Industrie aktuell

Neuentwicklungen aus und fĂŒr die Industrie

helu10713Titelstory

Die aktuelle Praxis zeigt, dass der Einsatz von halogenfreien Kabeln und Leitungen wie sie beispielsweise Helukabel anbietet, deutlich zunimmt. Wurden frĂŒher brandsichere Kabel vorzugsweise in öffentlichen GebĂ€uden eingesetzt, so werden heute solche sicheren Kabel auch in industriellen Anlagen jeder Art verwendet. Eigentlich logisch, denn alle wichtigen Funktionen der Systemsteuerungen bleiben in einer akzeptablen Zeitspanne erhalten. Das bedeutet Schutz von Leib und Leben sowie Einsparung von vielen Milliarden Euro FeuerschĂ€den. Dennoch ist die Grauzone riesig und wie so hĂ€ufig werden erst Maßnahmen ergriffen, wenn etwas Schlimmes passiert ist.



Kein Wunder, wenn beim neuen Berliner Großflughafen BER grundlegende Änderungen am Brandschutz-Konzept nötig sind, weil diesem Sicherheitsaspekt wĂ€hrend der Planung zu wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Die Entrauchungsanlage mit ihren Kilometer langen EntrauchungskanĂ€len hatte sich bei Tests als zu kompliziert erwiesen. Nun soll die Anlage anders als bisher vorgesehen auch einzelne Geschosse des Terminals gesondert erfassen. FlughĂ€fen sind im Sinne der „Baulichen Anlagen fĂŒr Menschenansammlungen“ besonders gefĂ€hrdet. Schließlich möchten die Betreiber keinen zweiten Großbrand haben, wie er beim DĂŒsseldorfer Flughafen 1996 verursacht wurde. Viele Brandopfer starben damals an Rauchvergiftungen, verursacht durch die gewaltigen Ausmaße gefĂ€hrlicher Rauchentwicklung.

helu40713Das ist auch die Ursache bei 95 Prozent der jĂ€hrlich 600 Brandopfer ĂŒberhaupt in Deutschland, bei denen aufgrund starker Rauchentwicklung Tod durch Ersticken festgestellt wird. Auch wenn die Zahl der Brandtoten hierzulande erfreulicherweise etwas rĂŒcklĂ€ufig ist, sollte die Bedeutung des Brandschutzes nicht vernachlĂ€ssigt werden. Besonders gefĂ€hrlich sind bei einem Brand immer die entstehenden toxischen und korrosiven Gase. Ein zeitgemĂ€ĂŸer Brandschutz ist auch unter diesen Aspekten nicht nur kompliziert und kostenaufwendig, sondern erfordert zudem eine zukunftsorientierte Vorgehensweise.

Analysiert man die gesetzliche Grundlage nach DIN 4102 "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen" stellt sich die Frage nach der Bedeutung der verwendeten Werkstoffe der im Bau befindlichen Anlagen wie Inventar, Ausstattung, Möbel, BodenbelĂ€ge sowie Kabel und Leitungen. Gerade das Brandverhalten von Kabeln und Leitungen in GebĂ€udeinstallationen sowie großen Steuerungsanlagen ist von großer Bedeutung. Dabei sind folgende Faktoren besonders wichtig: Entflammbarkeit und Brandfortleitung, FolgeschĂ€den durch Entstehung korrosiver und toxischer Gase und die Rauchentwicklung.

Halogenfrei, schwer entflammbar und selbstverlöschend

Teilweise ist fĂŒr Kabel der Bestandteil von Halogenen von Vorteil. Die sogenannten "Salzbildner" sind die Elemente Fluor, Chlor, Brom und Jod. FĂŒr Kabel und Leitungen sind Fluor und Chlor als Atome in den KunststoffmolekĂŒlen wie Fluor-Kunststoffe oder PVC von Bedeutung beziehungsweise Brom als Bestandteil von FlammschutzzusĂ€tzen. Bauteile aus nicht halogenfreien Werkstoffen zeigen damit ein verbessertes Brandverhalten. Sie sind schwer oder nicht entflammbar und weitgehend selbstverlöschend. Der erhebliche Nachteil solcher Werkstoffe besteht darin, dass sich die frei werdenden Chlor- bzw. Fluoratome mit Wasserstoff aus dem zersetzten Kunststoff bzw. aus der vorhandenen Luft zu Chlorwasserstoff und Fluorwasserstoff verbinden. Diese Verbindung ist höchst korrosiv und toxisch.

