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Blockchain ist auch in der Logistik das neue Zauberwort, wenn es darum geht, Identifikations- und Zustandsdaten von Waren entlang der kompletten Lieferkette sicher zu protokollieren und auszutauschen, um so eine transparente Supply Chain für alle Beteiligten zu schaffen. Das Fraunhofer IPMS in Dresden entwickelt für die Identifikation und das Messen von Zuständen drahtlose RFID-Sensor-Systeme, die in vielfältigen Branchen eingesetzt werden können.

Darauf aufbauend bietet es Softwarelösungen, die um Blockchain-Konzepte erweitert werden können. In einer Blockchain werden Daten in Blöcken chronologisch abgelegt, so dass sie für alle Teilnehmer des Netzwerks sichtbar und nachvollziehbar sind. Die Technologie erlaubt es, dass die beteiligten Akteure ohne regulierende Intermediäre interagieren können. Das dafür notwendige Vertrauen entsteht, indem die Daten kryptologisch gesichert und nicht in einer zentralen Datenbank, sondern verteilt bei allen Netzwerkteilnehmern rückverfolgbar gespeichert werden. Transaktionen können so nachträglich nicht verändert werden. Das aus der Kryptowährung Bitcoin bekannte Blockchain-Konzept hat damit auch für das Datenmanagement von Lieferketten in Automatisierungs- und Logistikprozessen großes Potenzial, um Transporte zu beschleunigen, Betrug und Fehler zu vermeiden sowie Ausschuss und Kosten zu reduzieren.

RFID-Technologie, genauer gesagt RFID-Transponder, also die Verbindung von Antennen-, Identifikations- und Sensortechnologie auf einem Chip, eigent sich zur Erfassung relevanter Parameter im Lieferprozess. »Unsere passiven RFID-Sensor-Transponder messen physikalische Parameter wie Feuchtigkeit, Erschütterung oder Temperatur und übertragen diese drahtlos an einen Reader, der auch die Energie bereitstellt«, erläutert Dr. Andreas Weder, Teamleiter am Fraunhofer IPMS. »Sie sind klein, leicht, wartungsfrei, benötigen keine eigene Stromversorgung und lassen sich deswegen unkompliziert in unterschiedliche Ladungsträger integrieren.« Sensortransponder des IPMS unterstützen damit nicht nur die bereits etablierte Identifikation und Sendungsnachverfolgung von Waren zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern geben auch Auskunft darüber, was mit Rohstoffen, Halbfertigfabrikaten und Endprodukten bei ihrem Gang durch die Lieferkette geschehen ist. Werden die Daten in einer Blockchain gespeichert, sind sie für alle Teilnehmer der Lieferkette verlässlich und nachvollziehbar.

Welcher Sensor sich für welche Anwendung eignet, wird typischerweise im Rahmen eines Proofs of Concept im Vorfeld erarbeitet. Laut Andreas Weder spielen dabei Umgebung, Trägermaterial und Positionierung der Antennen ebenso eine Rolle wie das Design der RFID-Sensor-ASICs für verschiedene Frequenzbereiche und die Integration der Daten in existierende Systeme. Dazu analysieren die Experten vom Fraunhofer IPMS die anwendungsspezifischen Umgebungen der Kunden im Rahmen von Simulationen und bieten Customer Evaluation Kits zur individuellen Erprobung an. Abgerundet wird das Angebot mit individuellen Hard- und Softwarelösungen, um die Kompatibilität mit vorhandenen Anlagen sicherzustellen und die bei Langzeitmessungen anfallenden großen Datenmengen je nach Anforderung zu analysieren und auszuwerten.


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