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ACE10131Titelstory

Motek Halle 1, Stand 1426

Als die Fender zum Schutz der Aussetzvorrichtungen eines Kreuzfahrtschiffes den hohen Anforderungen an die raue See nicht mehr gerecht wurden, hat sich Marinespezialist Fassmer für den Einbau von „Tubus“-Strukturdämpfern der ACE Stoßdämpfer entschieden. Bei einem der größten Passagierschiffe der Welt spielen sie nun eine entscheidende Rolle beim Zuwasserlassen der Rettungsboote.



ACE10132Wenn Rettungsboote auf Kreuzfahrten zum Einsatz kommen, ist schon einiges schief gelaufen. Verantwortungsbewusste Werften machen sich dennoch selbstverständlich auch für diesen Fall Gedanken, damit das Schreckensszenario nicht in einer kompletten Katastrophe endet. Der Einsatz der im Extremfall lebensrettenden Boote muss deshalb auch bei widrigsten Wetterbedingungen und höchstem Wellengang absolut zuverlässig und störungsfrei verlaufen. Ein kniffliger Vorgang ist dabei das Zuwasserlassen, das so genannte Aussetzen der Boote.

Der renommierte Zulieferer in der Schifffahrtsindustrie Fassmer setzte bei speziell dafür entworfenen Aussetzvorrichtungen – den so genannten Davits – auf Schutzkörper aus Gummi, um bei einem eventuellen Kontakt zwischen Passagierschiff und Rettungsboot das Boot nicht auch noch zu beschädigen. Diese Schutzkörper, auch Fender genannt, stellte der Spezialist für die Schiffbau früher aus eigener Herstellung zur Verfügung. Das Material wurde aber auf Dauer laut Aussage der Konstrukteure den eigenen Ansprüchen des in fünfter Generation familiengeführten Betriebs nicht mehr gerecht. Problematisch war die Lebensdauer der Vorrichtung. Die rauen Umgebungsbedingungen machten die Gummielemente mit der Zeit spröde und rissig, so dass sie frühzeitig ausgetauscht werden mussten. Es galt also, ein Dämpfungselement aus einem Material zu finden, das mit Salzwasser und UV-Einstrahlung besser klar kommt.

Progressiver Energieabbau am Hubende

ACE10133Der Weg der Maritim-Spezialisten führte schnell zur ACE Stoßdämpfer GmbH. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Erstens gelten die Langenfelder als Spezialisten für Dämpfungslösungen aller Art. Zweitens haben sie sich gerade auch in der Schifffahrtsindustrie länderübergreifend einen guten Ruf erarbeitet. Denn neben dem gut organisierten Vertriebsnetz in Deutschland verfügt das Unternehmen auch über ein eigenes Mitarbeiterteam für die Benelux-Länder, in denen die Küstenregionen einen überproportional großen Anteil einnehmen.

Nach der Übermittlung aller relevanten Daten gingen die zuständigen ACE Mitarbeiter ans Werk. Schnell stellte sich heraus, dass die hohen Anforderungen gut von so genannten Tubus Strukturdämpfern erfüllt werden konnten.

Aus den über 140 Einzelprodukten dieser Dämpfer fiel die Wahl dabei auf die Typen TR188-108L-2 und TR188-108L-3. Hinter den drei Buchstaben in der Produktbezeichnung verbirgt sich ein radialer Rohrdämpfer in einer langen Version. Die TR-L Produktreihe ist eine von insgesamt sieben Serien dieses Maschinenelements, die in dieser Form eine sehr lange und weiche Abbremsung mit einem progressiven Energieabbau am Hubende ermöglichen. Sie wurden dabei speziell für Anwendungen mit niedrigen Endkräften entwickelt. Der Tubus TR-L eignet sich für alle Einsatzfälle, die entlang einer geraden Linie einen Stoß- oder Kollisionsschutz fordern. Neben dem Verhindern von Zusammenstößen in der Schifffahrt sind dies unter anderem der Schutz von Lade- und Hebevorrichtungen, Gepäck und Transportbändern oder Schaufeln von Bergbaugeräten.

ACE10134Im maritimen Bereich erweist es sich nicht nur in diesem Fall als förderlich, dass das Material aus Co-Polyester Elastomer eine viel bessere UV-Resistenz als die früheren Lösungen aufweist und auch in punkto Meerwasser- und Temperaturbeständigkeit keine Wünsche offen lässt. So können die wartungsfreien und einbaufertigen Dämpfungselemente in Temperaturbereichen von -40° bis 90 °C eine gleichbleibende Dämpfung bieten. Ihre Lebensdauer von bis zu 1 Million Lasthüben übertrifft Gummidämpfer um etwa das Zehnfache. Was dies angeht, wären Industriestoßdämpfer aus dem Hause ACE noch deutlich besser aufgestellt. Da es im vorliegenden Fall aber nicht darauf ankommt, Massen punktgenau abzustoppen, haben die Tubus-Dämpfer seitens Fassmer den Vorzug erhalten. Sie warten auch hinsichtlich Preis-Leistung mit deutlich höheren Dimensionen auf.

Lineare und degressive Kennlinien

Die nun verwendeten Elemente haben zwar den gleichen Hub und den gleichen Außendurchmesser, weisen aber unterschiedliche Längen auf, die sich maßgeblich in der Energieaufnahme pro Hub niederschlagen. Die kürzere Variante kann im Dauerbetrieb bis zu 2200 Nm und bei Notstopp-Anwendungen 3080 Nm pro Lastwechsel aufnehmen. Bei der längeren erhöhen sich die Werte auf 3300 Nm bzw. 4620 Nm. Sie ist damit vollkommen ausreichend für die Verwendung bei den Rettungsbooten.

Neben weiteren radialen Serien hat ACE auch Strukturdämpfer mit linearen und degressiven Kennlinien sowie für den Einsatz in Krananlagen im Angebot. Die bereits erwähnte hohe Zahl an Einzelprodukten kommt zu Stande, weil jeweils große Kraftbereiche abgedeckt werden. Die Dämpfungselemente lassen sich leicht in bestehende Konstruktionen integrieren. Trotz der mannigfaltigen Ausprägungen der Dämpfer an sich kommt man jeweils mit wenig Zubehör aus. Dies liegt mit Sicherheit auch an ihrem geringen Eigengewicht sowie der platzsparenden Bauform. In diesem Fall führte das bei einem der größten Passagierschiffe der Welt dazu, dass eine bewährte Sicherheitslösung noch sicherer gemacht wurde.


weiterer Beitrag des Herstellers          Stoßdämpfer-Berechnung          CAD-Daten         Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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