EHEDG & FDA konform – Kunststoffe im Hygienic Design

Durch ihre hygienische Bauweise und einfache Reinigungsmöglichkeit erfüllt die Linear- und Antriebstechnik von Igus die strengen Anforderungen der Getränke- und Lebensmittelindustrie. Zudem trägt sie zur Sicherheit und Effizienz im Produktionsprozess bei. Entdecken Sie die Neuheiten der EHEDG und FDA konformen Produkte, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen.
Die Ansprüche der Verbraucher wachsen
Die Verbraucheransprüche an die Lebensmittelechtheit und Lebensmittelsicherheit in der Ernährungsgüterindustrie wachsen. Vor dem Ziel bestmögliche Produktsicherheit zu bieten, werden weltweite Standards von Behörden wie der FDA immer strenger. Folglich steigen auch die Ansprüche an Bauteile von Maschinen und Anlagen. Um Maschinenbauern und -betreibern eine hygienische, wartungsarme und ausfallsichere Produktion zu ermöglichen, erweitert Igus ständig sein Portfolio schmierfreier Drylin Linear- und Antriebstechnik im Hygienic Design. Die Produkte sind oft nicht nur FDA konform und erfüllen EU-Vorgaben, sondern werden auch den Richtlinien der EHEDG im Hinblick auf die Reinigbarkeit gerecht.
Igus Technik – EHEDG und FDA konform
Nachfolgend finden Sie die Neuentwicklungen für die Lebensmitteltechnik aus der Motion Plastics Fabrik in Köln.
BPA-freier Kunststoff für Lebensmittelmaschinen

06.05.2026 | Die EU-Verordnung 2024/3190 stellt Hersteller von Maschinen für die Lebensmittelindustrie vor eine neue Herausforderung. Mit Iglidur A351 präsentiert Igus nun einen BPA- und BPS-freien Hochleistungskunststoff. Für Konstrukteure in der Lebensmittel- und Verpackungstechnik bietet der Werkstoff eine BPA-freie Alternative für schmierfreie, leichte und temperaturbeständige Komponenten mit direktem oder indirektem Produktkontakt.
Ab Juli 2026 dürfen neu in Verkehr gebrachte Maschinen mit Produktkontakt keine Komponenten mehr enthalten, die den hormonell wirksamen Kunststoff-Bestandteil Bisphenol-A nutzen. Für bestehende Produktlinien gilt eine Übergangsfrist bis Januar 2028.
Der neue Werkstoff ist FDA-konform und soll Konstrukteuren den Wechsel auf normgerechte Bauteile erleichtern, ohne dass dafür grundlegende technische Anpassungen erforderlich sind. Aus Iglidur A351 lassen sich u. a. Gleitlager für Förderanlagen, Zahnräder für Verpackungsmaschinen sowie Linearführungen oder Abstandshalter für Abfüll- und Verpackungslinien herstellen. Das Material gibt es als Granulat für den Spritzguss, als Halbzeug für die CNC-Bearbeitung und als Filament für den 3D-Druck.
„Viele Anwender berichteten von Schwierigkeiten, geeignete Komponenten für die neuen regulatorischen Anforderungen zu beschaffen. Konstrukteure können mit Iglidur A351 auch in Zukunft normgerecht arbeiten. Denn das Material ist nicht nur FDA-konform, sondern auch frei von Bisphenol-A und Bisphenol-S“.
– Lars Butenschön, Leiter Geschäftsbereich Iglidur Gleitlager bei Igus
Stabiler Kunststoff für hygienische Anwendungen
Iglidur A351 kombiniert mehrere Eigenschaften, die für Lebensmittelmaschinen relevant sind. Der Werkstoff besitzt eine Dichte von rund 1,42 g/cm³ und ermöglicht damit stabile, zugleich leichte Bauteile. Mit einer Druckfestigkeit von etwa 78 MPa eignet er sich auch für Anwendungen mit höheren Flächenpressungen.