Daher empfiehlt sich der Einsatz halogenfreier Werkstoffe. Denn bei BrĂ€nden sind neben den gefĂ€hrlichen toxischen Gasen fĂŒr die betroffenen Menschen hĂ€ufig die KorrosionsschĂ€den höher als die eigentlichen BrandschĂ€den. Der GDV berichtet von einer stark gestiegenen Anzahl  materieller SchĂ€den durch Feuer und Rauch in der Höhe von jĂ€hrlich 800.000. An die Versicherten werden mehr als drei Milliarden Euro Schadensersatz gezahlt. Sicherlich ergeben sich viele kleine FeuerschĂ€den, aber auch viele brandbedingte GroßschĂ€den (grĂ¶ĂŸer  500.000 Euro) mit vier bis fĂŒnf Millionen Euro Schadenssumme. Hinzu kommt die Tatsache, dass bei Verbrennungen aller Art Kohlendioxid und Kohlenmonoxid gebildet werden. Gerade Kohlenmonoxid ist Ă€ußerst gefĂ€hrlich, denn schon geringe Konzentrationen können zum Tode fĂŒhren.

Bei halogenfreien Kabeln bestehen die Isolier- und Mantelwerkstoffe aus Polymeren auf Basis reiner Kohlenwasserstoffe. Bei deren Verbrennung entstehen keine korrosiven oder toxischen Gase sondern nur Wasserdampf und Kohlendioxid. Die halogenfreien Polymere sind jedoch leicht brennbar und nicht selbstverlöschend. Halogenfreie Kabel fĂŒr Sicherheitsanforderungen mĂŒssen aber schwer entflammbar und selbstverlöschend ausgefĂŒhrt sein. Das setzt der Hersteller durch die Zugabe von Spezialpolymer-Mischungen um, die einen erheblichen Prozentsatz an Flammschutzmitteln enthalten. Durch die zusĂ€tzliche Verwendung stĂŒtzender BĂ€nder und FĂŒllgarne aus Glasgewebe, Glimmer und Ă€hnlichen Werkstoffen lassen sich mit eigens darauf abgestimmten Kabelzubehörteilen Funktionserhalte wie nach E 90 (Funktionserhalt von 90 Minuten nach DIN 4102 Teil 12) realisieren.

Zahlreiche Regelwerke fĂŒr den Brandschutz

helu80713Die halogenfreien Kabel  und Leitungen bestehen aus Polymeren auf der Basis reiner Kohlenwasserstoffe. Sie entwickeln im Brandfalle keine gefĂ€hrlichen korrosiven Gase. Begriffe und PrĂŒfungen wie "Rauchdichte", "schwer brennbar", „keine Brandfortleitung“, "selbstverlöschend", "flammwidrig", "KorrosivitĂ€t" und "Brandlast" sind wichtige Voraussetzungen bei allen halogenfreien Kabeln des Anbieters. Es gibt zudem zahlreiche Vorschriften, Normen, Gesetze und KabelprĂŒfungen, die erfĂŒllt werden wie die DIN VDE 0100-718, DIN EN 60332/61034/50267/50399, StGB § 319 BaugefĂ€hrdung (1), DIN 4102, DIN VDE 0472 etc. HELUKABEL berĂŒcksichtigt diese Vorschriften und erfĂŒllt auch die Anforderungen „fĂŒr das Errichten von Niederspannungsanlagen von baulichen Anlagen fĂŒr Menschenansammlungen und fĂŒr Sicherheitsbeleuchtungsanlagen“.

Funktionserhalt auch im Brandfall

Ein sehr wichtiger Begriff zum Schutz von Leib und Leben ist der Funktionserhalt bei beispielsweise halogenfreien Kabeln nach der PrĂŒfnorm DIN 4102 Teil 12/DIN VDE 0472 Teil 814. Der Funktionserhalt bei Flammeinwirkung von Kabel und Leitungen sagt aus, in welcher Zeitspanne ein dem Feuer ausgesetztes Kabel elektrisch funktionstĂŒchtig bleiben muss.

Maßgebend sind hier „bauliche Anlagen fĂŒr Menschenansammlungen“. Diese Vorschrift ist eigentlich auf alle Bauten anzuwenden, in denen sich Menschen aufhalten. Dennoch stehen besonders öffentliche GebĂ€ude wie FlughĂ€fen, KrankenhĂ€user, KindergĂ€rten, Messehallen, Stadien und RathĂ€user im Vordergrund. Nicht zu vergessen sind ArbeitsplĂ€tze, GebĂ€ude mit Wohnungen, Wohnanlagen, Restaurants, GasthĂ€user, Hotels und sĂ€mtliche gewerbliche GebĂ€ude.

Anlagen, die zu „Intelligente GebĂ€udesystemtechnik“ und „Elektronische Automatisierung“ zĂ€hlen, erfordern den Einsatz von halogenfreien Kabel und Leitungen in sĂ€mtlichen Steuerungen, die fĂŒr eine sicherheitsrelevante Stromversorgungen mit den entsprechenden Funktionen eingesetzt werden. Das wiederum bezieht sich auf alle GebĂ€ude mit Industrieanlagen, GebĂ€ude der Wirtschaft, öffentliche GebĂ€ude, kommunale GebĂ€ude, Neubauten und Sanierungen, WohngebĂ€ude und nicht zuletzt private GebĂ€ude.

Bedingt durch die analoge und digitale Vernetzungen weltweit hat sich ein „Halogenfreier Standard“ entwickelt.

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