Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie sind im Juni dieses Jahres um 42 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Aus dem Inland kamen 35 % mehr Bestellungen als vor einem Jahr, aus dem Ausland 48 %. „Damit hat sich die Ordertätigkeit weiter kräftig belebt. Der Juni-Anstieg war der mit Abstand stärkste im bisherigen Jahresverlauf", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Über das gesamte erste Halbjahr 2010 haben die Auftragseingänge das Vorjahreslevel um 26 % übertroffen (Inlandsbestellungen plus 25 %, Auslandsbestellungen plus 28 %).

Der Umsatz in der Elektrobranche lag im Juni 22 % über seinem entsprechenden Vorjahreswert. Beim Inlandsumsatz betrug das Plus 18 %, beim Auslandsumsatz 25 %. Die preisbereinigte Produktion stieg im Juni um 19 %. Von Januar bis Juni 2010 erhöhte sich der Umsatz um 14 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Der inländische Umsatz nahm um 11 % Prozent zu, der ausländische um 18 %. Die Produktion übertraf ihr Vorjahresniveau im gleichen Zeitraum um 11 %. „Damit hat die Elektroindustrie bei Umsatz und Produktion inzwischen mehr als ein Drittel ihres 2009-er Verlustes aufgeholt", so Dr. Gontermann.

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie hat sich im Juli überaus kräftig verbessert. Sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate haben die Elektrounternehmen wesentlich günstiger eingeschätzt als noch im Juni. Die Lagebeurteilung hat sich seit einem Jahr Monat für Monat verbessert, und bei den Erwartungen wurde der zweithöchste Wert in diesem Jahr erzielt. Das Geschäftsklima insgesamt – als Mittel aus Lage und Erwartungen – war im Juli dieses Jahres so hoch wie seit Mai 2007 nicht mehr.

Auch die Produktionsplanungen sind im Juli weiter deutlich nach oben angepasst worden. Jedes dritte Elektro­unternehmen will seinen Output in den nächsten drei Monaten erhöhen, lediglich 1 % der Unternehmen will den Output zurückfahren. Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Elektroindustrie hat im Juli einen weiteren großen Sprung nach oben gemacht. Sie liegt jetzt bei 86 % der betriebsüblichen Vollauslastung – nach 82 % im April.

Im dritten Quartal 2009 war der Auslastungsgrad auf den Tiefstand von 72 % gefallen. Seitdem hat er sich vier Quartale nacheinander erhöht. „Die aktuelle Kapazitätsauslastung befindet sich bereits wieder oberhalb des Niveaus, das sie im vierten Quartal 2007 hatte. Zudem rangiert sie auch wieder über dem langjährigen Durchschnittswert von 83 %", zog Dr. Gontermann Zwischenbilanz.


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