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roesbergInterview mit

Ralph Rösberg

Geschäftsführer der Rösberg Engineering Ingenieurgesellschaft mbH für Automation, Karlsruhe

"Wir werden weiterhin herstellerunabhängig mit den Automatisierungssystemen aller bekannten Hersteller arbeiten."

Seit 1962 stellt sich Rösberg dieser Herausforderung verfahrenstechnische Anlagen zu automatisieren. Zum 50-jährigen Firmenjubiläums verrät Geschäftsführer Ralph Rösberg etwas über die Meilensteine der Firmengeschichte, den aktuellen Stand der Technik und die Trends in der Branche.

developmentscout: Was Ihr Vater Manfred Rösberg 1962 in Karlsruhe mit einem Ingenieurbüro begann, präsentiert sich heute als moderner, vielseitiger Dienstleister und Softwareanbieter mit rund 100 Beschäftigten. Was waren die wichtigsten Meilensteine auf diesem Weg?

Rösberg: Als das Ingenieurbüro Rösberg mit klassischer Elektrotechnik und der dazugehörigen Mechanik Anfang der sechziger Jahre von meinem Vater gegründet wurde, entstanden hier am Standort Karlsruhe im Schnittpunkt wichtiger Pipelines gerade die Raffinerien. Von diesem Boom ließ sich profitieren. Rösberg war hier beispielsweise am Bau von Rohrbrücken und Übergängen mit Stahl- und Schlosserarbeiten beteiligt. Ein weiterer Aufgabenbereich wurden Servicearbeiten an Ventilen von Pumpstationen entlang der Pipelinetrassen von Wilhelmshaven bis Ludwigshafen. Das führte zur Gründung unserer ersten Niederlassung im Kölner Raum. Ende der sechziger Jahre gab es dann erste Kontakte zur BASF in Ludwigshafen, was die weitere Firmenentwicklung immer wieder beeinflussen sollte. Schließlich gehören auch heute noch Öl, Gas, Chemie und Petrochemie zu unseren wichtigsten Zielmärkten.

developmentscout: Welche Rolle spielte und spielt in diesem Zusammenhang die eigene Entwicklungsarbeit?

Rösberg: Unsere Verbindung zu Chemie und Petrochemie hat uns da natürlich immer wieder inspiriert. Als Anfang der siebziger Jahre die moderne Halbleitertechnik ihren Siegeszug begann, entwickelten wir Hardwarebaugruppen dafür, die man im Prinzip schon als Sicherheitstechnik bezeichnen konnte. Damit waren wir sehr erfolgreich, immerhin standen wir in unmittelbarer Konkurrenz zu den Großen der Branche. Ein weiterer Meilenstein in diesem Zusammenhang war die Entwicklung eines multifunktionalen, programmierbaren – oder korrekter ausgedrückt – kodierbaren Zeitrelais, das in nur einer Baugruppe nicht nur verschiedene Betriebsarten sondern auch Zeitbereiche von 1 ms bis zu mehreren 100 h abdecken konnte. Nach wie vor war aber in den ersten 20 Jahren unserer Firmengeschichte die Mechanik ein wichtiges Standbein. Immerhin waren in der Blechbearbeitung und im Schaltschrankbau teilweise mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt. Bis heute sind wir diesem Geschäftszweig treu geblieben. Auch wenn wir im Hause keine eigene Metallbearbeitung mehr haben, so bieten wir doch ergänzend zu unseren Automatisierungslösungen nach wie vor kundenspezifische Schaltschränke an.

developmentscout: Welche Auswirkungen hatten die ersten speicherprogrammierbaren Steuerungen auf den Verlauf der Firmengeschichte?

Rösberg: Bei den speicherprogrammierbaren Steuerungen waren wir von Anfang an dabei. Mit unserem ersten eigenen System FSR 80 kamen wir sogar vor Siemens auf dem Markt. Zu diesem Zeitpunkt begannen wir uns mit Software zu beschäftigten und konnten in interessanten Märkten Fuß fassen - nicht nur in der chemischen Industrie sondern auch in Nischenmärkten wie der Tabakindustrie. Als das ZDF Anfang der achtziger Jahre das neue Sendezentrum auf dem Lerchenberg in Mainz baute, haben wir die Beleuchtungstechnik automatisiert. Wir lieferten eine Vielzahl von Schaltschränken, entwickelten die notwendige Steuerungssoftware und konstruierten ein fahrbares Bedienpult für die komplette Scheinwerfertechnik. Ende der achtziger Jahre stellten wir dann allerdings die Entwicklungsarbeit im Bereich eigener speicherprogrammierbarer Steuerungen ein, weil wir mit den ‚Großen‘ am Markt vertrieblich nicht mehr mithalten konnten. Stattdessen konzentrierten wir uns mehr und mehr auf die Softwareentwicklung; eine Entscheidung, die aus heutiger Sicht die richtige war.

developmentscout: Softwareentwicklung ist ein breites Feld, welche Schwerpunkte setzt Rösberg heute?

