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Aktuelles aus der Kommunikation

Bussystem, Ethernet, Profibus, Modbus, RFID, Internet of things, Industrie 4.0

fraunhofer1113Große Bilddateien oder Full-HD-Filmsequenzen vom einen zum anderen Endgerät zu übertragen, kostet nicht nur Zeit sondern auch viel Geduld. So kann der kabelgebundene Datentransfer manchmal mehrere Minuten in Anspruch nehmen. »Das muss doch schneller gehen« sagten sich die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS und entwickelten eine Art Autobahn für den Datenverkehr, die Licht als Übertragungsmedium nutzt. So können Daten nun mit bis zu 5 Gbit/s drahtlos übertragen werden.

Den kabellosen Transfer großer Datenmengen zu beschleunigen, hat sich Dr. Frank Deicke vom Fraunhofer IPMS zum Ziel gesetzt. Als Alternative zum gängigen USB 3.0 Standard entwickelte er deshalb ein Kommunikationsmodul, das eine Datenübertragungsrate von bis zu 5 Gbit/s ermöglicht. Entgegen dem allgemeinen Trend nutzt er hierfür nicht Funkverbindungen wie Bluetooth oder WLAN, sondern bedient sich der optischen drahtlosen Datenübertragung via Infrarot.

»Die Nutzung von infrarotem Licht als kabelloses Übertragungsmedium ermöglicht eine 100 Mal schnellere Signalverarbeitung als derzeit verfügbare Lösungen, weil die Informationen nicht erst für die Funkübertragung speziell kodiert werden müssen. Außerdem sind durch den optischen Link die Bitfehlerraten äußerst niedrig, so dass Nettodatenraten von bis zu 95 % des theoretisch Möglichen erreicht werden. Bei WLAN sind diese prozentual sehr viel geringer«, erklärt Deicke und zeigt noch einen weiteren Vorteil der Infrarot-Technik auf:

»Der Weg über das Licht benötigt nur 15 % der Energie pro Byte. Davon profitieren besonders mobile, batteriebetriebene Geräte wie Handys oder Digitalkameras«. Einzige Bedingung: Ähnlich wie bei der Fernbedienung, die auch mit Infrarot arbeitet, muss eine so genannte ‚Line-of-Sight‘-Verbindung bestehen. Das heißt, es wird eine freie Sicht zwischen Sender und Empfänger vorausgesetzt. Mit Deickes Infrarot-Kommunikationsmodul ließe sich so der übliche Kabelsalat schon bald durch eine drahtlose High-Speed-Verbindung ersetzen, die große Bild- und Musikdateien oder hoch aufgelöste Filmsequenzen mit »Lichtgeschwindigkeit« vom einen zum anderen Endgerät überträgt.

Die möglichen Einsatzgebiete des Infrarot-Kommunikationsmoduls erstrecken sich vom Consumer-Bereich bis hin zu Industrieanwendungen. Das Fraunhofer IPMS bietet ein Evaluation Kit an, mit dem Interessenten die Möglichkeit haben, eine optisch drahtlose Datenübertragung mit Datenraten im Multi-Gigabit-Bereich in ihrem Zielsystem zu evaluieren.


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