ZVEIExpertenwissen

Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI

Die deutsche Elektroindustrie plädiert nachdrücklich dafür, die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland nicht auf die Fragen Kernkraft und Laufzeitverlängerung zu reduzieren. Wichtiger sei, so Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, dass jetzt bei Energieeffizienz, intelligenten Netzen und Integration der erneuerbaren Energien und der Elektromobilität die Weichen für die nächsten Jahrzehnte richtig gestellt werden. Dies bedeute: hoher Anteil erneuerbarer Energien, Versorgungssicherheit und international wettbewerbsfähige Strompreise.

„Wir brauchen den schnellen Ausbau des Stromnetzes zu einem echten Smart Grid, sonst wird es nichts mit dem von Allen gewünschten verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien“, so Dr. Mittelbach. „Diese moderne Technik ist angewiesen auf eine wesentlich verbesserte Netzstruktur.“

Im Energiekonzept der Bundesregierung seien wichtige Forderungen des ZVEI bereits aufgegriffen. So sei der geplante Energieeffizienzfonds zu begrüßen. Ziel müsse sein, dass damit die bereits am Markt vorhandenen effizienzsteigernden Produkte und Systeme der Elektroindustrie endlich auch auf breiter Basis zum Einsatz kämen, so Dr. Mittelbach: „Die größte Energiequelle ist Energieeffizienz.“

Beispiele dafür seien der Austausch veralteter Antriebe oder der Einsatz neuester Automatisierungs- und Gebäudesteuerungstechnik. So könne die Prozessautomation helfen, in der Industrie mehr als 20 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einzusparen. Durch den Austausch alter gegen neue, energieeffiziente Produkte und Systeme könnten allein in Deutschland mehr als 100 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr eingespart werden – 70 Milliarden davon bei Antrieben, Beleuchtung sowie Kühl- und Gefriergeräten. Das entspräche fast der Hälfte des privaten Stromverbrauchs. In Gebäuden spare moderne Steuerungstechnik zusätzlich zehn bis 15 Prozent Energie ein.


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