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Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne, Wasser und Recycling

mayr11218Anwenderbericht

Der Wechsel von Hydraulik- und Getriebeöl bei Offshore-Windkraftanlagen ist eine Herausforderung. Deshalb hat die Firma Speedwind Offshore ein containergebundenes System für den schnellen und sauberen Ölwechsel auf dem Meer entwickelt – derzeit weltweit das einzige mit Zertifizierung durch den DNV GL. In der Abrisssicherung setzt das Unternehmen dabei auf „EAS-axial“ Überlastelemente von Mayr Antriebstechnik.

 

Ein regelmäßiger Wechsel der Hydraulik- und Getriebeöle ist aufgrund der starken Belastung eine wichtige Voraussetzung für eine lange Lebensdauer der Windkraftanlagen. Zusätzlich wirken sich schwankende Temperaturen und Witterungseinflüsse auf die Eigenschaften der Schmierstoffe aus. Mit dem Container SWOC 1.0 hat Speedwind Offshore aus Wilhelmshaven ein System für den schnellen, sicheren und sauberen Ölwechsel auf dem offenen Meer entwickelt. Der 20-Fuß-Container zum Absaugen und Befüllen der Anlagen wird auf Schiffen zu den Windparks transportiert.

„Der Container benötigt dabei keinerlei Equipment vom Schiff, lediglich den Platz zum Abstellen“, erläutert Uwe Thiele Projektmanager bei Speedwind Offshore. „Eingesetzt werden darf der Container auf allen Schiffen, die in Windparks arbeiten, denn er ist vom DNV GL (Det Norske Veritas und Germanischer Lloyd) zertifiziert. Wir sind damit das einzige Unternehmen weltweit, das einen Ölwechselcontainer mit dieser Zertifizierung anbieten kann.“

Sichere und saubere Befüllung

mayr21218Der Container verfügt über zwei separate Schlauchsysteme für die sortenreine Befüllung der Getriebe- und Hydrauliksysteme und ist sowohl für den Tages- als auch den Dauereinsatz ausgelegt. Er erfüllt dabei die gängigen internationalen Arbeits- und Umwelt-Sicherheitsstandards nach Solas (Safety of life at sea) und Marpol (Convention for Prevention of Marine Pollution).

So sorgt zum Beispiel eine speziell entwickelte Abrisssicherung dafür, dass beim Befüllen bzw. Abpumpen kein Öl austreten kann und vermeidet damit zuverlässig Gewässerverschmutzungen und Umweltschäden. In der Abrisssicherung werden die bewährten EAS-axial Überlastelemente von Mayr eingesetzt, dem Spezialisten für Kupplungen und Bremsen aus Mauerstetten im Allgäu.

Diese Überlastelemente sind im Safety-Arm des Ölwechselcontainers verbaut und rasten aus, wenn die Zug- bzw. Druckkraft zu groß wird und den vorher eingestellten Wert überschreitet. Eingestellt wird die Auslösekraft über die Vorspannkraft von Tellerfedern. Im Überlastfall verschiebt sich der Bolzen im Inneren des EAS-axial Kraftbegrenzers relativ zum Gehäuse und bewegt dabei die Schaltsegmente radial nach außen. Die Kraftübertragung wird damit sofort unterbrochen.

Zuverlässige Kraftbegrenzung

„Die Abrisssicherung wird benötigt, wenn die Schiffe – auch mit Dynamischen-Positionier-Systemen (DPS) – während des Ölwechselvorgangs zum Beispiel bei starkem Seegang ihre Position nicht mehr halten können und von den Windkraftanlagen abdriften“, beschreibt Uwe Thiele die Vorrichtung. „Wenn der Druck (bzw. Zug) zu stark wird, rastet das Überlastelement in unserem Sicherheitssystem aus und sendet über den integrierten Endschalter ein Signal an unsere SPS. Dadurch wird der sogenannte Notfall ausgelöst und die Ölpumpen hören auf zu arbeiten. Das passiert alles blitzschnell. Ein Ölunfall auf dem Meer wird somit zuverlässig verhindert.“

Die EAS-axial sind aus hochwertigen Werkstoffen gefertigt und verfügen über gehärtete Funktionsteile. Sie erlangen damit eine hervorragende Wiederholgenauigkeit. Im störungsfreien Betrieb bieten sie eine spielfreie Kraftübertragung bei hoher axialer Steifigkeit.

„Wichtig für uns ist zudem, dass sich bei diesen Überlastelementen die Auslösekraft individuell und stufenlos einstellen lässt“, ergänzt Uwe Thiele. Darüber hinaus ist der Freilaufweg der Elemente beim Ausrasten in Zug- und Druckrichtung über die konstruktive Längenauslegung frei wählbar. Die Wiedereinrastung der Überlastelemente erfolgt nach Beseitigung der Überlast automatisch beim Zurückfahren des zentralen Bolzens in seine ursprüngliche Position.


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