270110 schaeffleraFachartikel

Moderne Beschichtungstechnologie wird in der Schaeffler Gruppe eingesetzt, um die Funktionalität von Oberflächen hoch beanspruchter Wälzlager und Präzisionsbauteile zu optimieren. Mit einem eigenen Oberflächentechnikum stehen den Entwicklungsingenieuren Anlagen und Kapazitäten zur Verfügung, die neue Möglichkeiten insbesondere in der Kombination unterschiedlicher Verfahren und Materialien eröffnen. „Corrotect“, „Durotect“, „Triondur“ und „Isotect“ sind Namen die hier kreiiert wurden.

Im Fokus der Oberflächentechnologie bei der Schaeffler Gruppe stehen Beschichtungen zur Vermeidung oder Verringerung von Korrosion und Passungsrost, Verschleiß, Reibung, Schlupf sowie Stromdurchgang. Sie werden unter den Markennamen „Corrotect“, „Durotect“, „Triondur“ und „Isotect“ angeboten. Beschichtungen werden auf unterschiedlichste Weise auf Oberflächen von Bauteilen aufgebracht, ohne dass zwischen Schicht und Grundmaterial eine thermo-chemische Diffusion eingegangen wird.

Entscheidend dafür ist die ganzheitliche Betrachtung der Systemanforderungen an das eingesetzte Wälzlager und die frühe Einbindung der Oberfläche als konstruktives Element in den Entwicklungs- und Produktentstehungsprozess. Das Oberflächentechnikum ermöglicht dabei sowohl die Entwicklungsarbeit im Labormaßstab als auch die sichere Überführung in den Produktionsprozess der Großserienfertigung. Tribologische und verschleißfeste Schichtsysteme können mit Hilfe der PVD-/PACVD-Entwicklungsanlage entwickelt und umgesetzt werden. Das Beschichtungsmaterial liegt dabei entweder in fester Form (PVD – physical vapour deposition) oder gasförmiger Form (PACVD – plasma assisted chemical vapour deposition) vor und wird im Vakuum abgeschieden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Beschichtungsmethoden sind mit diesem umweltfreundlichen Vakuumverfahren einzigartige Zusammensetzungen unterschiedlicher Materialien und Schichten realisierbar.

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Triondur C-Beschichtung speziell für Wälzlager

Schaeffler3Beispiel dafür ist die Triondur C-Beschichtung. Dieses kohlenstoffbasierte, diamantartige Schichtsystem bietet bei minimaler Reibung maximalen Schutz gegen abrasiven und adhäsiven Verschleiß und wurde speziell für Wälzlageranwendungen entwickelt. Die Trockenreibung gegen Stahl verringert sich um bis zu 80 %. Wird nur ein Reibpartner beschichtet, erhöht sich die Gebrauchsdauer des gesamten tribologischen Systems erheblich. Durch den sehr duktilen Schichtaufbau verträgt Triondur C hohe Flächenpressungen, wie sie zum Beispiel in Wälzlagern auftreten. Typische Anwendungen sind Tonnenrollen in Pendelrollenlagern für Papierkalander, Tonnenrollen in Axial-Pendelrollenlagern für Hydraulikmotoren oder Laufrollen mit beschichtetem Außendurchmesser für die Druckindustrie. Darüber hinaus steht eine Galvanik-Entwicklungsanlage zur Verfügung, die insbesondere der Entwicklung umweltverträglicher und damit kunden- und zukunftsorientierter Korrosionsschutzschichten dient. Im Fokus stehen dabei unter anderem Beschichtungen, die frei von sechswertigem Chrom (Cr-VI) sind und damit die strengen Anforderungen der neuen EU-Altautoverordnung erfüllen. Beide Entwicklungsanlagen ermöglichen darüber hinaus die kosten- und funktionsorientierte Kombination der verschiedenen Abscheideverfahren und Schichtsysteme.


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