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Dienstag, Oktober 17, 2017
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RexrothInterview mit

Dr. Steffen Haack,

Leitung Vertrieb Fabrikautomation, Bosch Rexroth AG, Lohr am Main:

"Wir stellen eine Polarisierung der Kundenanforderung fest: Insbesondere Chinesen und Inder bevorzugen 'just enough'-Produkte."


Die Steuerungswelt von Bosch Rexroth heißt ‚Control City‘. Wie eine vielfältige und internationale Stadt  bietet sie alles für jeden Bedarf – in diesem Fall vom einfachen Motor bis hin zur komplizierten Steuerung. developmentscout sprach auf der Automatisierungsmesse SPS/IPC/Drives mit Dr. Steffen Haack, der innerhalb der Fabrikautomation neben der elektrischen Antriebs- und Steuerungstechnik auch für die Pneumatik, Hydraulik und Mechanik verantwortlich zeichnet.

developmentscout: Wie sind die Auftragslage und die wirtschaftliche Situation zum Ende des Jahres 2010 bei Bosch Rexroth?

Dr. Haack: Die wirtschaftliche Lage im Maschinen- und Anlagebau hat sich deutlich entspannt. Auch bei Bosch Rexroth verzeichnen wir einen Aufwärtstrend. Für die weitere Entwicklung der Branche wird Automatisierungtechnik eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen: Sie schöpft bestehende Effizienzpotenziale aus und ermöglicht die notwendigen Innovationen, die aus dem positiven Trend eine stabile Entwicklung machen können.

developmentscout: Rexroth hat in diesem Jahr eine umfassende Neuausrichtung vorgenommen. Bitte erläutern Sie kurz die neue Unternehmensstruktur. Welche Veränderungen haben sich für den heutigen Geschäftsbereich Fabrikautomation ergeben?

Dr. Haack: Rexroth bedient die relevanten Märkte mit  den drei Business Units ‚Mobile Applications‘, ‚Industrial Applications‘ und ‚Renewable Energies‘ zielgerichteter als bisher. In allen drei Bereichen haben wir uns im Vertrieb konsequent nach Branchen und damit noch kundenorientierter aufgestellt.

Für das Marktsegment Fabrikautomation innerhalb der Business Unit „Industrial Applications“ bietet Rexroth ein einzigartiges Produktportfolio, weil wir mechanische, pneumatische, hydraulische und elektrische Produkte selbst herstellen und dem Kunden technologieübergreifende Lösungen wirklich aus einer Hand anbieten können. Unsere Branchenspezialisten der verschiedensten Technologien können die Kunden schon sehr frühzeitig in ihrem Entwicklungsprozess beraten. Bei den Lösungen steht für uns im Vordergrund, das der Kunde schnell von „Zustand A“ in den gewünschten „Zustand B“ kommt, unabhängig davon, welcher Technologie er sich dabei bedient.

developmentscout: Sie fokussieren also jetzt verstärkt die technologieübergreifenden Lösungen; welche Rolle spielt denn überhaupt noch das Komponenten- und Systemgeschäft?

Dr. Haack: Die Basis unseres Geschäftes sind erstklassige Komponenten die wir branchenspezifisch zu Systemlösungen zusammenfügen. Die einzelne Komponente muss natürlich genauso wettbewerbsfähig sein wie die daraus entstehende Systemlösung. Wir gehen davon aus, dass sich in den Fabrikautomationsbranchen der Trend zu mechatronischen und damit technologieübergreifenden Lösungen fortsetzt und der Anteil in den nächsten 5 Jahren auf durchschnittlich 25 % wächst. Schwerpunkte sehen wir im Querschnittsbereich Montage und Handling sowie in der Solar- und Halbleiterindustrie, aber auch in der Verpackungstechnik.

developmentscout: Rexroth hat in den vergangenen Jahren in der Elektrik ein komplett neues Steuerungs-Portfolio entwickelt, welches auf offenen Schnittstellen setzt. Wie wird das am Markt angenommen?

Dr. Haack: Wenn wir über ‚Offenheit‘ reden, meinen wir neben der Standardprogrammierung nach IEC 61131 bei Rexroth drei Dinge: erstens ermöglichen wir die Integration von Komponenten, die wir selbst nicht im Portfolio haben, also die  Integration der sogenannten 3rd-Party-Lösungen. Zweitens haben wir eine Multiprotokollschnittstelle entwickelt, die eine Anbindung an die am Markt etablierten Feldbussysteme ermöglicht. Und drittens setzen wir auf den sehr leistungsfähigen, herstellerunabhängigen Echtzeit-Ethernetstandard Sercos III. Wir bieten heute eine Vielzahl von Komponenten der verschiedenen Technologien mit Sercos und sind damit in der Lage, die komplette Maschinenautomatisierung zu liefern – von der Sensorik bis zur Steuerung.

developmentscout: Welche Neuheiten präsentieren Sie hier auf der SPS?

