

01.09.2010
Gleich drei ihrer Softwarepakete für das Echtzeit-Multicore-Betriebssystem RMOS3 hat die Siemens-Division Industry Automation mit neuen Funktionen für schnelle Datenverarbeitung und hohe Flexibilität ausgestattet. So bietet BSP-Simatic IPC V3.0 vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten für Profinet sowie zusätzliche hardwarenahe Funktionen für Simatic-Industrie-PCs mit Multicore-Prozessoren.
Das Echtzeit-Betriebssystem RMOS3 eignet sich besonders für Mess-, Steuer- und Regelaufgaben in Embedded-Automatisierungssystemen. Zum Beispiel lässt es sich in Industrie-PCs mit Multicore-Prozessortechnologie für komplexe Anwendungen einsetzen, die parallel auf mehreren Prozessorkernen abgearbeitet werden. Bereits bei zwei Prozessorkernen lässt sich die Leistung einer Applikation um bis zu 130 % steigern. Gleichzeitig sinken die Kosten, da auch bei umfangreichen Aufgaben keine weiteren Systeme benötigt werden.
Das Softwarepaket BSP-Simatic IPC unterstützt die isochrone Echtzeit-Kommunikation über Profinet IO. In die Version V3.0 wurden leistungsfähigere Treiber und neue Funktionen integriert, die sich auch zum Einsatz bei Simatic-Industrie-PCs mit Multicore-Prozessoren eignen. Mit den neuen Funktionen lassen sich die Lüfterzustände und Mainboard-Temperaturen auslesen. Zusätzlich bieten sie auch mehr Flexibilität bei der Vernetzung, zum Beispiel den Betrieb des Industrie-PCs als Profinet-IO-Controller oder IO-Device. Neu ist auch die skalierbare Echtzeit-Kommunikation in RT (Realtime) und IRT (Isochronous RT), wobei IRT mit hoher Performance oder hoher Flexibilität wählbar ist. Für vorbeugende Wartung unterstützt die Software nun auch diagnosefähige CompactFlash-Karten, einen bis zu 2 Mbit großen, batteriegepufferten SRAM-Speicher für remanente Daten und die Ansteuerung frei programmierbarer LEDs. Bei den Diagnose- und Überwachungsfunktionen wurde ein Betriebsstundenzähler ergänzt.
Das Softwarepaket RMOS3-TCP/IP V3.0 wurde um vier Client-Dienste erweitert. Diese vereinfachen die Erstellung von TCP/IP-, FTP- und Web-Applikationen und bieten mehr Flexibilität, Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit in der Kommunikation. DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol)-Client wird zur automatischen Konfiguration von IP-Adressen genutzt und DNS (Domain Name System)-Client für die dynamische Adressierung von Computern über benutzerfreundliche Namen. NTP (Network Time Protocol)-Client eignet sich zur Uhrzeitsynchronisation aller Rechner im Netzwerk und SMTP (Simple Mail Transfer Protocol)-Client für den Versand von E-Mails, zum Beispiel im Servicefall. Der optimierte TCP/IP-Stack ist in der Datenübertragung um bis zu 30 % schneller als in der Vorgängerversion.
Die Version V3.0 der Entwicklungsplattform RMOS3-GNU vereinfacht die Erstellung komplexer Software. Die eingebundene, aktuelle Version von Eclipse-IDE V3.4.1 und CDT-Plug-in V5.0.1 bieten verbesserte Funktionen für Suche, Indexer und Navigation sowie einen überarbeiteten Editor. Der für Multicore-Anwendungen geeignete C/C++-Compiler V4.3.0 verkürzt die Entwicklungszeiten. So benötigt beispielsweise das Kompilieren nur noch ein Fünftel der bisherigen Zeit. Mit der optimierten GNU-Toolkette laufen Programme um bis zu 30 % schneller ab als zuvor. Zwei RMOS3-Plug-ins für die Eclipse-IDE unterstützen den Entwickler bei der Analyse des Zielsystems. Das Terminal-Plug-in für die Fernbedienung erzeugt eine Ansicht, mit der sich eines oder mehrere Zielsysteme über Telnet bedienen lassen. Mit dem Profiling-Plug-in erhält der Anwender einen Überblick über die Rechenzeitverteilung und die Task-Aktivitäten am Zielsystem.






