Igus0419Grund zum Jubeln beim schottischen Maschinenbauer Tooltec: Sein Offshore-Inspektionsgerät ist Sieger des Manus Award 2019. Bereits zum neunten Mal hat Igus diesen Preis für den kreativen Einsatz von Hochleistungskunststoffen in der Lagertechnik vergeben. Platz zwei ging an einen schwebenden Katamaran, Platz drei an ein Assistenzsystem, mit dem auch Menschen mit körperlichen Mobilitätseinschränkungen Auto fahren können.

Igus10419Sieger des mit 5000 Euro dotierten Preises ist Tooltec. Der schottische Maschinenbauer hat ein Gerät entwickelt, mit dem Betreiber von Öl- und Gasplattformen unter Wasser Rohre, wie Pipelines, reinigen und untersuchen können (Bild rechts). Bislang mussten Taucher diesen Job übernehmen. Das Offshore-Inspektionsgerät legt sich wie eine Manschette um das Rohr und bewegt sich auf Rollen vorwärts. Während der Fahrt säubert die Maschine die Rohrleitung und untersucht sie auf Schwachstellen. Bei der Konstruktion kamen ausschließlich Polymerlager für die Ingenieure in Frage. U. a. kamen „Iglidur“ Gleitlager, „Drylin“ Linearführungen und eine E-Kette für die sichere Leitungsführung, die eine Drehbewegung von 360 Grad ausführt zum Einsatz. Die Komponenten ermöglichen einen schmiermittelfreien und somit wartungsfreien Trockenlauf und sind beständig gegen salziges Seewasser.

Auf Platz zwei ist „Ifly 15“ gelandet. Zwar wirkt der Sportkatamaran des Münchener Herstellers CEC Catamarans GmbH auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Katamaran. Doch das ändert sich, wenn das Boot Geschwindigkeit aufnimmt. Dann hebt es sich, dank eines mechanischen Flugsteuerungssystems, rund einen halben Meter aus dem Wasser und fährt mit bis zu 30 Knoten (55 km/h) auf vier kleinen ausklappbaren Tragflächen. Doch bevor der Katamaran das Fliegen erlernte, mussten die Ingenieure Herausforderungen am Steuerungssystem meistern, wie die Reduzierung des Gewichts. Die Entwickler setzen in den Tragflächen deswegen auf leichte Gleitlager aus Hochleistungskunststoffen. Die Kunststofflager punkten auch in dieser Umgebung durch ihren schmiermittelfreien Trockenlauf und ihre Resistenz gegen Salzwasser.

Die Bronzemedaille hat das französische Unternehmen Kempf gewonnen, das Menschen mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrern das Autofahren ermöglicht. Hier kommt „Darios“ ins Spiel – ein Gasring, der auf dem Lenkrad montiert ist. Drückt der Fahrer den Ring, kann er das Fahrzeug fein dosiert beschleunigen. Bremsen kann er über eine Handbetriebsbremse neben dem Steuer. Auf die klassischen Pedale ist er nicht mehr angewiesen. In der neuesten Version ist der Gasring nicht mehr einfach rund, sondern wie viele moderne Lenkräder abgeflacht. Gemeistert haben die Ingenieure diese konstruktive Herausforderung gemeinsam mit dem 3D-Druckservice von igus.

445 Tüftler aus 32 Ländern haben sich für den Manus Award 2019 beworben.


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