Stromverteilung: Feldstudie bestätigt massive Zeitersparnis bei RilineX

Wie viel Effizienzpotenzial steckt noch in der Sammelschienen-Technik? Eine aktuelle Feldstudie beim Schaltanlagenbauer Gefeba Elektro liefert konkrete Zahlen. Unter wissenschaftlicher Begleitung wurde das neue System RilineX von Rittal gegen herkömmliche Lösungen getestet. Das Ergebnis: Montagezeiten sinken drastisch – in der Spitze um bis zu 80 %.
Der Termin- und Kostendruck im Schaltanlagenbau wächst stetig, während gleichzeitig Fachkräfte fehlen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Fertigungsprozesse beschleunigt werden, ohne die Qualität zu gefährden. Marcel Birkenberger, Fertigungsleiter bei der Gefeba Elektro GmbH in Gladbeck, kennt diese Herausforderungen aus 30 Jahren Erfahrung:
„Es ist schon irre, wie schnell sich der Markt gerade verändert. Hohe Kundenorientierung hat das Familienunternehmen gefeba schon seit Gründung vorangebracht. Wenn das so bleiben soll, dann brauchen wir ein waches Auge für Innovationen, mit denen wir die immer stärker nachgefragten maßgeschneiderten Lösungen mit kurzen Lieferzeiten anbieten können.“
Vor diesem Hintergrund beteiligte sich Gefeba an einer von Rittal initiierten Studie, um die neue Sammelschienen-Plattform RilineX unter Realbedingungen zu testen.
Methodik: Wissenschaftlich begleiteter Vergleich

Um belastbare Daten zu erhalten, wurde die Untersuchung unter unabhängiger Leitung des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik durchgeführt. Ziel war der direkte Vergleich der Montagezeiten zwischen dem etablierten System Riline60 und der neuen Plattform RilineX. Dabei wurden verschiedene Szenarien analysiert:
- Manuelle Montage vs. maschinenassistierte Fertigung (CNC-Bearbeitung der Montageplatte).
- Einsatz vorgefertigter Komplettboards vs. Einzelmontage modularer Komponenten.
Volker Schmidt, Leiter Produktmanagement RilineX bei Rittal, betont die Praxisnähe der Partnerwahl:
„Für die Relevanz der Studie war uns wichtig, einen Betrieb mit Vollprofis auszuwählen, die viel Erfahrung mit dem effizienten Einsatz der alten Systeme haben. Bei Gefeba hat alles gepasst.“
Auch für den Anwender spiegelte das Setup die Realität wider:
„Für die Studie haben wir bewusst Arbeitsschritte identifiziert, die so fast bei all unseren Projekten notwendig sind. Insofern ist das, was wir hier gemacht haben, nicht nur graue Theorie, sondern bildet tatsächlich den Arbeitsalltag vieler Schaltanlagenbauer ab“, so Birkenberger.
Design-Vorteil: Fehlervermeidung durch „Click & Work“
Ein zentraler Aspekt der neuen Plattform ist das werkzeuglose Design. Das System erzwingt konstruktiv die korrekte Montage. Komponenten lassen sich nur auf eine Weise verbinden.
„Wir waren erstaunt, dass bei der Sammelschienentechnik überhaupt noch so ein Quantensprung möglich ist“, kommentiert Birkenberger. „Wir haben alle Komponenten auf einen Tisch gelegt und einfach ausprobiert. Schnell hat sich gezeigt, wie einfach alles funktioniert.“
Dieser Ansatz adressiert direkt den Fachkräftemangel, da die Komplexität der Tätigkeit sinkt.
„Wir können jetzt sogar angelerntes Personal damit arbeiten lassen“, erklärt der Fertigungsleiter. „Angesichts des Fachkräftemangels ist das natürlich ein erheblicher Gewinn.“
Die Ergebnisse im Detail
Die gemessenen Zeiteinsparungen übertrafen laut Bericht selbst die Erwartungen der Entwickler. Der Verzicht auf individuell auszulegende Halter und das Zuschneiden von Berührungsschutz bei den Komplettboards beschleunigen den Prozess signifikant.
Die Einsparungen im Überblick:
| Montageszenario | Zeitersparnis (vs. Riline60) |
| Komplettboard (manuell) | ca. 75 % |
| Komplettboard (CNC-gestützt) | ca. 80 % |
| Modulares Board (manuell) | ca. 60 % |
| Modulares Board (CNC-gestützt) | ca. 55 % |
Besonders deutlich wurde der Vorteil bei der Anreihung von Schaltschränken. Während die Verbindung zweier getrennter Schienensysteme beim Vorgängersystem über 21 Minuten in Anspruch nahm, erledigten die Gefeba-Experten dies mit RilineX in unter 3,5 Minuten.
„Für uns ist das einer der entscheidenden Mehrwerte von RilineX“, ordnet Marcel Birkenberger ein. „Wenn es zum Beispiel um die Erweiterung der Stromverteilung in einem Fertigungsunternehmen geht, haben wir weniger Arbeit. Und, was noch wichtiger ist, die Produktion unseres Kunden muss deutlich weniger lange ruhen. Je nach Fertigungsumfeld ist damit für den Fabrikbetreiber die Kosteneinsparung durch kürzere Produktionsunterbrechungen immens.“
Auch bei der Bestückung mit Komponenten wie Geräteadaptern oder Sicherungslasttrennern zeigten sich Effizienzsprünge. Beim Geräteadapter lag der Vorteil bei 85 %.
Fazit: Eine halbe Schicht pro Schrank gespart

Für den Schaltanlagenbauer summiert sich die Zeitersparnis zu einem relevanten Wettbewerbsvorteil.
„Es ist schon mehr als erstaunlich, dass sich allein mit dem richtigen Schienensystem so viel Zeit einsparen lässt“, resümiert Birkenberger. „Wenn ich die Prozentwerte in Arbeitszeit umrechne, dann heißt das, dass ich praktisch eine halbe Arbeitsschicht pro Schaltschrank einsparen kann. Der Effizienzgewinn ist also enorm.“
Neben der Wirtschaftlichkeit hebt der Anwender auch das optische Signal der neuen Technik hervor:
„Gefällt mir sehr gut, dass die Boards in der ungewöhnlich leuchtenden Farbe kommen. So sieht man schon von Weitem: Hier ist neueste Technologie verbaut!“
Abschließend sieht Birkenberger in der Umstellung Vorteile für beide Seiten – Fertiger und Endkunde:
„Die Studie hat ziemlich deutlich gezeigt, dass RilineX eine jener Innovationen ist, mit denen wir wirklich sinnvoll auf die veränderten Marktanforderungen reagieren können. Wir selbst werden effizienter, und unsere Kunden erhalten eine sehr leicht zu handhabende und flexibel erweiterbare Lösung. Das ist also eine Win-Win-Situation.“



