Meleghy Automotive nutzt Igus Low Cost Automation

Meleghy Automotive setzt in der Struktur- und Karosserietechnik auf flexible Automatisierung, um Produktionsprozesse stabiler, wirtschaftlicher und ergonomischer zu gestalten. Mit Low-Cost-Automation-Lösungen von Igus realisiert der Automobilzulieferer schnell umsetzbare Robotik-Projekte, die sich einfach und wirtschaftlich integrieren. Wir durften auf der Igus Fachpresse-Roadshow hinter die Kulissen von Meleghy blicken.
Struktur- und Karosserietechnik von Meleghy Automotive

Die Standorte von Meleghy Automotive zählen zu den modernen Produktionsadressen der automobilen Struktur- und Karosserietechnik. In den hochautomatisierten Press- und Montagebereichen entstehen täglich komplexe Bauteile und Baugruppen für Hersteller wie Audi, BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen. Präzise Prozesse, hohe Fertigungstiefe und ein ausgeprägter Qualitätsanspruch prägen die Produktion.
Mit rund 1300 Beschäftigten an acht europäischen Standorten in Deutschland, Spanien, Tschechien und Ungarn erwirtschaftet das Unternehmen rund 350 Millionen Euro Umsatz. Die internationale Ausrichtung kombiniert mit starker Kundennähe und einem hohen Automatisierungsgrad ist seit der Gründung 2012 ein zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie.
„Für uns steht nicht nur die reine Kostenreduzierung im Vordergrund, sondern die nachhaltige Verbesserung unserer Prozesse – im Sinne von Stabilität, Qualität und Effizienz“, betont Matthias Leienbach, Werkleiter in Wilnsdorf. „Low-Cost-Automation ist ein Baustein, mit dem wir diese Ziele pragmatisch und ohne großen Investitionsaufwand erreichen können.“
Auch COO Raúl Pérez unterstreicht die strategische Rolle: „Low-Cost-Automation ist für uns nicht nur ein lokales Pilotthema, sondern ein wichtiger Bestandteil unserer Gesamtstrategie. In einer Zeit der Digitalen Transformation mit neuen Antriebskonzepten, wechselnden Stückzahlen und wachsender Komplexität müssen Automatisierungslösungen skalierbar, wirtschaftlich und schnell umsetzbar sein. LCA gibt uns die Möglichkeit, genau das zu erreichen.“
Alles aus einer Hand mit geprüfter Kompatibilität

Meleghy Automotive verfolgt bei der Automatisierung einen zweigleisigen Ansatz: Neue Roboterzellen werden grundsätzlich so ausgelegt, dass sie sich ohne großen Aufwand auf wechselnde Fahrzeugmodelle anpassen lassen. Ergänzend setzt das Unternehmen gezielt auf Low-Cost-Automation von Igus, um schlanke, zuverlässige und wirtschaftliche Lösungen umzusetzen. Die Herausforderung dabei: Systeme müssen den hohen Qualitäts- und Prozesssicherheitsanforderungen der Automobilindustrie entsprechen – ungeplante Stillstände sind keine Option.
„Entsprechend erleichtert waren wir, als wir die Onlineplattform RBTX von Igus entdeckt haben,“ erklärt Matthias Leienbach. Auf der Plattform können Anwender passende LCA-Komponenten verschiedener Hersteller wie Roboter, Greifer, Vision-Systeme oder Steuerungen nach dem Baukastenprinzip kombinieren und dank Plug-and-Play schnell in Betrieb nehmen. „Normalerweise benötigt es viel Zeit, Systeme mit Komponenten verschiedener Anbieter zusammenzubauen, da allein die Kompatibilität problematisch sein kann. Da bei RBTX alles von vornherein hinsichtlich Kompatibilität getestet wird, konnten wir in kürzester Zeit und mit geringem Investment zwei Prozesse in unserer Produktion automatisieren,“ so Leienbach weiter.
Die Automobilindustrie ist von schwankenden Stückzahlen und kurzfristigen Projektanpassungen geprägt. Entsprechend hoch ist der Bedarf an flexiblen Lösungen. Meleghy Automotive setzt daher zunehmend auf kompakte, modular aufgebaute Automationssysteme, die sich ohne großen Aufwand auf neue Aufgaben umrüsten lassen. Anstatt in komplexe Großanlagen zu investieren, verfolgt das Unternehmen einen pragmatischen Ansatz: Systeme müssen schnell verfügbar, einfach integrierbar und zuverlässig betreibbar sein. „Mit den Lösungen von Igus können wir Prozesse effizient automatisieren, ohne lange Vorlaufzeiten oder komplexe Schnittstellen. Das erleichtert unseren Teams die Arbeit und schafft mehr Sicherheit und Beständigkeit im Ablauf“, sagt Matthias Leienbach.
Roboter setzt reproduzierbar Barcodes

