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Donnerstag, August 17, 2017
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ascheufler1112Liebe Leserinnen und Leser,

kaum hatte ich gestern auf "Senden" geklickt und unseren Newsletter an seine Empfänger verschickt, meldete sich Dr. Mathias Döpfner, CEO der Axel Springer AG, in Bild.de in einem Essay mit dem gleichen Thema zu Wort, welches ich nur kurz und mit einem anderen Hintergrund in meinem Newsletter-Editorial angerissen hatte. Der Chef des "Zeitschriften-aus-Papier-Verlages" schlechthin spricht darin vom Journalismus, der nicht von Papier und Trägermedium abhängig ist. Wow, da war ich platt und ging in den Verarbeiten-Modus über....

...bis heute plötzlich ein Tweet über die Äther flatterte und sich auf einem meiner Bildschirme breit machte. Er verwies auf einen Artikel von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur, Die Zeit, und ich erfuhr – zwar einen Tag verspätet aber dennoch aktuell – von seiner Sicht der Dinge zur gleichen Thematik. Erstaunlich dabei waren zwei Dinge: Erstens, die Macher der unhandlich anmutenden Wochenzeitschrift haben den Wandel des Leserverhaltens verinnerlicht. Zweitens, die wunderbare Welt der Informationsverbreitung im Internet unterstreicht Erstens.

Dr. Döpfners Essay beginnt mit der kleinen Enkelin von Edmund Stoiber, die auf ein Bild in der Süddeutschen Zeitung klickt und sich wundert, dass kein Fenster aufgeht. Das rief in mir ein Déjà-vu hervor, welches ziemlich genau drei Jahre zurückliegt: Meine damals schon erwachsenen Kinder verschmähten es wiederholt, meine stolz nach Hause gebrachte Print-Fachzeitschrift anzuschauen, in der ich gerade ein Interview mit einem Vorstandsvorsitzenden veröffentlicht hatte. Verärgert und auch nicht zum ersten Mal empfahl ich ihnen, dass sie sich als angehende Wirtschaftsingenieure  doch etwas mehr auf dem Laufenden halten und sich für die Informationen in Fachzeitschriften interessieren sollten. Die Antwort war dann auch nicht neu, sie seien ganz und gar nicht uninformiert, sondern würden sich wie alle ihre Freunde im Internet informieren und zwar dann, wenn sie etwas wissen wollen. An diesem Abend wurde mir plötzlich die ganze Tragweite des veränderten Informationsverhaltens unserer nächsten Generation bewusst. Spontan und überzeugt entschied ich, eine Webseite für die Bedürfnisse der Technik interessierten jungen Generation zu entwickeln, welche die im Übergangsstadium befindlichen bis älteren Ingenieure und Technik begeisterten Leute ebenfalls 'abholen' sollte.

Warum erzähle ich Ihnen diese Details aus meinem Privatleben? Ich möchte mich den Herren Dr. Döpfner und di Lorenzo gerne anschließen. Auszugsweise 'predige' ich ihre Inhalte schon seit dem Start des developmentscouts – unverdrossen und manchmal auch erhört: Das Internet ist die Zukunft der Informationsbeschaffung, guter Journalismus ist nicht vom Medium abhängig und es werden noch viele Bäume sterben müssen. Auch wenn unsere Kindeskinder später im Geschichtsunterricht neben den Webern möglicherweise auch von den Druckern hören werden. Den Wettbewerb um die Auflage gewinnt das gute alte Papier nicht – auch nicht um den Schnee von gestern, der online bereits gestern war. Inspirieren lassen können wir uns in beiden Medien, online oft sogar mehr, als uns lieb ist, Seite für Seite bis hin zur totalen Verführung, denn es gibt keinen Seitenumfang und mittlerweile auch keine Sprache mehr, die das begrenzen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und den beiden Herren für Ihre Unterstützung.

Ihre Angela Scheufler