Die geringe Feuchtigkeitsaufnahme von rund 0,6 % unterstützt die Maßhaltigkeit in feuchten Produktionsumgebungen. Zudem ist der Werkstoff für Dauertemperaturen von -100 bis +180 °C ausgelegt. Damit kann er sowohl bei höheren Prozesstemperaturen als auch bei intensiven Reinigungszyklen eingesetzt werden.
Trockenlauf ohne externe Schmierung
Wie andere Werkstoffe der Iglidur-Familie enthält auch Iglidur A351 integrierte Festschmierstoffe. Dadurch arbeiten Lagerstellen im Trockenlauf und benötigen keine externe Schmierung. Für Lebensmittelmaschinen ist das ein wichtiger Vorteil, weil sich Wartungsaufwand und hygienische Risiken reduzieren lassen.
Zusätzlich unterstützt die blaue Farbe des Werkstoffs die optische Detektierbarkeit in der Lebensmittelproduktion und erhöht damit die Produktsicherheit. Igus hat Iglidur A351 im eigenen Labor in Köln getestet.
Linearmodul im Hygienic Design für Getränketechnik
10.12.2024 | Die Unternehmen in der Getränkeindustrie unterliegen immer strengeren Regularien. Sie müssen sicherstellen, dass sich ihre Anlagen für das Abfüllen, Etikettieren, Verpacken und Inspizieren von Flaschen und Dosen leicht sowie gründlich reinigen lassen. Das betrifft auch die Lineartechnik, die zum Beispiel bei der Justierung und Bewegung von Abfüllköpfen, Etikettenspendern und Kamera-Systemen eingesetzt werden.
„Derzeit steigt die Nachfrage nach Lineartechnik im Hygienic Design rasant. Maschinenhersteller suchen nach Wegen, das Kontaminationsrisiko ihrer Anlagen weiter zu reduzieren und gleichzeitig den Reinigungsaufwand und somit die Betriebskosten zu senken“, bestätigt Michael Hornung, Produktmanager Drylin Linear- und Antriebstechnik bei Igus.
Für diesen Balanceakt bietet der Kunststoffspezialist ein wachsendes Produktportfolio nach den Richtlinien der European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG). Diese verlangen, dass Komponenten entweder im spaltfreien Design ausgeführt oder entsprechend gekapselt sind. „So können wir einen sicheren und effizienten Betrieb von Produktionsanlagen in der Getränkeindustrie unterstützten“, sagt Herr Hornung.
Linearmodul für hygienische Positionierungsaufgaben
Neben den Produkten stellte Igus auf der Braubeviale 2024 eine Designstudie für eine einbaufertige SHT-Linearachse vor, die nicht nur die FDA- und EU-Vorgaben erfüllt, sondern auch den Richtlinien der EHEDG im Hinblick auf die Reinigbarkeit gerecht wird.
Die hinsichtlich besserer Spülbarkeit optimierte Linearachse eignet sich z. B. für Abfüllstationen, in denen sie präzise und hygienische Bewegungen für die Positionierung von Flaschen und Dosen ermöglicht. Die Achse nutzt Edelstahl-Rundwellen als Führung und nutzt als Antrieb Dryspin Gewindetechnik aus korrosionsbeständigem Edelstahl.
Die Traversenbaugruppe besteht aus zwei Gehäusehälften, die mit einer FDA-konformen Silikonflachdichtung und hygienegerechten Schrauben abgedichtet sind. Speziell entwickelte Abstreiferdichtungen schützen die Wellen und verhindern das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in die Traverse. Die Gewindemutter wurde auf der Spindel so konzipiert, dass großzügige Spalten entstehen, welche Ablagerungen vermeiden und die effiziente Reinigung zulassen.
Hygienische Lineargleitführung mit spaltfreiem Design

18.09.2023 | Eine tägliche Reinigung mit Chemikalien ist der Alltag von Maschinen in der lebensmittel verarbeitenden Industrie. Schon der kleinste Totwinkel, indem sich Feuchtigkeit ansammelt, kann zu einer Kontamination des Produktes führen. Daher legen immer mehr Betreiber Wert auf eine Auslegung der Bauteile nach Hygienic Design-Richtlinien.