Um Mitarbeitende von monotonen Tätigkeiten zu entlasten und gleichzeitig die Prozessstabilität zu erhöhen, automatisiert Meleghy Automotive auch einfache, aber qualitätsrelevante Arbeitsschritte. Ein Beispiel ist das Kennzeichnen von schwarzen, rohrförmigen Versteifungsstreben für die Karosserie.
Bislang wurden die Bauteile manuell gereinigt und mit Barcodes beklebt – ein zeitaufwendiger Prozess, der im Schichtbetrieb anfällig für Fehler war. Durch die Einführung einer Low-Cost-Automation-Lösung wird dieser Schritt nun reproduzierbar, sauber und vollständig automatisiert ausgeführt. „Unser Ziel war es, den Prozess nicht nur effizienter, sondern vor allem sicherer und konstanter zu gestalten“, sagt Matthias Leienbach.
Meleghy Automotive setzte die Barcode-Anwendung mit einer individuell konfigurierten RBTX-Lösung um. Kern der Zelle ist das zweiachsige Flächenportal DLE-FG-0002 von Igus. Es ist kompakt auf einem Arbeitstisch montiert und deckt einen Arbeitsraum von 300 x 300 mm ab. In vier Vorrichtungen legen die Mitarbeitenden die Rohre ein, der restliche Ablauf läuft vollautomatisch: Der Portalroboter verfährt über Zahnriemen und Nema 17-Schrittmotoren präzise zu jeder Position und druckt mittels montiertem Druckkopf zwei weiße Barcodes direkt auf die Oberfläche – ohne vorherige Reinigung und innerhalb weniger Sekunden.
„Mit einem vergleichsweise kleinen Investment konnten wir diesen Arbeitsschritt effizient und zuverlässig automatisieren“, sagt Elektrotechniker Richard Kremser. Die Kosten für das Portal lagen insgesamt bei unter 2000 Euro. Der Betrieb ist nahezu wartungsfrei, da die Linearführung über Gleitlager aus Hochleistungskunststoff läuft. Eingelagerte Festschmierstoffe ermöglichen einen leichten, schmutzunempfindlichen Trockenlauf ganz ohne Öl oder Fett.
„Wir haben die Lösung intern vorgestellt und sofort großes Interesse an anderen Standorten geweckt“, ergänzt Matthias Leienbach. „Das zeigt, dass Low-Cost-Automation ein echtes Zukunftsthema ist – wenn sie richtig eingesetzt wird.“
Cobot unterstützt ergonomisch den Pressprozess

Nach dem erfolgreichen ersten Projekt entschied sich Meleghy für eine weitere Automatisierungslösung – diesmal in einer Schweißzelle, in der Schweißmuttern auf Bleche gesetzt werden. Bisher mussten Mitarbeitende zwei Bleche manuell aus der Kiste entnehmen und in die Anlage einlegen. Ein ergonomisch belastender, monotoner Vorgang, der sich nur bedingt prozesssicher ausführen ließ.
Heute übernimmt ein kompakter Cobot diese Aufgabe vollständig. Zum Einsatz kommt der über RBTX beschaffte Dobot Nova 5: ein kollaborativer Roboter mit 5 kg Traglast, 850 mm Reichweite und einer Wiederholgenauigkeit von ±0,05 mm. Ergänzt um einen Vakuumgreifer (407 Euro) legt der Roboter die Bleche vom Transportband zuverlässig in die Maschine ein, angesteuert über SPS-IOs. Die Investition für den Cobot blieb überschaubar.
„Neben der Effizienzsteigerung steht hier ganz klar die Verbesserung der Ergonomie im Mittelpunkt“, betont Richard Kremser. „Low-Cost-Automation hilft uns, Arbeit sicherer und gleichzeitig wirtschaftlicher zu gestalten.“
Low Cost Automation für mehr Stabilität und Zukunftssicherheit

Nach den erfolgreichen Pilotprojekten baut Meleghy Automotive den Einsatz von Low-Cost-Automation konsequent aus. Die Lösungen sollen nicht nur punktuelle Verbesserungen erzielen, sondern die gesamte Transformationsphase der Automobilindustrie begleiten. „Wir sehen in LCA eine entscheidende Brücke zwischen klassischer Industrieautomation und der digital vernetzten Fabrik“, erklärt Raúl Pérez. „Sie unterstützt uns dabei, Innovation und wirtschaftliche Stabilität miteinander zu verbinden.“
Aktuell testet das Werk in Wilnsdorf den Rebel von Igus – einen besonders leichten Cobot aus Hochleistungskunststoff. Mit sechs Achsen, 2 kg Traglast und 664 mm Reichweite eignet er sich für einfache Handhabungsaufgaben wie das Ablegen flacher Metallteile in ein Magazin. Sein Eigengewicht von nur 8,2 kg macht ihn zum leichtesten Vertreter seiner Klasse und ermöglicht flexible Installationskonzepte.
„Low-Cost-Automation ist für uns ein zentraler Baustein der Zukunftsstrategie“, betont Matthias Leienbach abschließend. „Sie hilft uns, Wirtschaftlichkeit, Prozessqualität und die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden gleichermaßen im Blick zu behalten und damit langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.“
