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desoutter5Fachartikel

Für die Montage gewindeformender Schrauben in Kunststoff, Holz oder Metall und insbesondere Aluminium-Druckguss  hat Desoutter das neue "Koala"-Schraubverfahren entwickelt. Damit Probleme behoben werden, die im weitesten Sinne mit zu hohen Toleranzen im Schraubenlos, in den Bohrungen oder im Material zu tun haben. Zudem eignet sich das Verfahren für die Montage von Teilen aus unterschiedlichen Materialien.

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„Bei solchen Schraubfällen ändert sich oft der Einschraubwiderstand während der Montage, so dass die eingesetzten Schraubwerkzeuge mit herkömmlicher Programmierung zu früh oder zu spät abschalten“, so Geschäftsführer Jürgen Göbel. Die Folge seien überstehende, zu tief versenkte oder gar abgerissene Schrauben. „Mit dem Koala-Verfahren werden derartige Fehler deutlich reduziert“, verspricht er. Gewindeformende Schrauben würden in allen Materialien zuverlässig montiert. Vor allem eignet sich das Verfahren auch für die Montage mehrerer Komponenten aus unterschiedlichen Werkstoffen.

Die Desoutter GmbH aus Maintal sieht für das neue Verfahren vorrangig Anwendungen in den Branchen Elektronik, Medizintechnik, Weiße und Braune Ware sowie bei Automobilzulieferern. Aber auch bei Fensterbauern, Leuchtenherstellern, in der Holz- und Möbelindustrie, bei Wohnmobil­herstellern, in Gießereien mit Teilemontagen sowie in der Kunststoffindustrie fänden sich reichlich Einsatzmöglichkeiten, heißt es. Das Verfahren eignet sich außerdem für alle Anwender, die Prozesse (wie Gewindeschneiden oder Kernlochbohren) einsparen möchten.

Herkömmliche Schraubverfahren stoßen oft an ihre Grenzen

desoutter1Mit der herkömmlichen Steuerung über das Drehmoment und/oder den Drehwinkel komme man hohen Toleranzen in den Bauteilen und den daraus resultierenden, stark schwankenden Reib- oder Furchkräften kaum bei, betont Produktmanagerin Stefanie Heß. „Das verhindert natürlich wiederholgenaue und präzise Verschraubungen.“ Denn obwohl bei den klassischen Verfahren immer mit dem gleichen Drehmoment angezogen werde, könne es vorkommen, dass einige Schrauben überstehen und bei anderen der Kopf abreiße. „Das bedeutet mindestens sehr viel Nacharbeit“, sagt Heß, „denn der Werker muss eine neue Schraube nehmen und noch einmal anziehen.“ Im schlechteren Fall sei das zu montierende Bauteil aus der Fertigung zu nehmen und als Ausschuss zu behandeln. Und selbst, wenn die Schrauben „gut“ aussähen, schwankten die Klemmkräfte in den Verbindungen häufig sehr stark – oder seien womöglich gar nicht vorhanden.

Kopfauflage erkannt – und definiert weitergedreht

desoutter2Mit Koala wird nun jede Schraube exakt eingedreht. Das Kürzel steht für „Kopfauflageerkennung“ der Schraube. Um die Kopfauflage zu erkennen, muss das elektronisch gesteuerte Schraubwerkzeug über einen Messwertgeber verfügen und die Steuerung entsprechend programmiert sein. Das Programm analysiert dann während des Montagevorgangs die Schraubkurve und findet über einen mathematischen Algorithmus den Moment der Kopfauflage. Ab diesem Zeitpunkt wird die Schraube je nach Anforderung um einen bestimmten Drehwinkel weitergedreht oder auf ein definiertes Drehmoment angezogen. „Einfacher, zeitsparender und kostengünstiger geht es nicht“, versichert Stefanie Heß. Mit Koala würden konstante und wiederholbare Verschraubungen erzielt. Zwar streue bei diesem Verfahren das Drehmoment stärker – was Experten häufig überrasche, sagt die Expertin. Trotzdem werde die Klemmkraft sehr viel konstanter und präziser eingebracht, das Montageergebnis sei also weitaus besser.

Hand- und Einbauschrauber mit Drehmomenten von 0,2 bis 2000 Nm

desoutter3Das Koala-Verfahren lässt sich mit den Steuerungen der CVIR- und CVIL-Serie des Herstellers umsetzen. Als Schraubwerkzeuge stehen diverse Stab-, Winkelkopf- und Einbauschrauber zur Verfügung. Darunter ist die ERS-Baureihe für Drehmomente von 0,2 bis 12 Nm (zusammen mit der CVIR-Steuerung). Für höhere Drehmomente bis 2000 Nm stehen die Handschrauber der ER-Baureihe und die Einbauspindeln der EME-Serie zur Verfügung. Diese beiden werden über die CVIL gesteuert.


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