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Donnerstag, Oktober 19, 2017
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micro epsilon10414Fachartikel

Optisch, berührungslos und präzise: Die Lasertriangulation zählt zu den beliebtesten Verfahren der industriellen Wegmessung. Seit jeher wurde mit einem roten Laserlicht gearbeitet, da die verwendeten Empfangselemente hier die höchste Empfindlichkeit haben. Bei glühenden Objekten und transparenten oder organischen Materialien weist der rote Laser jedoch Defizite auf, die sich auf die Messgenauigkeit auswirken können. Die Sensoren mit dem blauen Laser von Micro-Epsilon lösen dieses Problem zuverlässig –  nicht nur bei der eindimensionalen  Abstandsmessung, sondern auch bei der Profil- und Konturerfassung.   


Die Laser-Triangulationssensoren zählen zu den optischen Standardmessverfahren. Die Triangulation realisiert optische Abstandsmessung durch Winkelmessung innerhalb eines Dreiecks. Dabei emittiert eine Laserdiode einen Laserstrahl, micro epsilon20414der auf das Messobjekt gerichtet ist. Die reflektierte Strahlung wird über eine Optik auf ein digitales Fotoelement (CCD-Zeile) abgebildet. Aus der Lage des Lichtpunktes auf dem Empfangselement wird der Abstand des Objekts zum Sensor berechnet. Die Daten werden über den meist internen Controller ausgewertet und über digitale oder analoge Schnittstellen ausgegeben.

Physikalisch bedingt ist das CCD-Element im infraroten (IR) Bereich deutlich empfindlicher als im ultra-violetten (UV), weshalb herkömmliche Sensoren mit dem roten Laserlicht (Wellenlänge von 670 nm) nahe dem IR-Bereich arbeiten. Dieser Ansatz funktioniert auf vielen Objekten. Einige Messaufgaben sind jedoch damit nicht lösbar. Verschiedene Objekte wie glühendes Metall emittieren einen hohen Anteil infraroter Strahlung. Diese Strahlung stört den auf „rot“ getrimmten Sensor, sodass er ab einer Temperatur von ca. 700 °C keine vernünftige Messung mehr durchführt. Anders als bei Sensoren mit rotem Laser arbeitet der blaue Laser mit einer kürzeren Wellenlänge von 405 nm und damit nahe dem UV-Bereich des Spektrums. Somit hat ein blauer Laser einen maximalen Abstand zum Infrarot, sodass ihn emittierte IR-Strahlung nicht stört.

An der Oberfläche bleiben

micro epsilon30414Abhängig vom Messobjekt dringt das herkömmliche rote Laserlicht mehr oder weniger stark in das Messobjekt ein und wird dort gestreut. Besonders bei organischen Messobjekten tritt dieser Effekt in Erscheinung. Da an der Oberfläche kein sauberer Bildpunkt entsteht, lässt sich kein exakter Abstand definieren. Im Unterschied dazu dringt das blau-violette Laserlicht bei solchen Materialien durch die kürzere Wellenlänge nicht so weit in das Messobjekt ein. Der blaue Laser bildet auf der Oberfläche einen minimalen Laserpunkt und sorgt auch auf kritischen Messobjekten für stabile und präzise Ergebnisse.

Exakt messen auch in 3D

Die Vorteile der Triangulation mit der blauen Laserdiode gelten nicht nur für die eindimensionalen Messungen wie Abstand, Materialdicke und Vibration sondern auch für mehrdimensionale Qualitätskontrolle wie Profil- und Konturmessung. So wurde die Baureihe der 2D/3D-Laser-Scanner mit den Modellen mit blauer Laserdiode erweitert. Die besonderen Eigenschaften der kurzen Wellenlänge ermöglichen den Einsatz unter bisher nicht praktikablen Bedingungen. Auch werden präzise Messungen an Oberflächen möglich, deren Reflektionseigenschaften oder Transparenz andere optische Messungen eigentlich ausschließen würden.

micro epsilon40414Die Modelle „Scan Control“ 2600BL und 2900BL haben eine besonders kompakte Bauform dank der integrierten Kontrollelektronik. Dies ermöglicht den Einsatz in komplexen Maschinen, die nur wenig Platz für Sensorik lassen. Profilfrequenzen von bis zu 4000 Hz schaffen die Grundlage für die Nutzung in Hochgeschwindigkeitsanwendungen beispielsweise zur Schienenvermessung von fahrenden Zügen aus. Dabei sind verschiedene Messbereiche von 25 bis zu 140 mm sowohl in Z-Richtung (Abstand) als auch in X-Richtung (Laserlinienlänge) verfügbar. Zur Messwertübertragung dient eine Ethernet- (UDP, Modbus) und eine serielle Schnittstelle (RS422, Modbus). Außerdem können analoge Signale oder digitale Schaltsignale über eine Output-Unit ausgegeben werden. Die blauen Laserprofilscanner Scan Control 2600BL und 2900BL eignen sich besonders für Messungen auf rot glühenden Metallen sowie (halb-)transparenten und organischen Materialien.

Laser-Profilmessung mit Scan Control

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