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mayr20718Wind Energy Halle B5, Stand 405

Fachartikel

Mit dem intelligenten Überwachungsmodul „Roba-brake-checker“ für Yaw- und Pitch-Bremsen setzt Mayr Antriebstechnik neue Standards für sensorloses Monitoring in der Windkraft. Mit dem Modul haben Anlagenbetreiber die Bremsen bezüglich Schaltzustand, Temperatur und Verschleiß immer im Blick.

 

Windkraftanlagen rund um den Globus sind mit den elektromagnetischen Bremsen des Antriebsspezialisten ausgestattet. Denn als weltweit führender Hersteller für Windkraftbremsen bietet das Familienunternehmen aus dem Allgäu mit den „Roba-stop-M“-Bremsen speziell für Yaw- und Pitchantriebe entwickelte und getestete Sicherheitsbremsen. „Alle Bremsenbauteile sind sicher dimensioniert und nur aus hochwertigen, geprüften und bewährten Werkstoffen gefertigt“, erklärt Andreas Merz, Produktmanager bei Mayr und weiter: „Unsere Bremsen sind so ausgelegt, dass sie das spezifizierte Bremsmoment unter allen auftretenden Betriebsbedingungen, unabhängig z. B. von Luftfeuchtigkeit oder je nach Region auch Umgebungstemperatur, zuverlässig erreichen.“ Und das bestätigt auch der Germanische Lloyd (GL), der die Cold Climate Version der Roba-stop-M für den Tieftemperatureinsatz bis -40 °C zertifiziert hat.

Generell achtet das Unternehmen auf eine sorgfältige Qualitätskontrolle: Dazu gehören qualitätssichernde Maßnahmen während des Konstruktionsprozesses sowie eine umfassende Endprüfung. Eine elektronische Datenbank, in der die Messwerte zusammen mit den dazugehörigen Seriennummern eines Produkts archiviert werden, gewährleistet dabei eine 100-prozentige Rückverfolgbarkeit.

Bremsentechnologie 4.0

mayr10718Mit intelligenten Überwachungsmodulen für seine Yaw- und Pitchbremsen setzt der Hersteller neue Standards. Denn auch in der Windkraft rückt das Monitoring von elektromagnetischen Bremsen immer mehr in den Fokus. Das intelligente Modul Roba-brake-checker arbeitet ohne Sensoren. Stattdessen erkennt es durch die Analyse von Strom und Spannung die Bewegung der Ankerscheibe und weiß zu jedem Zeitpunkt, in welchem Zustand sich die Bremse befindet. Es überwacht neben Schaltzustand, Temperatur und Verschleiß auch auf Zugweg- oder Zugkraftreserve, also ob der Magnet noch in der Lage ist, die Ankerscheibe anzuziehen.

Mit dem neuen Modul werden somit jetzt bei der Überwachung deutlich mehr Prozesse als mit Mikroschaltern und Initiatoren abgebildet. Bei Erreichen der Zugkraftreserve sendet der Roba-brake-checker so frühzeitig ein Warnsignal, dass noch eine bestimmte Betriebszeit der Bremse möglich ist. In dieser Zeit kann der Windkraftanlagenbetreiber bzw. -hersteller die Wartung abgestimmt auf seinen Arbeitsprozess vornehmen. In einer weiteren Ausbaustufe übernimmt das Modul gleichzeitig auch die Ansteuerung der Bremse und ersetzt damit einen Gleichrichter. Schaltzustandsüberwachung und Bremsenansteuerung sind so in einem Gerät kombiniert.

Zustandsüberwachung ohne Schalter

„Dadurch dass der Roba-brake-checker sensorlos arbeitet, also kein Mikroschalter bzw. Näherungsinitiator zur Schaltzustandsüberwachung außen an der Bremse angebracht werden muss, können Sicherheitsbremsen in Grundbauform eingesetzt werden“, erläutert Andreas Merz. „Zudem entfallen die zusätzliche Verkabelung und die je nach Schutzart eventuell nötige Abdichtung der Schalter und Initiatoren.“

Anders als bei der Lösung mit Schaltern und Initiatoren, die aufgrund ihrer Einbausituation an der Bremse Stößen und Vibrationen ausgesetzt sind, erfolgt die Überwachung mit dem Roba-brake-checker vom Schaltschrank aus, d. h. in geschützter Umgebung. Ausfälle durch Vereisen und Fehlsignale durch Schmutz wie zum Beispiel Reibstaub sind damit ausgeschlossen. Durch das elektrische Schalten des Roba-brake-checkers in der DC-Version kann zudem die Anlagenverfügbarkeit erhöht werden. Denn es entsteht keine kritische Funkenbildung mehr am Schaltschütz, die bei üblicher Beschaltung zum  Abbrand der Kontakte führen kann.

Bild oben: Permanentes Bremsen-Monitoring: Das intelligente Modul Roba-brake-checker überwacht ohne Sensoren neben dem Schaltzustand auch die Zugwegreserve und detektiert sicherheitskritische Veränderungen von Spannung, Luftspalt und Temperatur. Damit werden also deutlich mehr Prozesse als bislang abgebildet.


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