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mayrInterview mit

Günther Klingler,

Geschäftsführer Chr. Mayr GmbH + Co. KG, Mauerstetten:

„Wir nehmen seit Beginn 2010 wieder voll an Fahrt auf und tasten uns gerade an das Ergebnis von 2008 heran.“



Von Transmissionen für Sägewerke und Mühlen zu modernen Antriebselementen: So hat sich die Produktpalette seit 1897 bei der Mayr Antriebstechnik entwickelt. Da verwundert es nicht, dass der Kupplungs- und Bremsenspezialist aus dem Allgäu zahlreiche Patente hält, unter dem eines die Spielfreiheit zum Thema hatte. developmentscout sprach mit Günther Klingler, der das Null-Spiel für bare Münze nimmt.

developmentscout: Wie geht es Mayr wirtschaftlich dieser Tage, Herr Klingler?

Klingler: Wir nehmen seit Beginn 2010 wieder voll an Fahrt auf und tasten uns gerade an das Ergebnis von 2008 heran. Das übertrifft all unsere Erwartungen. So sind wir heute fast wieder "am Anschlag". Wir fahren die Stundenkonten der Mitarbeiter hoch, überbrücken Engpässe kurzfristig mit Leiharbeitern, stellen neue Mitarbeiter ein und investieren in den Maschinenpark.

developmentscout: Sie sind bekannt als Marktführer für Sicherheitskupplungen, Aufzugs- und Bühnenbremsen sowie Wellenkupplungen. Wie groß ist Ihr Vorsprung zum Wettbewerb?

Klingler: Im Bereich Sicherheitskupplungen sehen wir uns ganz vorn. Bei den Aufzugs- und Bühnenbremsen gibt es noch einen nennenswerten Mitbewerber. Die weiteren Marktteilnehmer haben einen deutlichen Abstand. Bei den Wellenkupplungen sehen wir uns eher als Kompetenzführer besonders in der Breite der Anwendung und für kundenspezifische Applikationen. Hier sind wir aber nicht in der Stückzahl führend.

developmentscout: Welche Produktgruppe möchten Sie als nächste in diese Marktposition einreihen?

Klingler: Da müssen Sie sich leider für eine Antwort gedulden bis zur nächsten Hannover Messe. Dort werden wir diesbezüglich einiges präsentieren. Nur so viel: Trendthemen wie Energieeffizienz und Sicherheit werden dabei eine Rolle spielen.

developmentscout: Was gibt es Neues über Ihr Portfolio zu berichten?

Klingler: Brandneu ist der Einsteig in die Verschließtechnik mit Hysteresekupplungen. Die bevorzugt in  Abfüllanlagen eingesetzten technisch sehr hochwertigen „Roba-capping head“ Verschließköpfe basieren auf der patentierten „Roba-contitorque“ Hysteresekupplung, die es bereits seit fast zehn Jahren gibt. Diese Kupplung ist aufgrund ihren hohen Drehmomentgenauigkeit und der sehr präzisen Einstellbarkeit das ideale Basiselement. Dauermagnetische Kupplungen nach dem Hystereseprinzip begrenzen das Drehmoment exakt und wiederholgenau auf den eingestellten Wert mit etwa ± 2 Prozent Toleranz. Damit lassen sich die Flaschen sehr exakt,  zuverlässig, sauber und luftdicht verschließen. Die Verschließanlage erreicht damit einhundert Prozent Output. Ein  vergleichbares Qualitätsniveau in Bezug auf die Verschließgüte erreichen alternativ nur kostenintensive,  servomotorisch angetriebene Verschließköpfe. Die Erhöhung der Betriebssicherheit und Anlagenzuverlässigkeit durch den Einsatz unserer Produkte ist ein weiteres Thema, das wir voran treiben. Hier können wir beispielsweise die Maschinenbauer bei der Erfüllung der neuen Sicherheitsnorm EN 13849-1 unterstützen.

developmentscout: Was genau bedeutet "spielfrei" in der Praxis bei Ihren gleichnamigen Produkte?

Klingler: Man muss hier zwischen Verdrehspiel und Verdrehsteifigkeit unterscheiden. Beides ist in dynamischen, reversierenden Abtrieben unerwünscht oder sogar schädlich. Spielfreiheit heißt für uns tatsächlich Null-Spiel. Beim Drehrichtungswechsel dürfen sich die einzelnen drehmomentübertragenden Bauteile nicht einmal im µm-Bereich gegeneinander verdrehen. Dieses Null-Spiel erreichen wir bei unseren Sicherheits- und Wellenkupplungen durch entsprechende konstruktive Gestaltung der Drehmoment-Übertragungseinheit  beziehungsweise kraftschlüssige Verbindungen. Im Gegensatz zum Spiel lässt sich elastische Verdrehung nicht komplett vermeiden. Eine gute spielfreie Kupplung hat nach unserer Definition ein Null-Spiel und eine hinreichend hohe Steifigkeit, damit sie unter Belastung auch starr bleibt.

developmentscout: Vor eineinhalb Jahren wurden Sie bei der Vorstellung ihres EAS-Sensors zur Hannover Messe von dem unerwarteten Interesse der Besucher überrascht. Was ist daraus geworden?

Klingler: So wie es damals zunächst aussah, dass wir zeitnah eine Marktdurchdringung erreichen können, hat sich das Geschäft nicht entwickelt. Aufgrund des regen Interesses haben wir aber zahlreiche Marktanregungen aufgenommen, die wir derzeit in der Entwicklung umsetzen. Hier werden wir in nächster Zeit Ergebnisse zeigen.

developmentscout: Mayr hält zahlreiche weltweite Patente. Welches ist Ihr persönlicher Favorit?