Igus ist Mitglied in der EHEDG und hat die erste Lineargleitführung entwickelt, die konsequent an die Hygienic Design-Richtlinien angelehnt wurde. Dafür sorgen FDA-konforme Werkstoffe wie das Hochleistungspolymer, ein hochlegierter Edelstahl und die spülbare Innenkonstruktion des Schlittens.
Die Drylin W-Linearführung (Bild oben) verfügt über ein spaltfreies Designs. Der Fokus bei der Entwicklung lag in der Gestaltung eines komplett spülbaren Schlittens, bei dem Flüssigkeiten ungehindert ablaufen können, ohne dass sich Feuchtgebiete bilden. „Eine Neuheit auf dem Lineartechnik-Markt. Die meisten Hygienic Design-Lösungen basieren bisher auf einer kompletten Umhausung“, erklärt Stefan Niermann, Leiter Drylin Linear- und Antriebstechnik bei der Igus GmbH.
Der neue Schlitten besteht komplett aus dem FDA- und EU10/2011-konformen Hochleistungspolymer Iglidur A160. Der schmierfreie Werkstoff beweist sich bereits jetzt mit seinen geringen Reibwerten als Gleitlagermaterial in unzähligen Anwendungen in der Lebensmittelindustrie.
Hygienegerechte Schrauben und extra große Spülnuten werden verwendet. Angeschrägte Kanten ermöglichen einen schnellen Ablauf der Reinigungsmittel. Die Bodendichtung schützt den Raum unter der Schiene vor Verschmutzung. Es können sich keine Rückstände von Lebensmitteln und Chemikalien absetzen. Eine Abdichtung der Wellen schützt Spalte vor Rückständen.
Als Linearschiene dient ein korrosionsbeständiger und hochlegierter Edelstahl V4A. Mikroskopische Oberflächenstrukturen, die das Anhaften von Schmutz verhindert, werden vermieden.
Detektierbare Tribo-Polymere für den Kontakt mit Lebensmitteln

27.05.2019 | Medienbeständigkeit, Schmiermittel- und Korrosionsfreiheit müssen Maschinenelemente in der Lebensmittelindustrie erfüllen. Um im Schadensfall einer Anlage Bruchteile schnell erkennen zu können, hat Igus jetzt mit Iglidur FC180 und Igumid FC zwei neue optisch und magnetisch detektierbare Werkstoffe für seine Gleit- und Gelenklager entwickelt. Die Materialien sind FDA konform und EU10/2011-konform.
Der tribologisch optimierte Gleitlagerwerkstoff Iglidur FC 180 (Food Contact) ist optisch durch seine blaue Farbe und durch Hinzugabe entsprechender, lebensmittelkonformer Additive von Metalldetektoren detektierbar. So können im Schadensfall der Anlage Bruchteile schnell erkannt und entfernt werden. Damit werden die Reinheit des Produktes gesichert und kostenintensive Rückrufaktionen verhindert. Die geringe Feuchtigkeitsaufnahme und Schmiermittelfreiheit des Iglidur FC 180 sprechen ebenfalls für die Eignung in Lebensmitteltechnik sowie Getränke- und Verpackungsindustrie.
Mit dem Gehäusematerial Igumid FC in Kombination mit Iglidur FC180 als Kalottenwerkstoff gibt es nun erstmals selbsteinstellende „Igubal“-Lager, die für den direkten Lebensmittelkontakt zugelassen sind. Die sehr gute Detektierbarkeit der Werkstoffe bestätigte auch die Sesotec GmbH, Spezialist für Fremdkörperdetektion und Hersteller von Metalldetektoren für die Lebensmittelindustrie.
Selbst kleinste Bruchstücke von 0,0139 g (Iglidur FC180) bzw. 0,0157 g (Igumid FC) konnten beim Passieren des Metalldetektors Intuity auf einem Förderband (Bild rechts) noch identifiziert werden. Die schwingungsdämpfenden Lager sind aufgrund ihrer Polymerbasis korrosions- und medienbeständig, wodurch sie selbst bei der Reinigung mit Wasser und vielen Reinigungsmedien Stand halten.
