Industrie aktuell

Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne, Wasser und Recycling

renk0317Renk Test System lieferte zwei Prüfanlagen als Herzstück für das neue Großlager-Prüfzentrum von SKF. Diese Prüfstände sollen dazu beitragen, Großlager noch kompakter, robuster, reibungsärmer sowie langlebiger zu entwickeln. Der größere der beiden neuen Teststände kann weltweit erstmals nicht nur das Hauptlager einer Windturbine mit bis zu 6 m Durchmesser prüfen, sondern die komplette Lagerungseinheit.

Mit Hilfe der Automatisierungs-Software „Dynamik Data Systems“ simuliert der Prüfstand alle erdenklichen Lastfälle von Windenergieanlagen wie extreme Stürme oder das Taumeln des Rotors. Die beiden Prüfsysteme, der Main Shaft Test Rig (MSTR) und der Dynamic Development Test Rig (DDTR) sind um den Faktor Tausend größer als bisherige Renk Prüfstände, die üblicherweise den Kilonewton-Bereich abdecken. Die in Schweinfurt installierten Testeinheiten arbeiten in Meganewton-Dimensionen.

Bei kombinierter Lasteinleitung kann der MSTR mit einem Biegemoment von 40 MNm und axial sowie radial jeweils mit einer Kraft von 8 MN dynamisch auf das Prüflager einwirken. Auch der kleinere DDTR-Prüfstand, der Großlager für Schiffbau, Bergbau, Papierindustrie oder auch für den Zement- und Stahlsektor auf Herz und Nieren testet, hat es in sich: Er realisiert Rotationsgeschwindigkeiten von 250 min-1 und belastet die zu prüfenden Lager mit bis zu 7 MN.

Abmessungen und Gewicht der beiden Testsysteme sind gigantisch: Der mit einem Energierückgewinnungssystem ausgestattete MSTR ist rund 9 m breit, 11 m hoch und 8 m tief. Er wiegt gut 700 t. Allein seine Belastungsscheibe hat eine Masse von 125 t bei etwa 7 m Durchmesser. Das Eigengewicht des DDTR, der ebenfalls über ein Energierückgewinnungssystem verfügt, beträgt ca. 300 t.

Diese Prüfstände sind auch Werkzeuge zur Grundlagenentwicklung: Selbst modernste Simulationsprogramme können noch nicht alle im praktischen Betrieb auftretenden dynamischen Prozesse in Großlagern realitätsgetreu abbilden. So vermuten Experten im praktischen Einsatz von Großlagern nach wie vor gewisse Phänomene, die von aktuellen Simulationsmodellen nicht hinreichend berücksichtigt werden. Diese Besonderheiten gilt es mit Hilfe der Prüfstände zu untersuchen. Aufgabe ist zum Beispiel auch die Analyse der Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Schmierungsbedingungen und verschiedenen Lagerdesigns bzw. -Materialien.
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