werden. E-Ketten sind speziell für diese Aufgabe entwickelt, da sie nicht nur einen hohen Torsionswiderstand und leitungsschonenden Innenraum besitzen, sondern auch kleinste Biegeradien und Innenhöhen ermöglichen.

Durch ihren Aufbau sind sie modular, schnell montiert und sehr leicht. Durch abgerundete Formen im Innenraum der Energieketten sind diese besonders leitungsschonend. In Flurförderfahrzeugen kommen E-Ketten zum Beispiel zur Sitzverstellung oder im Hubgerüst von Schmalgangstaplern zum Einsatz, wo sie Leitungen vor äußeren Einflüssen schützen.

Flexibel einstellbares Cockpit mit Linearführungen

Für die Sitzverstellung kommen nicht nur Energieketten, sondern auch Linearführungen zum Einsatz, denn das Cockpit eines Flurförderfahrzeuges muss an verschiedenen Stellen individuell an die ergonomischen Bedürfnisse des Bedieners anpassbar sein. Das betrifft vor allem Kopfstütze, Armlehnen, Steuerungselemente und Türen.

Mit DrylinLinearführungen ist eine leichte und leise Verstellbarkeit auf geraden und gebogenen Schienen mit vordefinierten Rastpunkten möglich. Die Drylin-Technik ist besonders leicht, da die Schlitten auf Iglidur-Hochleitungspolymeren gleiten. Daher kommen diese Linearführungen ohne zusätzlichen Schmierstoffe aus und sind sehr wartungsarm, stoßunempfindlich und langlebig.

Gleitlager für schmier- und wartungsfreie Lagerung

Auch die Lagerstellen von Flurförderzeugen stellen besondere Anforderungen, wie beispielsweise hohe Lasten, an die eingesetzten Lager. Hier spielen die wartungsfreien Iglidur-Gleitlager ihre Vorteile aus. Der Anwender kann aus einem breiten Gleitlager-Katalogprogramm aus über 50 Tribo-Kunststoffen mit speziellen Eigenschaften auswählen. Einige Materialien sind hoch belastbar  bis zu 250 MPa und sind daher in Lagerstellen für Hochlastschwenks verbaut. Andere besitzen besonders niedrige Reibwerte und werden deshalb zur Lenksäulenlagerung oder an Pedalen eingesetzt. Alle Iglidur-Gleitlager haben eine hohe Lebensdauer, sind schmiermittelfrei, kostengünstig, leicht und schwingungsdämpfend.

Autor
Anja Görtz-Olscher

Anja Görtz-Olscher

Managerin Public Relations, Corporate Communications bei der Igus GmbH in Köln.

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