Dr. Haack: Ein Highlight hier in Nürnberg ist die Handhabungssystem ‚EasyHandling‘, mit der sich die Zeiten für Projektierung, Montage und Inbetriebnahme von Handlingsystemen um bis zu 80 Prozent reduzieren lassen. Hier zeigen wir, welches Potenzial im perfekten Zusammenspiel aller Antriebs- und Steuerungstechnologien mit standardisierten mechanischen und elektrischen Schnittstellen sowie einem intelligenten Inbetriebnahmeassistenten steckt. Mit EasyHandling bekomme selbst ich die Inbetriebnahme einer Achse innerhalb von eineinhalb Minuten hin – und ich mache das wirklich nicht täglich.

Weiterhin präsentieren wir mit der ‚IndraLogic XLC‘ eine neue Familie von SPS-Steuerungen, die weit mehr bietet als die bekannten SPS-Standardfunktionen. Mit neuen Funktionen lassen sich modulare Softwareprojekte mit weniger Aufwand umsetzen. Flexibel einsetzbare Motion Control-Grundfunktionalitäten und Echtzeitkommunikation über Sercos III bringen zusätzlich Vorteile. Weitere Neuheiten sind unter anderem die Hardwareplattformen ‚IndraControl L25‘ und „L85“ oder Sercos III E/A-Module zur Positionssteuerung hydraulischer Achsen. In der Reihe der Kompaktantriebe ‚IndraDrive Cs‘ ergänzen wir den Funktionsumfang durch das sicher abgeschaltete Drehmoment ‚Safe Torque Off‘ und die sichere Bremsenansteuerung ‚Safe Brake Control‘. Das gilt auch für die jüngste Perfomancestufe ‚Economy‘, die für viele Servoantriebsaufgaben schon eine ausreichende Grundfunktionalität bietet.

developmentscout: Easy Handling und Economy: Das klingt etwas nach ‚back to the roots‘?

Dr. Haack: Diese Produkte werden einem weiteren Trend gerecht, der sich durch die Krise verstärkt hat. Wir haben festgestellt, dass sich Prioritäten beim Bau einer Maschine verschieben. Nicht nur die Arbeit an der letzten Zehntelsekunde Maschinen-Performance steht heute im Fokus, sondern auch die Zeit für das Engineering und Inbetriebnahme der Maschine selbst wird immer wichtiger. Heute liegen durchschnittliche Taktzeiten für die Serienherstellung einfacher CNC-Werkzeugmaschinen für Drehen und Fräsen führender chinesischer Hersteller bei ca. 10 Minuten, kurze Inbetriebnahmezeiten spielen daher eine wichtige Rolle.

Zudem stellen wir eine Polarisierung der Kundenanforderung fest: Asiaten, insbesondere Chinesen und Inder bevorzugen Produkte, die wir nach dem „just enough“- Konzept entwickelt haben. Die Umgebungsbedingungen und die Anforderungen an die Maschine und damit die Automatisierung sind hier völlig andere als beispielsweise bei einem CNC-Bearbeitungszentrum mit  hundert und mehr Achsen. Wir müssen also Produkte entwickeln, die genau in die jeweiligen Märkte passen. Dafür verstärken wir in den Regionen die lokale Wertschöpfung vor Ort – aktuell gerade in China und Indien. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere hier ausgestellte MTX micro- eine CNC für einfache Dreh- und Fräsmaschinen für den asiatischen Markt.

developmentscout: Sie sind jetzt seit 1 ½ Jahren in Ihrer Position als Vorsitzender der Geschäftsleitung des Geschäftsbereiches – erst Electric Drives and Controls – jetzt Fabrikautomation tätig. In diese Zeit fielen die Krise und die Umstrukturierung des Unternehmens. Welche Erfahrungen haben Sie persönlich dabei gemacht?

Dr. Haack: Nahezu alle Prognose-Institute hatten bezüglich der Krisenvorhersage eine schlechte „Trefferquote“ und wir müssen uns darauf einstellen, dass es auch zukünftig gleichzeitig in allen Märkten nach unten gehen kann. Für solche unsicheren Zeiten müssen die Unternehmen besser gewappnet sein. Ich bin sicher, dass unsere neue Branchenaufstellung sehr nah am Kunden ein wichtiger Schritt dazu ist.

developmentscout: Welche Innovationen dürfen wir im nächsten Jahr erwarten?

Dr. Haack: Da möchte ich die Spannung jetzt nicht nehmen, gerade präsentieren wir ja eine ganze Reihe an Neuheiten hier in Nürnberg. Nur so viel vorab: Wir werden 2011 mit einer völlig neu entwickelten, vektorgeregelten Frequenzumrichter- Generation auf den Markt kommen.

Das Interview führte Chefredakteurin Angela Scheufler.


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