Klingler: Im Moment ist das die Vertikalachsenbremse „Topstop“. Dieses Sicherheitselement lässt sich sehr einfach auch nachträglich noch in bestehende Konstruktionen integrieren. Die Topstop ist eine zusätzliche Sicherheitsbremse, die zwischen Servoantrieb und Getriebe oder Spindelantrieb gesetzt werden kann; sie ist leicht adaptierbar an die gängigsten Servomotoren, Getriebe und Spindeln. Durch das Integrieren einer zweiten oder dritten Bremse lässt sich ein höheres Sicherheitslevel erreichen. Die Topstop sitzt direkt an der Abtriebsstelle – darauf liegt der Patentschutz. Bei Wartungsarbeiten an der Anlage kann der Servomotor abgebaut werden, ohne dass die Achse absinkt. In Verbindung mit den entsprechenden Ansteuermechanismen sind ein sicherer Betrieb und Personenbewegung auch unter der Last möglich.

developmentscout: Sie sind für die Windenergiebranche tätig. Welche Produkte bieten sie hierfür?

Klingler: Wir fertigen Pitch- und Azimutbremsen, die meist bei den Antriebsspezialisten zum kompletten Antriebsstrang verbaut werden, bevor diese beim Anlagenbauer zum Einsatz kommen. Bei den Bremsen sind wir nicht der klassische Standardbremsenhersteller, sondern haben uns schon immer mit qualitativ hochwertigen Produkten auf spezielle Branchen und Nischen fokussiert. Es ist vielleicht nicht so bekannt, aber wir sind seit dem Beginn der Technologie Windkraft für diese Branche tätig. Daher haben wir hier sehr viel Erfahrung vorzuweisen, sei es in Korrosionsschutzstufen, Reibbelag-Technologie oder bei den Anbaukonstruktionen. Zudem bieten wir Wellenkupplungen mit Überlastschutz, mit denen wir uns aber mehr im mittleren Leistungsbereich bis 3 MW-Anlagen bewegen. Derzeit beobachten wir den Markt im oberen Leistungsbereich.

developmentscout: Sie haben Fertigungswerke in China und in Polen. Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen dieser Betriebe?

Klingler: Wir haben in diesen zwei Fertigungswerken unsere internationale Präsenz ausgebaut. Polen ist mittlerweile ein sehr leistungsfähiger internationaler Produktionsstandort  und wächst vergleichbar wie der Standort hier in Mauerstetten. In China sehen wir uns mehr und mehr als den lokalen Fertiger für den chinesischen Markt. Wir fokussieren uns hier auf aufgewählte Kunden und Produkte mit Konzentration auf die Branchen Aufzug, Wind und Werkzeugmaschinen. Die klare Strategie heißt hier „mayr-China soll für China produzieren“. Schlüsselkomponenten verbleiben aber in Deutschland.

developmentscout: Die Chinesen holen auf, auch technologisch. Haben die Europäer langfristig gesehen eine Chance in China?

Klingler: Meines Erachtens ist die chinesische Entwicklung vergleichbar mit der Entwicklung jeder anderen aufstrebenden Industrie-Nation. Die jetzigen Wettbewerbsstrukturen verändern sich, die chinesischen Unternehmen werden auch technologisch aufholen. Das damit verbundene Wachstum wird auch in China für eine Angleichung der Löhne und Materialkosten sorgen. Die Marktsituation wird sich für alle angleichen. Damit werden Unternehmen, die vor Ort produzieren, auch wettbewerbsfähig sein können. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, sind wir bestrebt, immer die berühmte erforderliche Nasenlänge voraus zu sein; wenngleich man das überall sein muss – auch in Deutschland. Im Asiatischen Raum treten aktuell jährlich etwa 30 Millionen neue Konsumenten in den Markt ein. Diesen darf man nicht außer Acht lassen. Ohne Asien könnten europäische Unternehmen ihr Wachstum gar nicht mehr in der bekannten Größenordnung generieren.

developmentscout: Wie viele weiße Flecken auf der Landkarte gilt es für Mayr derzeit noch zu besetzen und womit?

Klingler: Wir werden in den Gebieten, wo wir noch nicht so gut aufgestellt sind, unsere Aktivitäten verstärken. Das sind im Prinzip die BRIC Staaten, allen voran Indien und Brasilien. Auf lange Sicht stellen wir uns weitere mayr-Tochterunternehmen vor.

developmentscout: Welche Neuheiten werden Sie zur SPS/IPC/Drives präsentieren?

Klingler: Das Thema ‚Sicherheit und Zuverlässigkeit‘ wird einen wesentlichen Schwerpunkt darstellen. Für die bereits erwähnte Roba-Topstop werden wir Produkterweiterungen mit zwei neuen Baugrößen für den oberen und unteren Bereich vorstellen. Als Alternative zur rotatorischen Bremse präsentieren wir erstmals eine Linearbremse, die dynamisch bremsen kann und nicht zu verwechseln ist mit den bekannten Brems- und Klemmeinheiten. Sie hat im Dauerversuch 30.000 dynamische Bremsungen mit Maximalbelastung problemlos erreicht und übererfüllt damit den Prüfgrundsatz der Berufsgenossenschaften, der 1000 Bremsungen verlangt. Auch die bereits erwähnte Hysteresekupplungen Roba-capping head ist Messethema. Zudem runden wir mit der steckbaren Metallbalgkupplung „Primeflex“ unser Servoportfolio ab. Mit dem Roba-Multiswitch zeigen wir, dass durch  intelligentes Ansteuern von Sicherheitsbremsen Energieeinsparungen bis zu 75 Prozent möglich sind.

Das Interview führte Chefredakteurin Angela Scheufler.


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