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schneider20115Fachartikel

Achema Halle 8.0, Stand A85

Drücke von mehreren 100 Bar, Temperaturen bis 600 °C: Industriearmaturen in Kraftwerken, der Öl- und Gasbranche oder in chemischen Prozessanlagen arbeiten unter schwersten Bedingungen. Dabei steht die Sicherheit an erster Stelle: Denn nicht nur der enorme Druck sondern auch die oftmals toxischen oder aggressiven Prozessmedien können schnell zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt werden. Die Armaturen müssen daher optimal auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt sein und strenge Auflagen erfüllen. AS-Schneider bietet zahlreiche Lösungen für einen sicheren und zuverlässigen Anlagenbetrieb.


Die Armaturen für die Mess- und Regeltechnik des Spezialisten für Industriearmaturen sind weltweit erfolgreich im Einsatz. Messeinrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil jeder Anlage: Sie erfassen verschiedene Parameter wie etwa Druck, Differenzdruck und Füllstand. Ein Messgerät oder Messumformer wird dazu über eine separate Impulsleitung mit dem System verbunden.

schenider10115Der Anschluss des Messgeräts erfolgt über einen Ventilblock, mit dem der Anlagenbetreiber die Leitung absperren und entlüften oder das Messgerät kalibrieren kann. Das Nordheimer Unternehmen bietet ein breit gefächertes Sortiment von Ventilblöcken für unterschiedliche Anwendungen, die höchste Ansprüche an Sicherheit und Umweltschutz erfüllen. Die Blöcke bestehen aus einem oder zwei Absperrventilen, Entlüftungsventilen sowie einem Ausgleichsventil, mit dem sich das Messgerät kalibrieren lässt. Sie können entweder in die Impulsleitung oder mit einem Flansch direkt an das Messgerät montiert werden.

Werkstoff macht den Unterschied

Um für jedes Prozessmedium sowie sämtliche Druck- und Temperaturbereiche eine optimale Funktion sicherzustellen, gibt es die Ventilblöcke in vielen verschiedenen Werkstoffen: Das Gehäuse ist zum Beispiel aus Stahl, Edelstahl, Duplex, Nickelbasislegierungen oder Titan gefertigt. Die Ventildichtungen bestehen wahlweise aus PTFE oder Graphit, wobei sich der Kunststoff dank seiner hohen chemischen Beständigkeit besser für den Einsatz bei aggressiven Chemikalien eignet. Je nach Ausführung halten die Ventilblöcke einem Druck bis zu 420 bar und Temperaturen bis zu 550 °C stand. Mit verschiedenen Gewindegrößen und Verschraubungsvarianten sind sie für Anlagen aller Art geeignet.

schneider30115Für flüchtige Emissionen sowie Anwendungen, in denen die höchste Dichtheitsklasse gefordert ist, stehen auch TA-Luft oder ISO 15848 zertifizierte Ausführungen zur Verfügung. Bei diesen sorgt unter anderem ein Faltenbalg an der Ventilspindel dafür, dass das Prozessmedium nicht aus dem Ventilblock entweichen kann. Dies ist beispielsweise in Chemieanlagen erforderlich, die giftige Substanzen verarbeiten. Bei Bedarf sind die Armaturen auch mit einer Firesafe-Zulassung erhältlich: Diese Typprüfung dient dazu, dass die Ventilblöcke auch im Brandfall eine sichere und zuverlässige Absperrung bieten. Ein spezielles antistatisches Design schützt vor Explosionen – eine wichtige Voraussetzung zum Beispiel bei Gasleitungen, wo schon ein einzelner Funke eine Katastrophe auslösen könnte.

Lösung für eine saubere Umwelt

Erdöl, Gas oder Chemikalien sind für Mensch und Umwelt nicht unbedenklich. Deshalb gelten für die Prozessanlagen strenge Auflagen. Gase oder Flüssigkeiten dürfen auf keinen Fall unkontrolliert entweichen – weder im laufenden Betrieb noch bei der Instandhaltung. Auch hier erfordert die Messtechnik besondere Aufmerksamkeit: Denn muss der Betreiber das Messgerät einmal abmontieren – etwa zur Wartung oder Reparatur – bleibt in dem Leitungsabschnitt zwischen Absperrventil und Messgerät immer ein Rest des Prozessmediums zurück. Um die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen, muss dieser Rest fachgerecht aufgefangen und entsorgt werden.

Für einen weltweit führenden Chemiekonzern und Betreiber zahlreicher Prozessanlagen entwickelte der Armaturenspezialist daher einen Entleerungs- und Spülring. Dieser wird mit einer Flanschverbindung zwischen dem Absperrventil und dem Messgerät angebracht. Außen befinden sich ein oder zwei Entlüftungs- und Spülanschlüsse. Verfügt der Ring nur über einen Anschluss, lässt sich über diesen der Hohlraum zwischen der Erstabsperrung und dem Messgerät kontrolliert entleeren – beispielsweise mit einem angeschlossenen Schlauch und einem geeigneten Auffangbehälter. Über den zweiten Anschluss kann der Ring zum Beispiel mit Druckluft oder einer Reinigungsflüssigkeit gefüllt und ausgespült werden – je nach den Anforderungen, die das entsprechende Medium an den Anlagenbetreiber stellt.

Manipulation ausgeschlossen

schneider40115Auch Ventile spielen beim Thema Sicherheit eine wichtige Rolle: Ein unbefugter Zugriff oder ein versehentliches Betätigen können schnell verheerende Folgen haben. Beides lässt sich jedoch mit einfachen Mitteln verhindern. Mit den Anti-Tamper-Ventiloberteilen von AS-Schneider etwa können Anlagenbetreiber ihre Ventile zuverlässig gegen ungewollte Manipulationen schützen. Dabei stehen verschiedene Varianten zur Auswahl: Im Standard-Design ist das Ventiloberteil mit einer Bohrung und einem dazu passenden Steckgriff versehen. Das Ventil lässt sich nur mit diesem speziellen Griff bedienen. Die Ventile im AT-Key Lock-Design werden mit einem integrierten Steckgriff betätigt, der sich ein Stück weit aus dem Ventiloberteil herausziehen lässt. Bei beiden Modellen hat der Betreiber die Möglichkeit, ein Vorhängeschloss zu befestigen, so dass sich der Steckgriff nicht mehr betätigen lässt. Die Ventile lassen sich in jeder beliebigen Position – geschlossen, teilweise oder komplett geöffnet – abschließen.

Ventile mit einem Handrad aus Edelstahl sind mit einem "Locking Plate" ausgestattet, einer gelochten Metallplatte, an der sich das Handrad in jeder beliebigen Stellung mit einem Vorhängeschloss fixieren lässt. Bei dieser Konstruktion lässt sich das Handrad nur minimal bewegen. Dies eignet sich beispielsweise als Schutz vor einem unbefugten Schließen des Ventils.
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