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Titelstory

Auf zu neuen Ufern – mit neuen Maschinen, kürzeren Prozessen und einer neuen Spanntechnik von Hainbuch hieß es bei der KTR-Gruppe in Rheine. Im Zuge des turnusmäßigen Austauschs der Werkzeugmaschinen standen auch die Spannmittel zur Diskussion. Hier waren deutliche Verbesserungen bei den Rüstzeiten und im Fertigungsprozess beim Umgang mit Spänen und Schmutz gefordert, die sich teilweise negativ auf die Optik der Werkstücke ausgewirkt haben.


Zeitlich passend fand die EMO 2013 in Hannover statt, auf der sich die Verantwortlichen ein Bild über Markt und Möglichkeiten machen wollten. Bis dato gab es zu dem Spannmittelhersteller noch keinen Kontakt. Doch auf der Messe wurde schnell deutlich, dass hier die passenden Lösungen im Angebot zu finden sind. Inzwischen sind KTR und Hainbuch enge Partner und haben die Fertigung mit Erfolg Schritt für Schritt optimiert. Die Anforderungen haben die Spannmittel souverän erfüllt und bringen obendrein noch weitere Pluspunkte mit.

KTR auf Wachstums- und Optimierungskurs


hainbuch20415Das Familienunternehmen mit hoher Forschungs- und Entwicklungskompetenz, das sich auf Kupplungen, Bremsen, Kühler und Hydraulik-Komponenten für industrielle Anwendungen spezialisiert hat, stellt höchste Ansprüche an sich selbst und seine Lieferanten. Insbesondere beim Kerngeschäft Kupplungen mit Durchmessern von 10 mm bis 2 m gelten höchste Anforderungen. Gefordert sind enge Toleranzen und ausgezeichnete Rundlaufeigenschaften. Matthias Telker, Leiter Produktionsmanagement bei KTR und verantwortlich für Prozessoptimierungen an allen Fertigungsstandorten: »Um das Maximum herauszuholen, einheitlich qualitative Spitzenprodukte zu liefern und international erfolgreich zu sein, sind permanente Verbesserungen in allen Bereichen unumgänglich.« Denn KTR beliefert weltweit Firmen aus der Bahn- und Verkehrstechnik, Land- und Baumaschinenindustrie, Werkzeugmaschinenbau und Automatisierungstechnik, Windkraftbranche und zunehmend aus der Marine-, Hütten- und Gießereitechnik.

Neben- und Rüstzeiten optimieren


hainbuch30415Im Jahr 2013 kam es bei KTR zu umfassenden Umwälzungen in der Fertigung. Die Vorgaben: Neben- und Rüstzeiten in der Produktion zu reduzieren, um die Durchlaufzeit weiter zu optimieren. Daraufhin beschäftige sich Günter Schleyer, Produktionsleiter bei KTR, intensiv mit dem Thema: »Einige Maschinen sind turnusgemäß nach Erreichen der Altersgrenze ausgetauscht worden. Deshalb haben wir den Bereich Spannen neu untersucht. Wichtig war es zu klären: Wie stellen wir uns zukünftig auf, wie erhöhen wir die Flexibilität? Wir setzen unter anderem Maschinen mit Pendelbearbeitung für Serien- und Einzelfertigung ein. Hier standen wir am Scheideweg: Einerseits benötigen wir eine spezialisierte Serienfertigung und andererseits eine schnelle, flexible Zelle für die Einzelteile.« Um das neue Spannsystem sollte sich sein Kollege, Franz-Josef Reder, Produktionsmeister bei KTR, kümmern. Bei der Recherche stieß Reder dann auf die Spannmittel von Hainbuch. Es folgte der Besuch des Hainbuch-Messestandes auf der EMO.

Erst die Miete, dann der Kauf


hainbuch40415Daraufhin bestellte der Kupplungsspezialist den zuständigen Außendienstmitarbeiter von Hainbuch, Rudolf Meyer, nach Rheine. Gemeinsam prüften er zusammen mit Günter Schleyer, Franz-Josef Reder sowie Mitarbeitern aus Fertigung und Konstruktion, welche Spannmittel zu welchen Produkten passen könnten.

Um sich aber grundlegend mit der Technik zu beschäftigen, die Handhabung zu testen und zu sehen, ob die Mitarbeiter an der Maschine die Potentiale der Spannmittel nutzen können, nahm KTR zunächst das Mietangebot von Hainbuch in Anspruch. »Eine tolle Sache übrigens mit der Miete«, so Matthias Telker. Anfang 2014 erhielt KTR das Handspannfutter Torok mit Grundplatte, Spannkopf und Spanndorn zur Erprobungsphase. Für Telker waren die Zeiteinsparungen in der Summe enorm wichtig. Die Herren Schleyer und Reder konnten Fragen klären wie: Wie bewährt sich das System im Alltag? Ist es robust und unseren praktischen Anforderungen gewachsen? Können wir damit das Rüsten effizienter gestalten? Natürlich sind auch die Haltekräfte von großer Bedeutung und nicht zuletzt die Wiederholgenauigkeiten.