Rösberg: Wir haben Ende der achtziger Jahre quasi ‚am eigenen Leib‘ erfahren, wie wichtig praxisgerechte Prozessleit- und CAE-Systeme (Computer Aided Engineering) für effizientes Arbeiten sind. So hat unser ‚Prodok‘-System bereits in dieser Zeit seine Wurzeln geschlagen. Rösberg war damals bei der BASF am Standort Ludwigshafen in die PLT-Planung involviert. Das war die Dbase-Zeit, PC wurden eingesetzt und Autocad begann, sich zu etablieren. Wir haben damals mit handgeschriebenen Gerätelisten gearbeitet. Basierend auf den BASF-Standards haben wir 1987 die erste Version von Prodok entwickelt, um unsere eigene Arbeit effizienter und fehlerfreier zu machen. 1988 auf der Achema und der Interkama haben wir die erste Prodok-Version offiziell vorgestellt. Prodok wird kontinuierlich weiterentwickelt und gilt heute mit einem aktiven Datenbestand von über 1 Million PLT-Stellen als führendes Prozessleittechnik-Planungssystem in der deutschen Prozessindustrie.

developmentscout: Wann begann Ihr PLT-CAE-System sich am Markt zu etablieren?

Rösberg: Als wir 1996 die Bedienoberfläche auch in Englisch hatten, begann der weltweite Vertrieb. Selbst die großen Chemiekonzerne erkannten zu dieser Zeit allmählich den Nutzen moderner Software, trieben aber zunächst eigene Entwicklungen voran. Wir hielten uns da eher im Hintergrund. 1997/98 allerdings schwenkte beispielsweise die BASF um und entschied sich nach ausgiebigen Tests dafür, unser Prodok-System als Standard in Europa einzusetzen. Das war für uns natürlich ein beachtlicher Erfolg.

developmentscout: Rösberg gilt als kompetenter Engineering Partner. Können Sie das anhand eines Beispiels erläutern?

Rösberg: Von unserer jahrzehntelangen Erfahrung im Projekt-Engineering konnten schon Kunden aus ganz unterschiedlichen Bereichen profitieren. Beispielsweise baute Evonik im italienischen Sinich eine Chlorsilan-Anlage, die vor Kurzem in Betrieb genommen wurde. Wir waren dort mit der Realisierung von MSR- und Elektro-Planungsleistungen beauftragt. Als Planungsgrundlage lieferte Evonik Aufstellungspläne der Anlage, Verfahrensfließbilder, R+I-Fließbilder sowie Messstellenlisten. Dies und die Verfahrensdaten wurden in das PLT-CAE-System Prodok importiert. Auf dieser Grundlage haben wir die geeigneten Messverfahren samt passenden Geräten spezifiziert und ausgewählt. Als unabhängiger Dienstleister können wir  unsere Kunden bei der Auswahl eines Prozessleitsystems hersteller­unabhängig beraten und aus Erfahrung sagen, welche Steuerung sich für den jeweiligen Anwendungsfall am besten eignet. Für die Chlorsilan-Anlage fiel die Wahl auf drei hochverfügbare Siemens-Steuerungen (AS CPU 417-4H) mit redundantem OS-Server. Das Erstellen der Software für das Prozessleitsystem war ebenso Teil des Projektumfangs wie die Fertigung und Lieferung der Systemschränke.

developmentscout: Wagen Sie für uns einen Blick in dtie Zukunft?

Rösberg: Wir werden weiterhin herstellerunabhängig mit den Automatisierungssystemen aller bekannten Hersteller arbeiten. Unsere Software-Lösungen entwickeln wir kontinuierlich und vor allem aus unseren eigenen praktischen Erfahrungen heraus weiter. Ein Beispiel dafür ist Livedok, das bei der heute immer wichtiger werdenden Anlagendokumentation durch seine Handlichkeit die Effektivität deutlich erhöht. Als herstellerunabhängiger Automatisierer möchten wir neben Chemie, Petrochemie, Öl und Gas weitere Zielmärkte erschließen. So haben wir mit Profi-Vision, Berlin und Allentown, PA, USA im September 2011 eine Partnerschaft beschlossen. Ziel ist es, bei weltweiten Projekten die Kunden in der Zementindustrie verstärkt zu unterstützen.

Das Interview führten Ellen-Christine Reiff und Nora Crocoll vom Redaktionsbüro Stutensee.


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