Konventionelle Spannbacken kamen aus praktischen Erfahrungen nicht infrage. Bei der Kupplungsfertigung wird mit hohen Schnittgeschwindigkeiten gespant. Nocken und Bohrungen werden gefräst und gebohrt, so dass unterschiedlichste Spanformen entstehen, die nicht die Funktion der Spannmittel beeinträchtigen dürfen. Das Spannmittel soll quasi selbstreinigend sein. Doch der Einsatz des Handspannfutters „Toroks“ auf einem der Fräsautomaten der Nabenfertigungslinie hat den Test mit Bravour bestanden. Mit diesen Erkenntnissen war der Startschuss für die Zusammenarbeit mit Hainbuch gefallen. Hinzu kommt aber noch laut Günter Schleyer, dass der Produktionsmitarbeiter zwei Maschinen bedienen muss: »Unsere Maschinen müssen eine gewisse Synchronisation in den Laufzeiten haben. Das ist speziell bei der Mehrmaschinenbedienung ein Muss.« Die Quintessenz daraus? Ein Handspannfutter reicht nicht aus, es müssen mehr Teile gespannt werden. KTR gab den Torok zurück, der für Testzwecke gemietet wurde.

Schritt für Schritt Maschinen umgerüstet


hainbuch50415Man bestellte daraufhin eine Spannpalette mit gleich vier hydraulischen Spannstöcken „Hydrok“ in der sechseckigen Ausführung plus Spannköpfe und Spanndorne für das in 2015 avisierte neue Bearbeitungszentrum. Günter Schleyer erklärt: »Das Spannsystem ist für unsere Produkte maßgeschneidert, gerade die Flexibilität der Spannköpfe und Spanndorne. Wir nutzen die Köpfe zwar sehr intensiv, haben aber immer wieder spezielle Bauteile, bei denen wir Dorne einsetzen. Parallel dazu haben wir auch die für 2015 bestellten Drehautomaten von vornherein für den Einsatz mit dem Hainbuch-System vorgesehen. Hier kommt das Spannfutter „Toplus mini“ zum Einsatz. So haben wir ein durchgängiges System, egal ob beim Drehen oder Fräsen.

Wir können innerhalb des Baukastens jetzt tauschen und sind dadurch deutlich flexibler.« Durch die neuen Drehautomaten mit den neuen Spannzeugen lassen sich bestimmte Kupplungsbaureihen komplett in einer Aufspannung fertigen. Franz-Josef Reder erinnert sich: »Die Neuinvestitionen in der Fertigung eröffnen uns hier ganz neue Möglichkeiten. So können wir verschiedene Bearbeitungsschritte bündeln und reduzieren so die Durchlaufzeiten.« Auch Matthias Telker ist sich sicher, dass die Entwicklung dahin gehen wird. Damit spare man sich viel Zeit und werde flexibler.

Aufwand hat sich gelohnt


Zusammenfassend hat sich der Aufwand für die KTR-Gruppe mehr als gelohnt. Die geforderten Qualitäten lassen sich nun mit einfacheren Mitteln erreichen. Die Rohlinge werden eingespannt und schon kann es losgehen. Umspannen und Zwischenmessungen sind überflüssig und die Rüstzeiten haben sich erheblich reduziert. Auch bei der Mehrmaschinenbedienung konnten Rüstzeiten reduziert und Fertigungsabläufe besser synchronisiert werden. Handling und Zuverlässigkeit der Spannmittel haben zusätzlich an allen Einsatzorten überzeugt.

Franz-Josef Reder resümiert: »Der Einsatz der Hainbuch-Spannsysteme war ein echter Schritt nach vorne. Die Fertigung wurde vereinfacht, die Fertigungstoleranzen werden perfekt eingehalten und die Fertigung wurde schlanker und flexibler.« Matthias Telker schwärmt: »Mit den neuen Spannmitteln haben wir auf breiter Front Vorteile erzielen können. Somit ist die Performance ganz beachtlich gestiegen.« Doch wie sieht es mit den Haltekräften aus? Bombenfest und das obwohl bei nur 5 mm gespannt wird.

Bild oben: In den hydraulischen Spannstöcken findet kein Span mehr Platz und der Wechsel von Außen- auf Innenspannung geht sehr schnell.

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